Burgruine Waldstein

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Burg Waldstein
Waldstein 49.jpg
Alternativname(n): Burg Alt-Waldstein
Entstehungszeit: vor 1152
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Bauweise: lagerhaftes, unregelmäßiges Bruchsteinmauerwerk sowie regelloses Bruchsteinmauerwerk
Ort: Deutschfeistritz
Geographische Lage 47° 13′ 50,2″ N, 15° 17′ 4,8″ O47.23060833333315.284663888889Koordinaten: 47° 13′ 50,2″ N, 15° 17′ 4,8″ O
Burg Waldstein (Steiermark)
Burg Waldstein

Die Burg Waldstein, auch Burg Alt-Waldstein[1] genannt, ist eine in Deutschfeistritz in der Steiermark gelegene Burgruine. Ihre Geschichte führt bis auf das 12. Jahrhundert zurück. Sie wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts dem Verfall überlassen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Ruine der Höhenburg steht auf einem, von Osten nach Westen in Richtung des Arzwaldgrabens verlaufenden Ausläufer des Schankkogels nördlich der zu Deutschfeistritz gehörenden Katastralgemeinde Waldstein errichtet. Der Ausläufer fällt nach Norden fast senkrecht und nach Osten und Süden hin weniger steil ab. Der Zugang zur Burg verläuft vom Westen kommend, südlich unterhalb der Burg. Die Burg sicherte den Übergang von der Gleinalpe in das Obere Murtal.[2][1]

Geschichte

Die Burg Waldstein wurde wahrscheinlich gegen Ende des 11. Jahrhunderts von den Hochfreien von St. Dionysen erbaut. Die erste urkundliche Erwähnung als "castrum waldstein" stammt aus dem Jahr 1152. Von 1190 bis 1305 war die Burg ein Besitz der Herren von Wildon. Diesen folgten die Herren von Walsee als Burgherren nach welche die Burg zu einer Feste ausbauten. Die Walseer übergaben den Besitz 1363 den Grafen von Cilli, welche bis 1436 auf der Burg saßen. Nach ihnen ging die Befestigung bis 1468 an die Pernegger. Nach 1468 waren die Windisch-Graetzer Burgherren auf Waldstein, welche die Burg erweiterten und modernisierten. Nach dem Baubeginn des Schlosses Waldstein im ersten Viertel des 16. Jahrhundert schwand die Bedeutung der Burg und man ließ sie verfallen.[3][1]

Der erste Teil der Burganlange wurde wahrscheinlich im 12. oder 13. Jahrhundert im überhöhten nordöstlichen Teil errichtet. Dieser wurde im 14. Jahrhundert durch den Bergfried, die Burgkapelle, den Palas sowie die Ringmauer erweitert. Die Zwingeranlagen stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert.[1]

Gestaltung

Entlang des früheren Zugangsweges zur Burg befinden sich zwei heute nur mehr teilweise erhaltene Tore. Dieser Zugang mündet im südöstlichen Teil der Burg in einen nach Westen hin offenen, annähernd rechteckigen Hof. Im südöstlichen Teil dieses Hofes befindet sich ein Rundturm mit Schlüssellochscharten. Etwas unterhalb des Hofes liegen ausgedehnte Zwingeranlagen welche durch ein Tor erreichbar sind. Nördlich davon befindet sich ein aus der Mauerflucht hervorspringender, rechteckiger Flankierungsturm sowie südlich die Mauerreste eine ehemaligen Wirtschaftsgebäudes. Der Zugang dreht sich im Hof und führt über eine gemauerte Rampe sowie eine heute nicht mehr erhaltene Zugbrücke zu einem weiteren, dritten Tor. Von der Zugbrücke sind nur mehr die Auflagsteine erhalten geblieben. An den östlichen und südlichen Hängen des Burgberges befanden sich früher ausgedehnte Vorwerke.[1]

Die Hauptburg wird im Norden, Osten und Süden von einer teilweise an der Abruchkante des Plateus verlaufenden Ringmauer umgeben während in Westen der dreieckige Bergfried den Abschluss bildet. Im Osten des nördlichen Ringmauerabschnittes wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert ein dreiteiliges Gebäude angebaut. Schutthäufen in diesem Bereich stammen wahrscheinlich von Gebäuden aus dem 12. Jahrhundert. Westlich des befinden sich die Reste der an die Ringmauer angebauten Burgkapelle mit der geosteten, von einer Halbkuppel überwolbten und von drei Rundbogenfenstern erhellte, romanische Apsis. Ihr gotisches Spitzbogenportal mit Muschelkalkgewände steht heute noch. An der nördlichen sowie südlichen Kapellenwand ist je ein schmales, rundbogiges Schlitzfenster in einer schlecht gemauerten Rundbogennische erhalten geblieben. Im Westen ist ein einräumiger Baukörper an die Kapelle angebaut und im Osten befindet sich eine Treppenanlage über welche das Obergeschoss der Kapelle sowie das des angebauten Baukörpers erreichbar war.[2][1]

Die scharfe Kante des dreieckigen und fünfgeschossigen Bergfriedes im Westen der Anlage hat eine 2 Meter dicke Mauer und weist nach außen, in Richtung der Angreifer. Er weist ein lagerhaftes, unregelmäßiges Bruchsteinmauerwerk auf was auf eine Entstehung im 14. Jahrhundert hinweist und diente als reiner Wehrbau. Der ehemalige Zugang zum Turm befand sich im östlichen Teil des zweiten Obergeschosses und erfolgte über den Burghof. Ein Stockwerk tiefer gab es weites eine Pforte welche heute jedoch vermauert ist. Im Erdgeschoss befindet sich heute ein wahrscheinlich aus jüngerer Zeit stammender Mauerausbruch über welchen der Bergfried betreten werden kann. Jedes der Stockwerke wird durch schmale Lichtschlitze erhellt und waren früher durch Leitern oder Holztreppen miteinander verbunden. Keine der Zwischendecken ist erhalten geblieben.[1]

Im kleinen Burghof befindet sich eine Zisterne. Östlich des Bergfriedes befindet sich dreigeschossiges, an die südliche Ringmauer gestellter Saalbau welcher vermutlich der Palas war. An der südlichen Wand des ersten Obergeschosses befinden sich drei breite Fenstern mit Seitensitzen. Die nördliche, westliche und östliche Mauer haben eine Stärke von 40 bis 60 Zentimeter was auf eine ehemalige hölzerne Bohlenstube oder Blockwerkkammer hinweist. Die großen, rechteckigen Fenster des Bauwerkes konnten früher mit hölzernen Schiebeladen verschlossen werden.[1]

Etwas abseits der eigentlichen Burg befinden sich der viereckige Wohnturm, welcher auch als „Hungerturm“ bekannt ist, und eine ihn umlaufende Ringmauer. Dieser kann als Vorburg angesehen werden.[3]

Quellen

  •  Werner Murgg, Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Burgruinen der Steiermark (= B. 2). Ferdinand Berger & Söhne, Wien 2009, ISSN 1993-1263, S. 58–59.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h  Werner Murgg, Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Burgruinen der Steiermark (= B. 2). Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H, Wien 2009, ISSN 1993-1263, S. 58–59.
  2. a b Waldstein. www.steirischer-burgenverein.at, abgerufen am 15. August 2012 (deutsch).
  3. a b Waldstein, Burgruine. www.austria-lexikon.at, abgerufen am 15. August 2012 (deutsch).