Burgruine Wesen

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Burgruine Wesen
Burgruine Wesen heute.jpg
Alternativname(n): Burg Oberwesen
Entstehungszeit: 1138

(erste urk. Erwähnung)

Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine, tw. renoviert, bewohnt
Ort: Graben, Gemeinde Waldkirchen am Wesen
Geographische Lage 48° 26′ 26″ N, 13° 49′ 40″ O48.44055555555613.827777777778Koordinaten: 48° 26′ 26″ N, 13° 49′ 40″ O
Burgruine Wesen (Oberösterreich)
Burgruine Wesen

Die Burgruine Wesen ist eine Burganlage in der Gemeinde Waldkirchen am Wesen in Oberösterreich. Die Burg befindet sich hoch über der Donau, etwas flussabwärts des Markts Wesenufer.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Burgruine Wesen wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert durch die Herren von Wesen erbaut. Ahnherr war ein 1100 genannter Richter von Ort. Sein Sohn Mangold wurde danach mit der Burg belehnt und nannte sich bereits 1116 nach der Burg. Die Wesener waren Ministerialen der Passauer Bischöfe, und ebenfalls im Besitz von Schloss Niederwesen in Wesenufer. Der letzte dieser Familie war Erchanger von Wesen, der am 1. Februar 1322 ohne leibliche Nachkommen starb. Nach Aussterben der Wesner fiel die Burg an Hadamar von Waldeck, der von der Burg Waldeck bei Diersbach stammte. Die Waldecker vereinigten den Besitz in Wesen mit dem von Einburg, heute ein Ortsteil von Raab. Hadamar von Waldeck vermachte die Burg Wesen 1325 dem Hochstift Passau als ewiges Seelgerät, d. h. als ewige Messstiftung für sich und seine Familie. Die Burg wurde in der Folge von Passauer Pflegern verwaltet, wobei der Pfleger Kaspar Albrechtshaimer und sein Sohn Pongraz 1454 und 1457 die Burg auch pfandweise innehatten.

Ab 1540 findet die Verwaltung des Besitzes der Waldecker von der Burg Marsbach aus statt, auch hatte Burg Wesen ihre Bedeutung als Donauschutzburg verloren; das alles begünstigte den Verfall der Burg. Nach der Säkularisierung des Bistums Passau von 1803 wurde die Ruine verkauft.

Ruine Wesen heute

Die ehemaligen Vorburg mit dem Zwinger ist durch den Straßenbau zerstört worden, es finden sich aber noch das Torhaus, Reste des Palas und die Mauern, welche den Burghof umschlossen haben. Der mächtige Rundturm ist bis auf die Grundmauern abgetragen worden. Vor der Burg befindet sich ein tiefer Graben, der früher mit einer Zugbrücke und heute mit einer gemauerten Brücke überspannt wird.

Seit 1960 wird die bis dahin zur Ruine verfallenen Burg als privater Wohnsitz renoviert, wobei nicht immer nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten vorgegangen wurde (z. B. sind Teile der Befestigung mit Sichtbeton wieder hergestellt). Die teilweise wieder hergestellte Ruine ist nur von außen zu besichtigen. Der heutige Besitzer ist Dipl.-Arch. Dr. Broser.

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Aufl. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Herbert Erich Baumert & Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1985, ISBN 3-85030-049-3.
  •  Georg Clam Martinic: Burgen und Schlösser in Österreich. Von Vorarlberg bis Burgenland. Landesverlag im Veritas-Verlag, Linz 1991, ISBN 3-85001-679-1.

Weblinks

  • Eintrag über Wesen in der EBIDAT, der wissenschaftlichen Datenbank des europäischen Burgeninstitituts