Café Herrenhof

Café Herrenhof, Damensalon (1914) [1] [Anm. 1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Café Herrenhof war ein Kaffeehaus in Wien, das 1918 eröffnet wurde. Es befand sich in der Herrengasse 10 im Ersten Bezirk. Das Gebäude, in dem es sich befand, wurde 1913 von Viktor Siedek erbaut. In den beiden obersten Geschoßen befand sich die Reformschule der Pädagogin Eugenie Schwarzwald. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg – und nach dem Tod von Peter Altenberg – machten viele Wiener Schriftsteller, die zuvor das Café Central und das Café Museum aufgesucht hatten, das Café Herrenhof zu ihrem Stammsitz, wobei sie vor allem das Hinterzimmer bevorzugten. In den 1920er Jahren war die Blütezeit des Cafés. Zu dessen Stammgästen gehörten u.a.:

Franz Blei, Hermann Broch, Hugo von Hofmannsthal, Friedrich Eckstein, Otto Gross, Milena Jesenska, Egon Erwin Kisch, Anton Kuh, Robert Musil, Leo Perutz, Otto Pick, Walther Rode, Joseph Roth, Hugo Sperber, Hilde Spiel, Otto Soyka, Friedrich Torberg und Franz Werfel.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde der jüdische Besitzer enteignet und das Café „arisiert“. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte es eine zweite, kurze Blütezeit unter dem früheren Oberkellner Albert Kainz. Nach der Schließung des Cafés 1961 wurde dann das Café Hawelka der „Szene-Treffpunkt“. Das Café Herrenhof wurde 1967 als eine Art Espresso wiedereröffnet, schloss jedoch am 30. Juni 2006 für immer seine Pforten.

Friedrich Torberg hat in seinem Erzählband Die Tante Jolesch oder der Untergang des Abendlands in Anekdoten die Atmosphäre des Cafés verewigt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Stefan Fayans: Cafe Herrenhof: GesamtausgabeDer Architekt, Jahrgang 1919, S. 73 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/arc

Anmerkungen

  1. Innenraumgestaltung: Architekt Stefan Fayans. – Siehe: Stefan Fayans. In: Architektenlexikon Wien 1770–1945. Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien. Wien 2007.

48.21027777777816.365833333333Koordinaten: 48° 12′ 37″ N, 16° 21′ 57″ O