Diendorfer Störung

Die Diendorfer Störung ist eine markante geologische Störung im östlichsten Teil der Böhmischen Masse. Sie durchquert Niederösterreich und Südböhmen und ist die bedeutendste Störungslinie der Region, gefolgt von der Vitiser Störung.

Die Störungslinie beginnt im südwestlichen Niederösterreich bei Wieselburg und erstreckt sich rund 200 Kilometer über Melk und Gansbach quer durch den Dunkelsteinerwald und über Mautern und Langenlois in das namensgebende Diendorf, wo mit beinahe 6 Kilometer die höchste Längserstreckung erreicht wird, und dann über die markante Geländestufe bei Maissau und über Platt und Retz weiter bis Mähren zur Boskovice-Furche.

Die Störung setzte während des Unterperm ein und ist auf einen von Süden nach Norden drängenden Block der Erdkruste zurückzuführen. Die Störung ist petrographisch durch das Auftreten von Myloniten nachweisbar - durch zerrüttetes, zerschertes, zerriebenes oder gar völlig zermahlenes Gestein. Im Abschnitt zwischen Melk und Maissau sind die Schichten bis zu 25 Kilometer seitlich versetzt, wie der doppelte Knick im Flussverlauf der Donau zeigt. Vor allem südlich der Donau im Dunkelsteiner Wald macht sich die Diendorfer Störung bis in jüngste Zeit durch spürbare Erdbeben und Beschädigungen bzw. Risse an Gebäuden und Verkehrswegen geophysikalisch bemerkbar, sowie in der Landschaft durch die Entstehung von Sätteln und Gräben.


Literatur