Daunschlössl

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Daunschlössl
Daunschlössl im Winter 2011/12

Daunschlössl im Winter 2011/12

Alternativname(n): Weingartenschlössel, Villa Berta
Entstehungszeit: 1139 (erste urk. Erwähnung) als Wehrturm, 1529 Umbau zum Sommersitz des Domkapitels
Erhaltungszustand: renoviert, bewohnt
Ständische Stellung: Eigentum des Domkapitels zu Salzburg, heute Eigentum des Amtes der Salzburger Landesregierung
Ort: Ortsteil Nonnberg von Salzburg
Geographische Lage 47° 47′ 32,6″ N, 13° 2′ 35,9″ O47.79237694569813.043306171894Koordinaten: 47° 47′ 32,6″ N, 13° 2′ 35,9″ O
Daunschlössl (Land Salzburg)
Daunschlössl

Das Daunschlössl, auch unter den Namen Weingartenschlössel oder Villa Berta bekannt, ist ein Gebäude in der österreichischen Stadt Salzburg. Es steht an der Stelle eines mittelalterlichen Wehrturms, war in seiner jetzigen Form ursprünglich im Besitz des Salzburger Domkapitels und wechselte später öfters den Besitzer. Das Daunschlössl befindet sich in der Brunnhausgasse 29 im Stadtteil Nonntal und wurde zuletzt zu Wohnzwecken genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Hier befand sich das urkundlich erstmals 1139 erwähnte Gut Weingarten des Salzburger Domkapitels. Der Dompropst und letzte Salzburger Gegenerzbischof, Christoph Ebran von Wildenberg, hatte 1480 im bereits bestehenden Weingarten einen Turm errichten lassen. Dieser Wehrturm hatte die Ausmaße von 13 × 13 Metern. Im Erdgeschoss war ein großer Saal mit zwei Säulen, die die Gewölbedecke trugen. Vermutlich gab es ein Obergeschoss. Bei archäologischen Grabungen 2010/2011 wurden Reste dieses Wehrturms entdeckt sowie keramisches Fundmaterial, Münzen, Buntmetallbeschläge und Reste von Ofenkacheln aus dem Mittelalter und der Frühneuzeit sichergestellt. Daneben wurden Grundmauerreste eines kleineren, rechteckigen Gebäudes gefunden. Das scheint noch älter als der quadratische Bau zu sein. Es dürfte sich dabei ebenfalls um Reste einer Wehranlage handeln.[1]

Nach dem verlorenen Streit mit Kaiser Maximilian I. und seiner Exkommunikation durch den Papst musste Christoph Ebran von Wildenberg diesen Turm abtragen lassen.

1529 ließ das Domkapitel den bestehenden Bau zu einem Sommersitz für den jeweils zweitältesten Domherrn ausbauen. Den Namen erhielt das Schlössl nach dem Domherren Carl Joseph Graf von Daun, der ab 1777 Besitzer war. Er verkaufte es 1800 an seinen Gärtner Karl Hoffmann. Ein späterer Besitzer war der Bürgermeister der Stadt Salzburg Heinrich Ritter von Mertens. Dieser musste das Schlösschen bald an Bertha Fürstin Lobkowitz verkaufen; auf diese verweist der zweite Name des Gebäudes, nämlich Villa Berta.

Das Daunschlössl heute

Das Daunschlössl wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Beamtenwohnhaus der Salzburger Landesregierung verwendet. Der einst dazugehörende, stattliche Meierhof musste nach 1960 dem Bau von Platten-Wohnbauten weichen. Allerdings war das Daunschlössl bis vor kurzem noch von Gebäuden der ehemaligen Gärtnerei und Resten des einstigen Gartens umgeben. Zurzeit (2012) erfolgt eine Revitalisierung, für die wesentliche Teile des umgebenden Grünlandes in Flächen für Wohnbau umgewidmet wurden.

Einzelnachweise

  1. Nonntaler Villa diente einst als Wehrturm, „Salzburger Nachrichten“ vom 26. Jänner 2011.

Weblinks

 Commons: Daunschlössl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien