Ches Themann

Ches Themann (* 1954 in Warschau) ist ein österreichischer Opernregisseur und Pädagoge für Musiktheater.

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Leben

Geboren wurde Themann in Warschau als Sohn einer altösterreichischen Künstler- und Diplomatenfamilie aus Wien, Prag und Lemberg. Seine Kindheit verbrachte er in Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz, bevor sich seine Eltern in Wien niederließen, wo er vorerst die Vienna International School besuchte, bevor er an das Amerlinggymnasium überwechselte, wo er ersten Musikunterricht bei dem namhaften österreichischen Komponisten Horst Ebenhöh erhielt. Nach der Matura am neusprachlichen Gymnasium in Salzburg studierte er Musiktheorie, Gitarre, Instrumental- und Gesangspädagogik, sowie Dirigieren und Musiktheaterregie am Mozarteum, sowie Musikwissenschaft an der Universität Salzburg. Zu seinen Lehrern gehörten dabei Komponisten wie Cesar Bresgen, Franz Richter-Herf, Ernst Ludwig Leitner und Helmut Eder. Ein weiterer Komponist, Gerhard Wimberger war sein Lehrer für Dirigieren, seine Ausbildung zum Regisseur erhielt er bei Robert H. Pflanzl (Sohn des berühmten Bassisten, Schüler und Assistent des bedeutenden deutschen Regisseurs Günther Rennert).

Neben seinen Studien übernahm Themann bereits eine erste Position als Regieassistent beim Salzburger Fest in Hellbrunn, wo er über Jahre hindurch als letzter Assistent des Regisseurs und Theatererneuerers Oscar Fritz Schuh tätig sein konnte. Weitere Lehrjahre verbrachte er als Assistent u.a. von Wolfgang Glück, Imo Moszkowicz, Ernö Weil, Günther Könemann, Wolfgang Weber, Wolfgang Kersten, John Cox, sowie in Italien Vera Bertinetti und Renzo Giacchieri. 1982 erhielt Themann gleich nach dem Abschluss seiner Studien sein erstes Engagement als Regieassistent an das Landestheater Salzburg unter der Intendanz von Federik Mirdita. Diese Position ermöglichte ihm bereits eine erste Tätigkeit bei den Salzburger Festspielen, wo er bis 1986 bei zahlreichen Opernproduktionen die Abendspielleitung innehatte. Weitere Aufträge in ähnlichen Positionen führten ihn parallel zum Carinthischen Sommer Ossiach, sowie als Spielleiter von Neueinstudierungen bereits zu internationalen Opernhäusern und Festivals wie dem Teatro Filarmonico Verona und der Arena Sferisterio in Macerata.

Seit 1986 hatte er am Salzburger Landestheater die Positionen eines Szenischen Studienleiters und Disponenten für den szenischen Dienst im Betriebsbüro, sowie des Spielleiters für Musiktheater inne, in der er zahlreiche Neueinstudierungen und Wiederaufnahmen für den Spielbetrieb in allen Salzburger Spielstätten aufbereitete (genannt seien Die Fledermaus im Gr. Festspielhaus, Hermann Preys Figaro im Landestheater, sowie Mozarts "Il Re Pastore" für die Salzburger Mozartwoche). Nach Beendigung seines Vertrages am Landestheater war er 2 Jahre szenischer Leiter von Operntourneen für die Agentur Jungbluth (1991 durch Japan zum Mozartjahr, sowie 1992 nach Bilbao und Sevilla aus Anlass der Weltausstellung). Seither ist Themann sowohl als Regisseur als auch als Lehrer international als Gast tätig. Von 1996 bis 2010 leitete er die Agenden für Wissenschaft und Kunst am Honorarkonsulat der Republik Polen in Salzburg und rief dabei zahlreiche Kooperationen und Projekte zwischen österreichischen und polnischen Kulturinstitutionen ins Leben. 2002 zeichnete er im Rahmen dieser Funktion für die Organisation der Salzburger Veranstaltungen zum Polenjahr 2002 in Vorbereitung des polnischen EU-Beitritts verantwortlich.

Lehre, Publikationen, Gründungen

Ches Themann entwickelte eine eigene neue Methodik für darstellerische Mittel für das Musiktheater. Diese Methodik entwickelte er an der Sommerakademie in Fermo und präsentierte sie der Fachwelt an der Internationalen Sommerakademie Mozarteum.

