Das Mirakel (1912)

Filmdaten
Originaltitel Das Mirakel
Produktionsland Deutschland
Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1912
Länge 30 Minuten
Stab
Regie Cherry Kearton,
Max Reinhardt
Drehbuch Karl Vollmöller,
Joseph Menchen,
Michel Carré
Produktion Max Reinhardt
Musik Engelbert Humperdinck
Kamera H. Jeapes,
W. Jeapes
Besetzung
  • Maria Carmi: Madonna
  • Douglas Payne: Ritter
  • Ernst Matray: Minnesänger
  • Josef Klein: König
  • Ernst Benzinger: Graf der Räuber
  • Agathe Barcesque: Äbtissin
  • Alfred König: Lahmer
  • Theodore Rochol: Sohn des Königs
  • Marie von Radgy: Der alte Messner
  • Florence Winston: Megildis, Nonne
  • Ernst Lubitsch

Das Mirakel ist ein schwarzweißer Stummfilm aus dem Jahr 1912. Die österreichisch-deutsche Koproduktion basiert auf dem Bühnenwerk Das Mirakel von Karl Gustav Vollmoeller.

Im selben Jahr entstand eine weitere Filmversion des Stoffes unter dem Titel Das Marienwunder – Eine alte Legende.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Die Handlung basiert auf einer mittelalterlichen Marienlegende, die in ihrer Urform bei Caesarius von Heisterbach im Dialogus miraculorum zu finden ist. Es geht um die Beziehung einer jungen Nonne zur Jungfrau Maria. Ein strahlender junger Ritter entführt die Nonne, für die damit eine Odyssee über mehrere Jahre beginnt, die mit zahlreichen Erniedrigungen und großem Leid angefüllt ist. Währenddessen vertritt die Jungfrau Maria die Nonne und versieht deren Dienst im Kloster. Als die Nonne schließlich gebrochen und gealtert zurückkehrt, tauschen Maria und sie ihre Rollen. Im Gegensatz zur mittelalterlichen Legende spielt hier das Jesuskind eine wichtige Rolle. Die unbefleckte Empfängnis wird uminterpretiert, indem das Baby der Nonne durch die Heilige Jungfrau an Kindes statt angenommen wird.

Hintergrund

Angesichts des überwältigenden Publikumserfolgs der Singspielvorlage entschloss sich Vollmoeller 1912, den Stoff zu verfilmen. Dazu überarbeitete er das Stück und kürzte die Szenenfolge von 4 auf 2 Stunden. Im Anschluss an die Wiener Aufführungen im September 1912, begannen in der Umgebung Wiens die Dreharbeiten.

Max Reinhardt, der als Regisseur fungieren sollte, überwarf sich mit dem amerikanischen Produzenten Joseph Menchem, weshalb der Franzose Michel-Antoine Carre einsprang und Regie führte.

Der Film hatte am 28. Dezember 1912 in London, im Covent Garden Royal Opera House Weltpremiere. Am 13. Februar 1913 folgte die USA Premiere in New York. Erst am 15. Mai 1914 erfolgte die deutsche Premiere in Berlin.

Der Film, der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als verschollen gilt, war für seine Zeit ein bemerkenswertes Kunstwerk. Zum einen wurde er nicht im Studio sondern an verschiedenen Lokalitäten (Burg, Dorf, Kirche, Wald) gedreht, zum anderen kam er in Farbe (handkoloriert) und mit Ton (Live-Orchester und Chor) in die Kinos. Anlässlich jeder Premiere wurden die Räumlichkeiten wie für ein Theaterstück mit aufwändigem Bühnenbild versehen.

Rezeptionsgeschichte und Wirkung

Die Wirkungsgeschichte des Films reicht von der Londoner Weltpremiere 1912 über die US-Premiere 1913 sowie die Deutschlandpremiere 1914. Danach entwickelte sich der Film zu einem Longseller, der vornehmlich in Deutschland und Österreich-Ungarn während des Weltkriegs 1914–1918 und danach immer wieder bis Ende der Zwanziger Jahre gezeigt wurde. Angesichts der Weltwirtschaftskrise 1929 zerschlugen sich die Pläne der Hollywoodstudios, unter Mitwirkung Vollmoellers und Reinhardts, eine Tonverfilmung des Stoffes zu produzieren. Erst 1959 ließ Hollywood „The Miracle“ in einer verkitschten Version als Tonfilm wieder auferstehen.

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