Cornelius Hintner

Cornelius Hintner (* 30. Mai 1875 in Bozen; † vermutlich 1922) war ein österreichischer Filmregisseur, Maler und Zeichner.

Leben

Er war das zweite Kind der Aloisia Wichtl aus der Bozener Erbsengasse 12.

Hintner arbeitete nach seiner Ausbildung an einer Kunstakademie in seiner Heimatstadt Bozen als Maler und Zeichner. Als vielseitiger Künstler fertigte er z. B. Gebäudezeichnungen für seine Heimatstadt Bozen an aber auch Gemälde von Frauen, die er oftmals in lasziven Posen oder exotischem Outfit darstellte (etwa als Spanierin oder als Bauchtänzerin).

Zwischenzeitlich in Berlin ansässig, erhielt er am 9. September 1911 im Rahmen einer Prüfung seine Flugzeugführerlizenz – als 110. Person im Deutschen Reich – für einen Albatros-Zweidecker. Um 1911 wohnte er in Halberstadt wo er Flugversuche mit einem selbstgebautem Flieger unternahm. Anschließend begann sich Hintner für die Kinematographie zu interessieren. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde er für die Firma Pathé als Kameramann aktiv, für die er Natur- und Landschaftsfilme gemacht haben soll. Außerdem wirkte er als Fotograf für Aktualitäten. In diesem Zusammenhang wurde er auch als Kriegsberichterstatter bei den Balkankriegen (1912/13) eingesetzt, an denen die bulgarische Armee beteiligt gewesen war.

Anschließend drehte Hintner in Ägypten und an der Riviera das dreiaktige Sensationsdrama Unter Palmen und ewigem Eis, zu dem er auch das Drehbuch verfasste. Bei Kriegsausbruch 1914 kehrte er nach Österreich-Ungarn zurück. Die Kriegsjahre Hintners sind derzeit weitgehend nicht rekonstruierbar. Er lebte bis Januar 1916 in Mödling, dann fünf Monate lang in Wien und zog im Juni 1916 ins nahe gelegene Weidlingau um. Vermutlich war er zu dieser Zeit wieder künstlerisch (etwa als „akademischer Maler“, wie er sich selbst bezeichnete) tätig.

Gegen Ende des Krieges fand er sich in Budapest ein, wo er als Filmregisseur zu arbeiten begann. Hintner entdeckte dort die schauspielerisch bislang unerfahrene Carmen Cartellieri, die er regelmäßig in seinen Inszenierungen besetzte, auch bei seiner Übersiedelung nach Wien Ende August 1919 infolge der kommunistischen Kurzzeitherrschaft in Ungarn. In der österreichischen Hauptstadt inszenierte er mit Cartellieri Anfang der 1920er Jahre vor allem Hochgebirgsdramen. Besonders das 1920 inszenierte und 1922 uraufgeführte Kriminal- und Familiendrama Die Würghand war ein großer Erfolg. Die Autorin Ida Jenbach zeichnete meist für die Drehbücher von Hintners österreichischen Filmen verantwortlich. Kurz nach seinen beiden letzten Filmen, die für die Produktionsfirma Techne-Victoria-Film inszenierten Produktionen Die Sportlady und Töte sie!, erneut mit Carmen Cartellieri in der weiblichen Hauptrolle, verschwand Hintner aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Ab Mitte September 1922 ist er in Wien nicht mehr nachweisbar. Vermutlich starb er noch im selben Jahr, auf jeden Fall aber vor 1927. Cornelius Hintner hat für seine Filme auch die Werbeplakate mit Carmen Cartellieri entworfen und gemalt.

Filme als Regisseur

  • 1914: Unter Palmen und ewigem Eis (auch Kamera, Drehbuch)
  • 1917: Az ösember
  • 1918: Havasi szerelem
  • 1918: Lili
  • 1918: A bosszú
  • 1918: A cigánleány
  • 1918: Nebántsvirág
  • 1919: A Teherán gyöngye
  • 1919: Anjula, das Zigeunermädchen
  • 1920: Die Würghand (auch Drehbuch)
  • 1920: Das Drama in den Dolomiten
  • 1921: Der weiße Tod (auch Co-Drehbuch)
  • 1921: Die Sportlady
  • 1922: Töte sie!

Weblinks