  • Landesmusikschulwerk Salzburg (incl. Lehrerfortbildung)
  • Accademia Internazionale d'Estate di Fermo
  • Internationale Sommerakademie Mozarteum Salzburg
  • Opernstudio des Theatre National du Luxembourg 2002
  • Universität Mozarteum Salzburg (Gastsemester 2008)
  • Gastkurse in den Gesangsklassen der Privat-Musikuniversität Wien, Prayner-Konservatorium Wien, Lehrervereinigung St. Gallen. u.a. mit Gesangsprofessoren wie Manfred Equiluz, Patricia Wise, Norman Shetler, Helena Lazarska.

Im Rahmen sowohl seiner Regie- als auch Lehrtätigkeit entstanden zahlreiche Publikationen für Programmhefte, Festivalalmanache und pädagogische Schriften. Buchpublikation als Mitherausgeber und Coautor: Keinem seine Gestalt, Pustet 1997 (als Endergebnis einer Gasttätigkeit als Vortragender und Gastkritiker an der ETH Zürich am Inst.f.Architektur u. Städteplanung).

Im Dezember 2o11 gründete er mit Kollegen das Ensemble "Szene XX - The New Chamber Opera of Europe" mit Sitz in Wien, die europaweit die kleinformatigen Genres des Musiktheaters pflegen und fördern, sowie sie für die Verwendung in der Lehre wieder zugänglich machen soll.

Ausgewählte Regiearbeiten

Klassisches Repertoire
  • Mozart: Die Liebesprobe (zusammen mit den weltlichen Kantaten von J.S.Bach) - szen. EA, Stadttheater Gmunden 1989
  • Georg Kreisler: Heute abend - Lola Blau (Landestheater Salzburg, 1990)
  • Peter Handke: Über die Dörfer (Erstaufführung nach der UA bei den Salzburger Festspielen) - klagenfurter ensemble 1992
  • Peter Maxwell Davies: Das Medium (Neue Oper Wien im Jugendstiltheater 1993)
  • Mozart: Die Zauberflöte (Nationaltheater Presov, Slowakei, 1994)
  • Luigi Dallapiccola: "Der Gefangene" und "Nachtflug" (österr. EA) Neue Oper Wien/Festival Klangbogen, Semperdepot des Theaters an der Wien 1998
  • Udo Zimmermann: Die weiße Rose & Viktor Ullmann: Der Kaiser von Atlantis (Stadttheater St. Gallen 1999/2ooo)
  • Verdi: Il Trovatore (Opernhaus Rijeka 2ooo und 2oo5)
  • Händel: Almira (Donaufestwochen Grein 2oo9 - Händels erste Oper HWV 1 als Beitrag zum Händeljahr in einer eigenen Spielfassung und Einrichtung)
Uraufführungen

Ches Themanns Arbeiten stehen unter dem Eindruck, den die zahlreichen Konponisten unter seinen Lehrern hinterlassen haben. Dadurch ist er mit den Komponisten seiner Zeit und Generation in Kontakt geblieben. Zahlreiche Uraufführungsinszenierungen waren die Folge. Seine Inszenierung der Uraufführung von Franz Hummels "An der schönen blauen Donau" (nach Ödön v. Horvath) bei den Frankfurt Festen wurde 1994 von der Zeitschrift Opernwelt zur besten Uraufführung des Jahres gewählt.

  • Klemens Vereno: Il Cor Mangiato (Salzburg 1979)
  • Cesar Bresgen: Salzburger Passion (Salzburg 1983). Diese Inszenierung wurde 1984 vom ORF als Spielfilm an den Originalschauplätzen der Handlung verfilmt.
  • Robert Stolz: Wiener Café (in Zusammenarbeit mit der Familie des Komponisten zu seinem 110. Geburtstag): Staatstheater Breslau 1990
  • Axel Seidelmann: Hiob (Neue Oper Wien, Festival Klangbogen 1994)
  • Hans Zinkl: Music for a while (Stadttheater Wels 1994)
  • Kurt Böhm: Das kalte Herz (Opernhaus Kiel 1995)
  • Michael Hazod: Asyl (Anton Bruckner Centrum Ansfelden, dem Geburtsort von Anton Bruckner, 2001)
  • Erling Wold: Pontius Pilatus (Theateraufstand Wels 2002)

Weblinks