Daun-Kaserne

Daun-Kaserne

Die Daun-Kaserne in Wiener Neustadt in Niederösterreich wurde von der deutschen Wehrmacht von 1939 bis 1940 als Lehrgangsgebäude im Akademiepark südlich der Burg errichtet.

Die Kaserne wurde auf dem Areal eines Schwimmbades errichtet. Die weitläufige dreigeschossige Anlage hat im Norden zwei Innenhöfe und gegen Süden einen offenen Ehrenhof. Zum Burgplatz hat die Fassade einen Eingangsrisalit mit Rundbögen. Die Fenster haben eine Steinrahmung. Das Foyer und der Festsaal wurde mit monumentale Steinsäulen gestaltet.

Das während der Krieges beschädigte Gebäude wurde von 1948 bis 1949 instand gesetzt und ab 1950 den städtischen Schulen zur Verfügung gestellt. Nachdem 1956 Wiener Neustadt wieder Garnison wurde, begann etappenweise die Räumung des Gebäudes, um es dem österreichischen Bundesheer zur Verfügung zu stellen, welches am 14. September 1956 einzog. Da das Feldjägerbataillon 1, das von Graz hierher verlegt wurde, zuerst einzog, wurde das Lehrgangsgebäude nun Feldjägerkaserne genannt. Wenige Tage nach dem Einrücken der ersten Wehrpflichtigen rückte die Truppe wegen des Volksaufstands in Ungarn ins Burgenland zur Grenzsicherung aus. Zwischen dem 15. und 20. Dezember 1956 wurde das Feldjägerbataillon an seine Standorte und damit auch nach Wiener Neustadt zurückverlegt. Während der nächsten Jahre wurden hier verschiedene Einheiten stationiert beziehungsweise aufgestellt.

Am 20. Dezember 1966 wurde die Kaserne nach dem im 18. Jahrhundert lebenden Feldmarschall Leopold Joseph Graf Daun in Daun-Kaserne benannt. Heute wird die Daun-Kaserne als Schulbataillon mit zwei Kompanien geführt.

Die A-Kompanie bildet das Bundesrealgymnasium für Berufstätige (Soldaten) (BRGfB). Dort wird es Soldaten ohne Matura ermöglicht, nach erfolgreichem Abschluss des Chargenkurses die Matura nachzuholen, um eine Offizierskarriere an der Theresianischen Militärakademie einschlagen zu können. Die B-Kompanie bildet das Militärrealgymnasium (MilRG), in welchem Zöglinge beiderlei Geschlechts ein Bundesoberstufenrealgymnasium als Internat mit begleitender soldatischer Ausbildung besuchen können.

Literatur

  • Rudolf F. Marwan-Schlosser: Kasernen, Soldaten, Ereignisse. Kasernen und militärische Einrichtungen in Wiener Neustadt, Bad Fischau, Wöllersdorf, Katzelsdorf, Felixdorf-Grossmittel-Blumau. Weilburg-Verlag, Wiener Neustadt 1983, Seiten 44f, ISBN 3-900100-09-8.
  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Niederösterreich südlich der Donau. Teil 2. M bis Z. Wiener Neustadt. Akademiepark. Bauten im Akademiepark. Daun-Kaserne. Bundesdenkmalamt, Verlag Berger, Horn / Wien 2003, ISBN 3-85028-365-8, Seite 2649.

Siehe auch

47.808716.24547Koordinaten: 47° 48′ 31″ N, 16° 14′ 44″ O