David Jürgen von Graevenitz

David Georg Jürgen von Grävenitz (* 10. November 1680 auf Gut Schönberg; † 30. März 1757 in Küstrin) war ein preußischer Generalleutnant und Gouverneur von Küstrin. Zudem war er Chef des Infanterie-Regiments Nr.20, Träger des Ordens Pour le Merite und Erbherr auf Losenrade und Schönberg.

Er war der Sohn von Georg Christoph von Grävenitz (1630–1699) und Sophia Katherina von Krusemark (* 23. März 1642; † 16. Dezember 1681). Sein Vater war Erbherr auf Losenrade. Sein Vater heiratet nach dem Tod seiner ersten Frau Barbara Katharine von Bayern aus dem Haus Parchen. Aus der Linie entstammt der preußische General Friedrich Wilhelm August von Grävenitz (1730-1809),

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er wurde zu Hause von Hauslehrern erzogen und auf den Militärdienst vorbereitet. So kam er als Musketier in das Regiment des Kurprinzen. Nach dem Frieden von Ryswick 1697 wurde er Offizier und kam in das Regiment Nr. 15 (Lottum) als Leutnant.

Im spanischen Erbfolgekrieg nahm er an der Belagerung von Kaiserswerth, Landau und Menin. 1704 in der Schlacht bei Hochstädt konnte er sich auszeichnen. So wurde er am 11. Januar 1707 Stabshauptmann. Am 11. Mai 1708 erhielt er als Hauptmann eine eigene Kompanie im Regiment des Kronprinzen. Mit dieser Kompanie kämpfte er in der Schlacht bei Oudenaarde, sowie bei der Eroberung von Lille (Ryssel). Danach war er bei den Kämpfen um Winnenbuel, Gent, Dornik, Malplaquet und Mons dabei. Er hielt sich wacker und wurde am 11. Juni 1710 zum Major befördert. Bis zum Frieden von Utrecht 1713 nahm er noch an den Belagerungen von Douary, Aire, Landrecy teil. Dabei wurde er mehrfach verwundet. Seine schwerste Verletzung war ein Schuss in das rechte Auge, so das die Kugel über das linke Auge wieder herausgeschnitten werden musste (und die Operation glückte!, operiert wurde er von dem bekannten Doktor Eisenbarth[1]). Am 10. Februar 1713 wurde er Oberstleutnant. Anschließend zog mit der Truppe in den Pommernfeldzug 1715/1716. Am 8. Juni 1715 wurde er von König Friedrich Wilhelm I. (Preußen) zum Oberst ernannt. Er kam zum Regiment Nr. 29 (von Bork) nach Magdeburg. 1731 bekam er das Regiment Nr.20 und am 20. Juni 1736 wurde er zum Generalmajor ernannt. Nach dem Tod des Generalleutnant von der Golz bekam er die Kommandeursstelle in Magdeburg. Im Schlesischen Krieg kämpfte er am 10. April 1740 in der Schlacht bei Mollwitz. Am 4. Juli 1741 wurde er zum Generalleutnant ernannt und erhielt das Infanterie-Regiment Nr. 40. Wegen seines Alters gab er sein Kommando aber 1743 auf. Er blieb weiter Kommandeur von Magdeburg bis er am 23. Juli 1747 zum Gouverneur von Küstrin ernannt wurde. Er trat 1752 von seinem Posten zurück und starb 1757 in Küstrin.

Familie

Er war mit Maria Louise von Ramin verwitwete von Holtendorf († 27. Juni 1744) verheiratet. Sie war die Tochter von Erdmann Christian von Ramin (†1702) und der Barbara Sabina von Sack (* 3. April 1698; † 24. April 1727)[2]. Mir ihre hatte er sieben Töchter und einen Sohn, darunter:

  • Johanna Sophia ∞ Freiherr Eberhard von Gemmingen-Rappenau[3]
  • Luise Katharina ∞ 1746 Johann Christoph Ahasversus (* 22. September 1702)[4] Oberst, Erbherr auf Liekeim.

Literatur

  • Eduard Lange, Die Soldaten Friedrich's des Grossen,S. 240, Digitalisat
  • Guido von Frobel, Militär-Wochenblatt, Band 22, S. 131,Digitalisat
  •  Anton Balthasar König: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen. Band II, Arnold Wever, Berlin 1789, S. 458 (David Jürgen von Grävenitz in der Google Buchsuche).
  • F. W. und Chr. W. von Graevenitz: Graevenitz, v.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, S. 719 (Digitalisat). (Eintrag im Familienartikel)
  • Martin Wiehle: Altmark-Persönlichkeiten. Biographisches Lexikon der Altmark, des Elbe-Havel-Landes und des Jerichower Landes, Oschersleben 1999
  • Martin Guddat: Handbuch zur preussischen Militärgeschichte 1701–1786, Seite 102, Verlag Mittler, 2001, ISBN 3813207323 bzw. ISBN 9783813207323

Einzelnachweise

  1. Eike Pies: Eisenbarth. Das Ende einer Legende. Leben und Wirken des genialen Chirurgen, weit gereisten Landarztes und ersten deutschen Arzneimittelfabrikanten Johann Andreas Eisenbarth (1663–1727), Seite 270, Verlag E. & U. Brockhaus, 2004, ISBN 3930132249 bzw. ISBN 9783930132249
  2. Stammbaum Ramin
  3. Ludwig von Alvensleben, Ahnentafeln, Band I, S. 12, Digitalisat
  4. Altpreussische Monatsschrift, Band 20, S.625