CARE-Paket

Der Inhalt eines CARE-Paketes in Westdeutschland im Jahr 1948
Verteilung von CARE-Paketen 1954 in Deutschland
Deutschland in den ersten Nachkriegsjahren - Westberliner Kind mit einem amerikanischen CARE-Lebensmittelpaket. (Aufnahme: Oktober 1948)

CARE-Pakete sind Nahrungsmittelpakete, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Rahmen von amerikanischen Hilfsprogrammen nach Europa, insbesondere Deutschland und Österreich, geschickt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen von Menschen ohne Nahrung, Kleidung und Medikamente waren, gründeten am 27. November 1945 in den USA 22 Wohlfahrtsverbände die private Hilfsorganisation CARE („Cooperative for American Remittances to Europe“), um Hilfsaktionen für Europa koordinieren zu können. Auch die US-Armee beteiligte sich und stellte aus ihren Depots erste Lebensmittellieferungen zur Verfügung. Das Verbot, Hilfslieferungen nach Deutschland zu senden, endete im Dezember 1945 und ab dem 5. Juni 1946 war es auch möglich, CARE-Pakete zu schicken.[1] Die ersten Pakete trafen im August 1946 im Hafen von Bremen ein. Die meisten wurden von US-Bürgern an Verwandte geschickt.

Fast zehn Millionen CARE-Pakete erreichten zwischen 1946 und 1960 Deutschland, Österreich und andere europäische Staaten.[2] Im März 1947 begann CARE, Pakete zu verschicken, deren Inhalt die Organisation selbst zusammenstellte. Sie enthielten mehr Fleisch, mehr Fett und mehr Kohlenhydrate. Der Nährwert eines dieser Pakete betrug etwa 40.000 Kilokalorien.

Inhalt eines CARE-Pakets

Das Standard-CARE-Paket enthielt[3]

1 Pfund Rindfleisch in Kraftbrühe
1 Pfund Steaks und Nieren
½ Pfund Leber
½ Pfund Corned Beef
¾ Pfund „Prem“ (Fleisch zum Mittagessen, ähnlich dem heutigen Frühstücksfleisch)
½ Pfund Speck
2 Pfund Margarine
1 Pfund Schweineschmalz
2 Pfund Zucker
1 Pfund Honig
1 Pfund Schokolade
1 Pfund Aprikosen-Konserven
½ Pfund Eipulver
2 Pfund Vollmilch-Pulver
2 Pfund Kaffee
1 Pfund Rosinen

Literatur

  • Volker Ilgen: CARE-Paket & Co. Von der Liebesgabe zum Westpaket. Primus, Darmstadt 2008, ISBN 3-896-78344-0.
  • Christian Härtel, Petra Kabus (Hrsg.): Das Westpaket. Geschenksendung, keine Handelsware. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-221-2.
  • Eckart Roloff: 'Lasst sie nicht allein!' Paketkampagnen zwischen menschlicher Hilfe und politischen Zielen. In: Das Archiv. Magazin für Kommunikationsgeschichte. Heft 3/2009, ISSN 1611-0838, S. 6–13.
  • CARE. Ein Paket mit Zukunft. Iatros, Nierstein/Rhein 2005, ISBN 978-3-937439-01-3.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Food relief shipments to Germany were prohibited by the Allies until December 1945, since "they might tend to negate the policy of restricting the German standard of living to the average of the surrounding European nations". "CARE package shipments to individuals remained prohibited until 5 June 1946". The U.S. Army In The Occupation of Germany 1944-1946 by Earl F. Ziemke Footnote 13 to chapter 23, Further referenced to: (1) Memo, European Section Theater Group, OPD, for L & LD, sub: Establishment of Civilian Director of Relief, 8 Dec 45, in OPD, ABC 336 (sec. IV) (cases 155- ) . (2) OMGUS, Control Office, Hist Br, History of U.S. Military Government in Germany, Public Welfare, 9 Jul 46, in OMGUS 21-3/5.
  2. http://www.care.de/fileadmin/redaktion/mitarbeit/schulen/Luftbruecke/PDFs/Care-Paket-280306.pdf
  3. http://www.care.de/care-paket.html