Claude-Louis-Hector de Villars

Marschall Villars (1653–1734), Gemälde von Hyacinthe Rigaud

Claude-Louis-Hector de Villars, prince de Martigues, marquis et duc de Villars et vicomte de Melun (* 8. Mai 1653 in Moulins (Allier); † 17. Juni 1734 in Turin), Marschall von Frankreich, war einer der größten und berühmtesten Generale der französischen Geschichte und einer von nur sieben General-Marschällen von Frankreich.

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Leben

Villars wurde jung Page Ludwig XIV.. Er nahm 1672–1679 an den Feldzügen in den Niederlanden und am Rhein teil, zuletzt als Oberst eines Reiterregiments, und kämpfte dann unter dem Kurfürsten von Bayern in Ungarn gegen die Türken. Nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er maréchal de camp (Generalmajor).

1692 befehligte er im Gefecht von Pforzheim, 1693 in Flandern in Abwesenheit des Marschalls Boufflers, dann in Deutschland. Nach dem Rijswijker Frieden (1697) ging er als Gesandter nach Wien. 1701 erhielt er anfangs ein Kommando in Italien, dann in Deutschland. Am 14. Oktober 1702 trennt er sich in der Schlacht bei Friedlingen gegen den Markgrafen Ludwig von Baden unentschieden. Nach der Schlacht riefen ihn seine Soldaten zum Marschall aus und der König bestätigte die Berufung 15 Tage später.[1]

1703 siegte er mit dem Kurfürsten von Bayern in der Schlacht von Höchstädt, geriet jedoch mit dem Kurfürsten in Zwiespalt, weshalb er abberufen und zur Dämpfung des Aufstandes in den Cevennen verwendet wurde, wo er durch Klugheit und Milde 1704 den Abschluss eines Friedens zustande brachte.

Nach den furchtbaren Niederlagen der französischen Armee 1704–1708 mit dem Oberbefehl in den Niederlanden betraut, verlor er zwar 1709 die Schlacht bei Malplaquet, siegte aber 1712 bei Denain. 1713 befehligte er im Elsass und in Deutschland und zwang Landau und Freiburg im Breisgau zur Übergabe, worauf er mit dem Prinzen Eugen den Rastatter Frieden verhandelte.

Marschall Villars während der Schlacht bei Denain, 1712

Unter der Regentschaft wurde er 1715 zum Präsidenten des Kriegsrats und 1718 zum Regierungsmitglied und Staatsminister ernannt, nahm aber an den Verhandlungen wenig Anteil. Bereits 80 Jahre alt, erhielt er 1733 den Oberbefehl in Italien, mit der Würde eines General-Marschalls. Villars traf am 11. November im Lager von Pizzighettone ein und nahm diesen Platz zwölf Tage nach Eröffnung der Laufgräben. Er starb am 17. Juni 1734 auf der Rückreise in Turin.

Seine Memoiren wurden von Vogüé herausgegeben (Paris 1884–1887, 2 Bände). Sein Leben beschrieben Anquetil (Paris 1784, 4 Bände), Giraud (das. 1881) und der Marquis de Vogüé (das. 1888, 2 Bände).

Sein Bruder Armand, comte de Villars machte sich im spanischen Erbfolgekrieg 1707 durch die Eroberung von Menorca bekannt. Er starb am 20. August 1712.

De Villars Sohn Honoré-Armand, duc de Villars, prince de Martigues, geb. 4. Dezember 1702, war Brigadier, Mitglied der Akademie und Gönner Voltaires. Er starb im Mai 1770 ohne männliche Nachkommen.

Siehe auch

  • Maréchal de Villars ließ das Schloss Larochemillay erbauen.
Wappen von Villars in Schloss von Vaux-le-Vicomte

Literatur

  • Anquetil: Vie du Maréchal Duc de Villars, 4 Bände; Paris: Moutard, 1784
  • Melchior de Vogüé: Le Maréchal de Villars, d’après sa correspondance et des documents inédits, 2 Bände; Paris 1888
  • Henri Carre: Le maréchal de Villars, homme de guerre et diplomate dédicacé; Paris: Hachette, 1936
  • Philippe Le Bas: L’Univers. France, annales historiques; Paris 1840–1843

Einzelnachweise

  1. Le Bas, S. 76 ff.

Weblinks

 Commons: Claude-Louis-Hector de Villars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Daniel-Voysin de la Noiraye Kriegsminister von Frankreich
1. Oktober 1715–24. September 1718
Claude le Blanc