David von Neumann

David Neumann, ab 1779 von Neumann (* 29. August 1739 in Königsberg; † 16. April 1807 in der Cosel) war ein preußischer Offizier, zuletzt Generalmajor sowie Kommandant von Cosel.

Leben

David entstammte einer ostpreußischen Familie und war der Sohn des gleichnamigen Kaufmanns und dessen Ehefrau Katharina Elisabeth, geborene Schwartz.

Neumann immatrikulierte sich am 7. Mai 1753 als Student an der Universität Königsberg und war Hofmeister der Söhne des Kanzlers von Korff in seiner Heimatstadt. Mit Ausbruch des Siebenjährigen Krieges trat er in Preußische Dienste bei Freikorps von Kleist. Mit diesem kämpfte er bei Freiberg sowie bei Döbeln. Nach dem Frieden von Hubertusburg wurde Neumann als Sekondeleutnant (seit 1. Dezember 1760) in das Infanterieregiment „von Lestwitz“ Nr. 32 versetzt. In der Folgezeit war er zur Aufnahme des Geländes bei Glatz, Schweidnitz, Jauernick sowie des Geländes in Schlesien kommandiert.

Als Premierleutnant nahm Neumann 1778/79 am Bayerischen Erbfolgekrieg teil und fungiert hierbei als Generaladjutant beim Regimentschef Hans Christoph von Rothkirch u. a. im Gefecht bei Zuckmantel. Für seine Verdienste wurde Neumann auf betreiben Rothkirchs am 9. Juni 1779 in den erblichen preußischen Adelstand erhoben. Am 1. Februar 1784 wurde Neumann zum Kapitän befördert und gleichzeitig zum Kompaniechef in seinem Regiment ernannt. Dort folgte am 9. Dezember 1792 seine Beförderung zum Major.

Im Feldzug 1795/95 kämpfte Neumann bei Kaiserslautern, beteiligte sich an der Bockade von Landau sowie den Gefechten bei Hochheim, Saarbrücken und Bouvines. Seit 27. März 1793 war er Generalquartiermeister beim Korps Knobelsdorff und wurde für seine Verdienste während des Gefechts bei Saingain am 3. August 1793 mit dem Pour le Mérite beliehen. 1794 schickte ihn der König nach Koblenz, um die Truppen des Kurfürsten von Trier zu organisieren und die Verteidigung vorzubereiten. Bei der Aufstellung des neuen Infanterieregiments „Courbière“ Nr. 58 wurde Neumann 1797 dessen erster Kommandeur.

Am 11. September 1802 wurde Neumann dann mit einem Gehalt von 1200 Talern sowie einer Zulage von 500 Talern Kommandant von Cosel und in dieser Stellung am 24. August 1804 zum Oberst befördert. Am 23. Januar 1807 wurde die Festung von französischen und bayerischen Truppen unter Führung des Generals Deroy eingeschlossen. Die Festung war in einem schlechten Verteidigungszustand. Von den 7000 Mann Besatzung waren nur 4000 Mann vorhanden und die Vorräte reichten nur für sechs Wochen. Auch die Zuverlässigkeit und Moral der Garnisonstruppen ließ sehr zu wünschen übrig. Trotzdem lehnte Neumann jede Aufforderung zur Kapitulation entschieden ab. Am 15. März wurde die Belagerung, auf Grund der erfolgreichen Verteidigung der Festung, in eine Blockade umgewandelt. Für die Verteidigung der Stadt und Festung wurde Neumann am 11. April 1807 zum Generalmajor befördert. Er verstarb bald darauf nach kurzer Krankheit am 16. April 1807.

Sein Nachfolger Oberst von Puttkamer konnte Cosel bis zum Frieden von Tilsit halten. Der Friedensschluss bestätigte dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. den Besitz der Festung.

Familie

Neumann war seit 14. November 1780 mit Elisabeth Josepha Maria Antonia, geborene von Jost (1745-1827) verheiratet. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor.

  • Friedrich David (1781-1785)
  • Helene Charlotte Christiane Elisabeth (*/† 1784)
  • August Wilhelm (1786–1865), preußischer General der Infanterie sowie Chef des preußischen Militärkabinetts. Während der Kämpfe um Cosel diente er als Adjuntant seines Vaters.
  • Friedrich Albert (1787-1818), preußischer Major und Kommandeur des Breslauer Garde-Landwehrbataillons
  • Elisabeth Amalie Henriette Juliane (1791-1794)
  • Amalie Henriette Juliane (* 1795)

In Erinnerung an den Verteidiger der Festung Cosel durften seine Nachkommen ab 15. November 1880 den Namenszusatz von Neumann-Cosel führen. Auf der Oberbastion in Cosel wurde ihm ein Denkmal als Dank für seine tapfere Verteidigung der Festung errichtet.

Literatur