Der Papierene Gustl

Logo der Auszeichnung Der Papierene Gustl

Der Papierene Gustl ist der jährlich vergebene Preis der österreichischen Filmjournalisten an die österreichischen Verleiher.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Er wird seit dem Jahre 2003 vergeben. Initiator des undotierten Preises – eine einfache Papierurkunde – ist der Wiener Filmjournalist Herbert Wilfinger (u.a. Verlag Filmindex; Filmarchiv Austria). Preisträger sind die österreichischen Verleiher der Siegerfilme. Zur Auswahl stehen sämtliche in einem Kalenderjahr in Wien regulär angelaufenen Filme. Der Preis wird derzeit in zwei Kategorien vergeben: Zum Papierenen Gustl für den Sieger unter allen (internationalen) angelaufenen Filmen des Kalenderjahres (seit 2003) kommt der Papierene Gustl für die beste österreichische Produktion, die aus dem Gesamtergebnis herausgefiltert wird (seit 2006). Teilnahmeberechtigt sind alle Filmjournalisten Österreichs.

Abstimmverfahren

Der Siegerfilm wird durch Auszählung ermittelt: Jeder Journalist reicht eine Liste seiner zehn besten Filme des Jahres ein. Die Liste kann je nach Vorliebe gereiht oder ungereiht sein, die Punkte werden entsprechend gewichtet. Vergeben wird der Preis durch den Verein Österreichischer Filmjournalisten DPG in Kooperation mit der Austrian Film Critics’ Guild (AFCG) im Februar des Folgejahres.

Name

Der Namen Papierener Gustl entsprang dem Wunsch des Initiators nach einem typischen Wiener Namen (ursprünglich waren nur Wiener Filmjournalisten teilnahmeberechtigt), der sich ganz dezidiert von den üblichen glamourösen Namen sonstiger Filmpreise unterscheiden sollte. Die auf der Urkunde abgebildete Figur des „Gustl“ ist in Anlehnung an eine Selbstkarikatur des heute nahezu unbekannten Regisseurs Malcolm St. Clair entstanden.

Verleihung

Die Preisvergabe erfolgt in einem Wiener Wirtshaus als Privatveranstaltung in Anwesenheit von Filmverleihern und Filmjournalisten. Der Papierene Gustl ist seit Beginn eine Auszeichnung ohne jegliche finanzielle Unterstützung, getragen einzig vom Engagement sämtlicher Mitglieder. Der Verein Österreichischer Filmjournalisten DPG verzichtet auch auf die Einhebung eines Mitgliedsbeitrages. Seit dem Jahre 2009 wird der Siegerfilm einer der beiden Kategorien (Gesamtfilmangebot oder Österr. Produktionen) in einer Matineeveranstaltung im Wiener Filmcasino öffentlich gezeigt, begleitet von einer Podiumsdiskussion zu einem aktuellen Filmthema, an dem Filmemacher, Verleiher, Produzenten und Filmjournalisten teilnehmen.

Bisherige Preisträger

Preisverleihung: Leon Ilsen, Anton Maria Aigner, Karin Lischka und Dieter Pochlatko nahmen den Papierenen Gustl 2011 für den besten österreichischen Film Atmen entgegen
Lisi Klinger und Susanne Auzinger vom Filmladen Verleih erhalten den Preis für den besten internationalen Film 2011, Melancholia, von Gustl-Gründer Herbert Wilfinger
  • 2003: Mein Leben ohne mich/My Life Without Me (Verleih: Tobis)
  • 2004: Lost in Translation (Verleih: Constantin)
  • 2005: Match Point (Verleih: Polyfilm)
  • 2006:
    • Good Night, and Good Luck (Verleih: Stadtkino) ex aequo mit
    • Das Leben der Anderen (Verleih: Buena Vista)
    • Österreich: Exile Family Movie von Arash T. Riahi – noch ohne Urkunde an den Verleih (Filmladen)
  • 2007
    • Tödliche Versprechen/Eastern Promises (Verleih: Tobis)
    • Österreich: Import/Export von Ulrich Seidl (Verleih: Filmladen)
  • 2008:
    • Gomorrha (Verleih: Polyfilm) ex aequo mit
    • No Country For Old Men (Verleih: Universal Pictures)
    • Österreich: Revanche von Götz Spielman (Verleih: Filmladen)
  • 2009
    • Das weiße Band (Verleih: Filmladen)
    • Österreich: Das weiße Band (Verleih: Filmladen)[1]
  • 2010
    • Tödliches Kommando/The Hurt Locker (Verleih: Constantin)
    • Österreich: Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott (Verleih: Luna)[2]
  • 2011

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Skug.at/article4846 („Das weiße Band erhält den Papierenen Gustl“) 3 März 2010; http://www.skug.at/article4846.htm
  2. Allesfilm.com („Haneke gustlt sich an die Spitze“); http://www.allesfilm.com/show_article.php?id=24605
  3. http://www.imdb.com/title/tt1527186/
  4. Atmen
  • bz-Wiener Bezirkszeitung Nr. 10, 10. März 2010
  • VON Magazin Kultur-Tipps 1 (2010)
  • Die Presse 9. März 2010 („Filmschauen – Papierener Gustl an Das weiße Band“)
  • Kleine Zeitung 27. Februar 2010 Aktuell-Bester Film
  • Wiener Zeitung 4. März 2010 („Kurz notiert“)
  • Ray 03/2010 Editorial (Andreas Ungerböck)
  • Kurier: John der Woche (20. Februar 2011) „Der Oscar und der Gustl“