Der Watschenmann

Der Watschenmann war eine satirische Hörfunksendung des ORF, die sowohl die Politik als auch die Gesellschaft aufs Korn nahm. Sie wurde wöchentlich jeweils Sonntag vormittag ausgestrahlt. Der Name wurde nach dem Watschenmann im Wiener Prater gewählt.

Der Watschenmann wurde bereits vorher beim Sender Rot-Weiß-Rot in den frühen 1950er Jahren während der Besatzungszeit entwickelt.

Nach dem Staatsvertrag im Jahr 1955 wurde die Sendung noch einige Male vom ORF ausgestrahlt, aber schließlich mit 1. Jänner 1956 trotz heftiger Proteste eingestellt. Sogar der Neue Kurier, der Vorgänger des heutigen Kurier, sammelte zur Weiterführung innerhalb von zwei Wochen 130.000 Unterschriften.

Die zweite Serie konnte erst nach dem Rundfunkvolksbegehren 1967 unter Gerd Bacher wieder aktiviert werden und war ein Zeichen für die neue Unabhängigkeit des Senders.[1]

Um den Erfolg und die Beliebtheit der Sendung zu verstehen, muss man die Zeit dazu betrachten, in der ein Aufdeckungsjournalismus und politische Kritik entweder unter den Besatzungsmächten verboten oder unter der damaligen großen Koalition nicht erwünscht war.

Für die Konzeption während der gesamten Sendezeit von 1950 bis 1955 und von 1967 bis 1974 war Jörg Mauthe verantwortlich. Die Texte wurde geschrieben von Walter Davy, Jörg Mauthe, Fritz Mauthe, Peter Weiser und Wolf Neuber.

Nachfolgesendung war vorerst "Aufguss bitte" und die von 1978 bis 2009 auf Ö1 ausgestrahlte Sendung Der Guglhupf.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Andreas Resch: Das Geschäft mit Wort und Bild. Wirtschaftsgeschichte der Massenmedien und der Werbebranche in Wien (Band 3 von Kreativwirtschaft in Wien), LIT Verlag Münster, 2008, ISBN 3-7000-0909-7 (Österreich), S. 191-196 (Google Books)