Die Lokomotive

Titelseite der Erstausgabe von 1904

Die Lokomotive war eine Monatszeitschrift zu Themen des Eisenbahnwesens.

Die Publikation erschien als „Fachzeitschrift für Eisenbahntechniker“ ab 1904 beim Verlag von A. Berg in Wien. Dieser Verlag wurde in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts von Oskar Fischer übernommen, der bis 1938 Verleger der Zeitschrift blieb. Bis zur kriegsbedingten Einstellung im Jahr 1944 erschien die Zeitschrift bei der Druck und Verlag E. Gundlach Aktiengesellschaft, Bielefeld.

Erster Schriftleiter der Zeitschrift waren Hans Steffan und Ernst Prossy. Viele namhaften Lokomotivkonstrukteure und -spezialisten des deutschsprachigen Raumes schrieben in der Zeitschrift, u.a. Johann Rihosek, Georg Lotter oder Rudolf Sanzin. Aber auch Steffan und Prossy waren selbst als Lokomotivkonstrukteure aktiv und gelten als die Schöpfer der eleganten Südbahnschnellzugsbaureihe 109.

Bei der Analyse der Zeitschrift erscheint auffällig, dass sich die Autoren in der gesamten Erscheinungsperiode weitgehend von politischen Strömungen fernhielten, sei es in der Donaumonarchie, in der Ersten Republik, im Austrofaschismus wie im Dritten Reich. Selbst in dieser letzteren Epoche finden sich nur ganz wenige Beiträge die sich direkt mit dem Nationalsozialismus sowie dessen Bezüge zum Bahnwesen auseinandersetzen. Wo dergleichen stattfindet, wirkt es beinahe als Pflichtübung. Bemerkenswert ist, dass selbst in den letzten Heften im Jahr 1944 historische Beiträge zu damals schon verschrotteten altösterreichischen Lokomotiven gedruckt wurden, obwohl die redaktionelle Linie seit 1904 zukunftsweisend mit starker Blickrichtung auf das deutsche und internationale Eisenbahnwesen war.

Über den Untertitel hinaus befasste sich die Zeitschrift aber auch mit zahlreichen anderen Aspekten des Eisenbahnwesens, darunter auch mit historischen Themen und mit Fragen im musealen Kontext. Die Lokomotive kann als Vorgänger der seit 1948 in Wien erscheinenden Zeitschrift Eisenbahn gesehen werden, obwohl nur in Ansätzen eine inhaltliche, aber weder eine verlegerische noch direkte personelle Kontinuität gegeben war.

Die Zeitschrift gilt deutschsprachigen Lokomotivhistorikern als eine wichtige Quelle für weiterführende Forschungen.

Digitalisierung

Der Arbeitskreis Lokomotivgeschichte der Forschungsgemeinschaft Eisenbahngeschichte hat gemeinsam mit der Österreichischen Nationalbibliothek eine komplette Digitalisierung aller Ausgaben bis 1939 erarbeitet. Eine DVD-Ausgabe der Jahrgänge 1904 bis 1938 wird bei bahnmedien.at vertrieben. Die Jahrgänge von 1904 bis 1940 werden im Anno-System der Österreichischen Nationalbibliothek bereitgestellt. Die DVD-Ausgabe bietet eine Datenbanksuche (Inhaltsverzeichnisse, Volltext), die Online-Ausgabe hingegen nicht.

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