Burgstall Wolfsbach

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Burgstall Wolfsbach
Burgstall Wolfsbach heute

Burgstall Wolfsbach heute

Entstehungszeit: um 1100 (erste urk. Erwähnung)
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burgstall, Mauerreste
Ort: Neubodendorf, Gemeinde Katsdorf
Geographische Lage 48° 18′ 46,8″ N, 14° 29′ 20,2″ O48.31300114.488953Koordinaten: 48° 18′ 46,8″ N, 14° 29′ 20,2″ O
Burgstall Wolfsbach (Oberösterreich)
Burgstall Wolfsbach

Der Burgstall Wolfsbach ist ein Burgstall im Ortsteil Neubodendorf der Gemeinde Katsdorf im Bezirk Perg im Mühlviertel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Höhenburg ist nach dem unterhalb vorbeifließenden Wolfsbach benannt. Ausgrabungen von Franz Gindlstrasser, Alfred Höllhuber und Leopold Mayböck deuten darauf hin, dass der Burghügel bereits seit der Steinzeit besiedelt war.

Die Burg soll Sitz der Hochfreien von Chazilinisdorf gewesen sein, über dieses Geschlecht ist aber nur Weniges bekannt. So wird im Traditionskodex des Klosters Suben um 1035 ein Chazili bzw. ein advocatus Chazilinus genannt. Ebenso wird im Traditionskodex des Klosters St. Nikola von Passau öfters der Name Chazilie bzw. Chazile erwähnt. 1125 wird durch den Passauer Bischof Reginmar eine Schenkung des heriman de chazilinistdorf an das Kloster St. Florian bestätigt. Dieses Geschlecht hat in Katsdorf die erste Kirche errichten lassen, die im Jahr 1116 durch den Passauer Bischof Udalrich I. geweiht wurde. Die Namen der Herren von Katsdorf scheinen noch mehrmals als Zeugen in verschiedenen Urkunden auf; 1159 ist ein herman de chazelinistorf Zeuge eines Tauschvertrages sowohl des Klosters Wilhering wie auch des Klosters St. Peter, um 1170 bezeugt ein marquardurs de Kazilinisdorf eine Schenkung an das Kloster Aldersbach.

Die mittelalterlichen Funde vom Burgplatz stammen aus dem späten 11. bis zum 12. Jahrhundert. Wann die Burg abgekommen ist, bleibt ungewiss. Auch die Herren von Katsbach werden nach 1170 nicht mehr genannt.

Burgstall Wolfsbach heute

Planskizze des Burgstalls Wolfsbach nach Leopold Mayböck vom Mai 1984

1984 fanden mit Unterstützung des Besitzers des Neuwirthgutes, Josef Gusenbauer, Grabungen am Burgberg statt. Dabei kamen Teile einer romanischen Burgmauer aus kleinen Steinquadern zum Vorschein. Die Außenseite des Burggrabens bestand aus einem Wall aus lehmigem Sand. Nach den vorhandenen Mauerresten muss die Burg 40 mal 20 Meter groß gewesen sein. Ein Teil der Burg ist durch einen Steinbruch abgekommen. Der heutige Bestand misst etwa 25 mal 17 m. Der Palas wird in der Südwestecke oberhalb eines felsigen Steilabhangs vermutet. Auf der Nordost-Ecke stand vermutlich ein quadratischer Bergfried. Innerhalb der Wehrmauern befanden sich noch weitere Gebäude (z.B. ein Pferdestall). Die Mauerreste lassen noch heute eine Burgmauer und einen dazugehörigen Graben erkennen. Auch auf dem oberhalb gelegenen Burgplatz sind noch Mauerreste erkennbar.

Der Bauernhof Burgberg bzw. heute Neuwirth ist in den oberösterreichischen Stiftsurbaren seit dem 15. Jahrhundert bezeugt, wobei Abgaben der Güter von Wolfsbach bereits in den Babenberger Urbaren von 1220-1240 genannt sind. Das Bauerngut Neuwirth dürfte der zur Burg gehörende Meierhof gewesen sein.

Bildergalerie

Literatur

  • Alfred Höllhuber; Leopold Mayböck: Der ehemalige Sitz der Herren von Katsdorf. 1984, unveröffentlichter Bericht.
  •  Christian K. Steingruber: Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches von Norbert Grabherr. Ober-Österreichisches Landesarchiv, Linz.

Weblinks

 Commons: Burgstall Wolfsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien