Dietreichs (Gemeinde Allentsteig)

Dietreichs ist seit dem 1.Jänner 1964 eine Katastralgemeinde von Allentsteig in Niederösterreich. [1] mit einer Grundfläche von 395,17 Hektar Grundfläche. [2] Um den Truppenübungsplatz Döllersheim anlegen zu können, wurden ab 1938 die Bewohner ausgesiedelt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Straßendorf Dietreichs lag in einer tiefen, gegen den im Westen gelegenen Plöttbach leicht abfallenden Mulde, die von einem unbenannten Rinnsal entwässert wurde. [3]

Ursprünglich bestanden ein Ober- und ein Unter-Dietreichs. Ober-Dietreichs verödete nach einem Feldzug König Johanns von Böhmen im Jahr 1336 und wurde später noch als Öden-Dietreichs bezeichnet.

Im 12. Jahrhundert war Dietreichs Sitz eines Adelsgeschlechts. Indirekt wird der Ort 1170 erstmals urkundlich erwähnt, als ein Ludolt von Diterihches als Zeuge bei einer Schenkung ans das Stift Zwettl aufscheint. In den Jahren 1270, 1272 und 1298 scheint der Name Dietrichs in der jeweils üblichen Schreibweise ebenfalls in Urkunden auf.

1363 wurde durch Herzog Rudolf die Feste Dietreichs an Ulrich Hofkirchner und Alram Pölinger verliehen. Nach einigen Besitzerwechseln dürfte die Burg zu Ende des 15. Jahrhunderts bereits verödet sein. 1602 erwarb Sigmund von Lamberg das Landgericht Dietreichs, das auf diese Art zur Herrschaft Ottenstein kam.

1752 wurde die Ortskapelle von Dietreichs erbaut. [4]

Seit 1652 führte die Pfarre Döllersheim die Kirchenbücher für Geburten und ab 1654 auch jene für Trauungen und Todesfälle in Dietreichs. Nach der Aufhebung der Pfarre Döllersheim wurden diese Matriken der Pfarre Rastenfeld zur Aufbewahrung übergeben. [5]

Um den Truppenübungsplatz Döllersheim errichten zu können, wurde der Bevölkerung von Dietreichs von den nationalsozialistischen Machthabern bis zum 5. August 1938 Zeit gegeben, den aus 24 Häusern bestehenden Ort zu verlassen. [6]

Literatur

  • Paul Buberl: Die Denkmale des politischen Bezirkes Zwettl in Niederösterreich (ohne Stift Zwettl). Teil 1: Gerichtsbezirk Allentsteig (= Österreichische Kunsttopographie. Bd. 8, 1). In Kommission bei Anton Schroll & Co, Wien 1911.
  • Johannes Müllner: Die entweihte Heimat. 2. Auflage. Verein Information Waldviertel, Allentsteig 1998, ISBN 3-9500294-0-0.
  • Margot Schindler: Wegmüssen. Die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938–1942. Volkskundliche Aspekte (= Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde 23). Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien 1988, ISBN 3-900359-38-5.
  • Ernst-Werner Techow: Die alte Heimat. Beschreibung des Waldviertels um Döllersheim. Herausgegeben von der Deutschen Ansiedlungsgesellschaft Berlin. Sudetendeutsche Verlags- und Druckerei-G.m.b.H., Eger 1942.

Weblinks

Fußnoten

  1. Müllner: Die entweihte Heimat.
  2. Statistik Austria: Ortsverzeichnis Niederösterreich 2001.
  3. Techow: Die alte Heimat.
  4. Buberl: Österreichische Kunsttopographie.
  5. Techow: Die alte Heimat.
  6. Müllner: Die entweihte Heimat.

48.64831944444415.287111111111Koordinaten: 48° 38′ 54″ N, 15° 17′ 14″ O