Burgruine Obervoitsberg

Burgruine Obervoitsberg
Historischer Kupferstich

Historischer Kupferstich

Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Voitsberg
Geographische Lage 47° 3′ 7,5″ N, 15° 9′ 4,5″ O47.05208333333315.15125481Koordinaten: 47° 3′ 7,5″ N, 15° 9′ 4,5″ O
Höhe: 481 m ü. A.
Burgruine Obervoitsberg (Steiermark)
Burgruine Obervoitsberg
Burgruine mit Weihnachtsbeleuchtung

Die Burgruine Obervoitsberg bildet die Reste der ehemaligen Burg Obervoitsberg. Die heute sichtbaren Mauerteile stammen zum Großteil aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Seit dem 18. Jahrhundert in Verfall, kam die Ruine 1910 an die Stadtgemeinde Voitsberg. Von der Burgruine führt entlang des Ostflügels der ehemaligen Stadtbefestigung ein romantisch angelegter Wanderweg in das Stadtzentrum hinunter.

Inhaltsverzeichnis

Historisches

1103 wurde die uralte Mutterpfarre Piber mit ihren Tochterkirchen und ein großer Teil des Voitsberger Bezirkes durch die Schenkung Herzog Heinrichs III. von Kärnten, eines Sohns des Grafen Markwart von Eppenstein, Eigentum des Stiftes St. Lambrecht.

Ein großer und einträglicher Besitz war somit in geistlicher Hand, wohl auch sehr zur Unzufriedenheit der Grazer Regierung, welche den Mittelpunkt der Straße Graz - Judenburg gerne auch unter ihrer Kontrolle wissen wollte. So entschlossen sich die beiden Untervögte von St. Lambrecht Gottfried von Dürnstein und Konrad von Kienburg 1173 zum Bau dieser Feste und nannten sie Vogtesperch. Bald danach führte der hintergangene Abt von St. Lambrecht einen zehnjährigen Prozess, nach dessen Entscheidung ein gleichwertiges Grundstück andernorts an St. Lambrecht abzutreten war, die Burg jedoch Eigentum des Landesfürsten wurde. Damals war dies Ottokar VIII., der letzte Traungauer.

Die nächsten Besitzer der Burg waren die Babenbergerherzöge Leopold V. 1192 und Leopold VI. 1194, die eigentlichen Gründer Voitsbergs, danach Friedrich der Streitbare 1230. Nach dessen Tod, er fiel 1246 an der Leitha im Kampf gegen die Ungarn, war die Burg die Winterresidenz der Herzogin Gertrudis[1], einer Nichte des letzten Babenbergers.

1250 brach mit dem Tod des Kaisers Friedrich II. eine furchtbare, herrscherlose Zeit an. Das Raubrittertum nahm überhand. 1254 gehörte die Steiermark zu Ungarn, 1260 zu Böhmen. Von 1260 bis 1278 hausten auf der Burg böhmische Söldner.

Auf Befehl des neuen Herrschers Przemysl Ottokar II. musste Herzogin Gertrudis das Land wegen Verbindungen mit seinen Feinden verlassen. 1278 verlor Ottokar auf dem Marchfeld Schlacht und Leben. Nach der Machtübernahme durch die Habsburger kam Obervoitsberg dann wieder in den Besitz des Landesherrn, Rudolf von Habsburgs erstgeborenen Sohn Albrecht.

Von 1283 bis 1626 wurde die Feste durch Vögte und Pfandinhaber verwaltet. Über 100 Jahre verwaltete die Familie Racknitz die Burg. 1626 kaufte Graf Sigmund Wagensberg, der Besitzer des nahen Schlosses Greißenegg, die Feste. Der häufige Besitzerwechsel war die Ursache ihrer argen Vernachlässigung.

1798 wurde die Burg nach einem durch Blitzschlag verursachten Brand aufgegeben.

Neuzeitliche Nutzung

Seit 1960 spielt das Ensemble der Burghofspiele Voitsberg Theater. Im Bereich der Burg befindet sich weiters ein Burgrestaurant.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gertrud von Österreich in Voitsberg