Die Winzerin von Langenlois

Filmdaten
Deutscher Titel Und so was will erwachsen sein
Originaltitel Die Winzerin von Langenlois
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1957
Länge 82 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Hans H. König
Drehbuch Werner Eplinius
Janne Furch
Wolf Neuber
Produktion Heinz Nitsche
für Helios-Film, Wien
Musik Conny Schumann
Kamera Heinz Schnackertz
Schnitt Margarethe Egle
Besetzung

Die Winzerin von Langenlois (späterer Verleihtitel in Deutschland: Und so was will erwachsen sein) ist ein österreichischer Heimatfilm von Hans H. König aus dem Jahr 1957.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Berliner Junge Karl kommt als Ferienkind auf ein Weingut nach Langenlois. Bei Gutsbesitzerin Elisabeth leben bereits weitere Ferienkinder, sowie ihre eigene Tochter Monika. Ihr Mann starb vor kurzer Zeit und Gutsverwalter Korbinian Grammelshuber hofft immer noch, dass Elisabeth eines Tages einen neuen Mann findet. Das Gut läuft schlecht; neben geerbten Schulden und einer Missernte im Vorjahr hat eine dringend notwendige Renovierung des Gutes dafür gesorgt, dass Gerichtsvollzieher Bindinger täglich auf dem Gut vorbeikommt und Kuckucks klebt. Elisabeth kann Korbinian davon überzeugen, die letzten Flaschen des Qualitätsweins zu verkaufen. Korbinian will nun mögliche Weinhändler anschreiben und den Verkauf gleich mit der Suche nach einem passenden Mann für Elisabeth verbinden. Er schreibt Richard Köster von der Wiener Weinhandlung Köster an und legt dem Brief wie zufällig ein Foto Elisabeths bei. Den Brief öffnet jedoch Richards dominante Tante Stefanie, die die Weinhandlung führt. Um Richard von seiner heimlichen Freundin, der Schlagersängerin Yvonne, loszukriegen, schickt Stefanie Richard nach Langenlois zu Weinverkostung und -kauf. Richard jedoch will Yvonne auf ein Engagement nach Salzburg begleiten und gibt den Auftrag an seinen besten Freund Jörg weiter. Der ist als gestresster Lehrer froh, in Langenlois ruhig Urlaub machen zu können. Von Wein versteht der passionierte Biertrinker nichts.

In Langenlois trifft Jörg zunächst auf Korbinian und macht ihm deutlich, dass er während seines Aufenthalts keine Kinder sehen will. Die sechs Kinder Elisabeths werden nun im Haus vor Jörg versteckt. Jörg wiederum findet Gefallen an Elisabeth und kostet pflichtgemäß die ihm vorgesetzten Weine. Als eines Tages die sechs Kinder mit ihrem kleinen Ponywagen unterwegs auf den schlafenden Bindinger treffen, stehlen sie ihm seine Aktentasche mit den Klebekuckucks. Er wiederum nimmt nach dem Erwachen den Ponywagen an sich und die Kinder trauen sich ohne Wagen nicht zurück zu Elisabeth. Die ist außer sich vor Sorge und macht auch Jörg für das Verschwinden verantwortlich. Gemeinsam suchen sie die Kinder und Jörg findet sie schließlich. Jörg und Elisabeth versöhnen sich. Bindinger will jedoch so schnell wie möglich sein Geld haben und Jörg müsste einen Kaufvertrag abschließen. Er versucht, Richard in Salzburg zu erreichen, doch wurde dem zusammen mit Yvonne das Engagement gekündigt. Jörg telegrafiert daraufhin nach Wien und die in Alarmbereitschaft versetzte Stefanie fährt nun nach Langenlois. Hier sind inzwischen auch Richard und Yvonne angekommen. Beide haben heimlich geheiratet und wollen nun eine falsche Weinauktion auf die Beine stellen, bei der Stefanie sämtliche Lagerbestände Elisabeths ersteigern soll.

Stefanie erscheint und zunächst geht alles gut. Durch einen Zwischenfall erfährt Stefanie, dass die Weinauktion falsch ist und zieht sich aus dem Geschäft zurück. Alles scheint vergeblich gewesen zu sein. Die Kinder verhindern jedoch, dass Stefanie abfahren kann, und Elisabeth teilt ihr mit, dass Richard und Yvonne geheiratet haben. Von den Kindern erfährt Stefanie zudem, dass das Weingut vor dem Aus steht. Stefanie, die die Weine eigentlich unbedingt kaufen wollte, begleicht die Schulden des Guts und sichert sich bei Elisabeth ein Alleinkaufsrecht für alle folgenden Weinjahrgänge. Es kommt zum Happy End: Elisabeth und Jörg finden sich, Richard und Yvonne erhalten den Segen von Stefanie und die wiederum erhält einen Kuss vom begeisterten Korbinian.

Produktion

Die Winzerin von Langenlois beruht auf einer Filmnovelle von A. N. Schneider und Johannes Kai. Der Film wurde unter anderem vor Ort in Langenlois gedreht. Die Uraufführung fand am 28. November 1957 in Wien und Langenlois statt. Deutsche Erstaufführung des Films war am 28. März 1958 im Aschaffenburger Bavaria.

Im Film sind Kinderlieder zu hören, die von den Wiener Sängerknaben interpretiert werden. Die Begleitung stammt von den Wiener Philharmonikern.

Gertraud Steiner nannte den Film im Vergleich zu anderen „Sommerlustspielen einen recht liebenswerten Film.“ Dem Heimatfilmklischee entspreche der Umstand, dass Elisabeth zwar nichts vom Geschäft verstehe, dafür jedoch eine gute Mutter sei. „Die dominierende Figur der Weinhändlern Köster wird wegen ihrer Geschäftstüchtigkeit nicht als ‚richtige‘ Frau anerkannt und als halbmännliche Persone mit strenger Frisur und Zigarre im Mund dargestellt.“[1]

Kritik

Für den film-dienst war Die Winzerin von Langenlois ein „anspruchsloses Verwechslungslustspiel mit schönen Landschaftsaufnahmen.“[2]

Cinema schrieb: „Schöne Landschaft, junge Liebe, fader Singsang: Der abgestandene Verschnitt aus Komödie und Heimatfilm mundet nicht mehr. Fazit: Och, nee: Alter Wein in alten Schläuchen“.[3]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gertraud Steiner: Die Heimat-Macher. Kino in Österreich 1946–1966. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1987, S. 208.
  2. Die Winzerin von Langenlois im Lexikon des Internationalen Films
  3. Vgl. cinema.de