Burgruine Kirchschlag in der Buckligen Welt

Kirchschlag mit der Burg im 17. Jahrhundert nach einem Kupferstich von Georg Matthäus Vischer
Die Burgruine Kirchschlag in der Buckligen Welt

Die Burgruine Kirchschlag in der Buckligen Welt ist ein historisches Bauwerk in der gleichnamigen Stadtgemeinde Kirchschlag in der Buckligen Welt im österreichischen Bundesland Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Burg Kirchschlag wurde im 12. Jahrhundert auf dem 480 Meter hohen Schlossberg erbaut. Nachdem sie durch eine Ringmauer mit dem Ort verbunden war, bildete sie eine bedeutende Wehranlage zur Sicherung der Ostgrenze. Als Besitzer der Burg finden sich bedeutende Geschlechter, wie die Herren von Wildon aus der Steiermark, die Kuenringer, Güssinger, Pottendorfer, Puchheimer und zuletzt die ungarischen Grafen Pálffy. Selbst Ungarns König Matthias Corvinus war Burgherr in Kirchschlag, ehe nach dessen Tod Kaiser Maximilian I. Kirchschlag wieder zurückeroberte.

Der Verfall der Burg begann als sich um 1650 Hans Christoph III. von Puchheim im Ort das Hofhaus, das heutige Rathaus erbauen ließ und dorthin seinen Wohnsitz verlegte. Auch die Grafen Pálffy zogen nicht in die Burg Kirchschlag ein, sondern verlegten ihren Sitz in die besser erhaltene Burg Krumbach, womit sich der Verfall fortsetzte.

Die Burg Kirchschlag konnte, ebenso wie die Burg Güns, nie von den Türken (1532 und 1683) erobert werden. Auch von den Haiduken (1605), von den räuberischen Horden des ungarischen Aufständischen Gábor Bethlen (1621) und von den Kuruzzen (1703) konnte die Burg nicht eingenommen werden und bot der Bevölkerung sicheren Schutz.

Nachdem die Burg ab 1848 verschiedene private Besitzer aufwies, wurde sie letztlich von der Gemeinde Kirchschlag erworben.[1]

Heutige Nutzung

Die ganzjährig frei zugängliche Burgruine ist teilweise restauriert und einigermaßen gut gepflegt. Der Bergfried („Feuerturm“) dient als Aussichtswarte.

Vor Weihnachten ist die Burg Schauplatz des dreitägigen Kirchschlager Adventmarktes, der jährlich rund 5000 Besucher anzieht.[2]

Seit 2001 bildet die Burg im Sommer die besondere Bühne eines Rockfestivals.[3]

Literatur

  • Bruno Schimetschek: Die Burgruine Kirchschlag (Führer)
  • Franz Wollenik: Kirchschlag in der Buckligen Welt
  • Dehio - Niederösterreich südlich der Donau (2003)
  • Endre Marosi: Burgen im österreichisch-ungarischen Grenzraum (1990)
  • Felix Halmer: Burgen und Schlösser Bucklige Welt, Semmering, Rax (1969)
  • Wilfried Bahnmüller: Burgen und Schlösser in Niederösterreich (2005)
  • Felix Halmer: Niederösterreichs Burgen (1956)
  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon (1992)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stadtgemeinde Kirchschlag: Sehenswürdigkeiten (abgerufen am 22. August 2011)
  2. Stadtgemeinde Kirchschlag: Kultur in Kirchschlag (abgerufen am 22. August 2011)
  3. Thomas Pürrer: Rock auf der Burg in Kirchschlag (abgerufen am 22. August 2011)

47.50041616.2956Koordinaten: 47° 30′ 1″ N, 16° 17′ 44″ O