Dietz-Rüdiger Moser

Dietz-Rüdiger Moser (* 22. März 1939 in Berlin; † 23. Mai 2010 in München) war ein deutscher Volkskundler, Literaturhistoriker und Musikwissenschaftler. Sein Vater war der Musikwissenschaftler Hans Joachim Moser.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Dietz-Rüdiger Moser studierte zunächst als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes Musikwissenschaft, Germanistik, Mittellateinische Philologie, Kunstgeschichte und Volkskunde an den Universitäten Berlin, Kiel, Saarbrücken und Göttingen, wo er 1967 in Musikwissenschaft promovierte. Im Anschluss daran wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ostdeutsche Volkskunde in Freiburg im Breisgau. 1978 habilitierte er sich für das Fach Volkskunde an der dortigen Universität und lehrte danach als Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowohl dort als auch an der Freien Universität Berlin und den Universitäten Heidelberg und Münster, bis er 1981 Professor für Volkskunde an der Freiburger Universität wurde.

Von 1984 bis 2004 hatte er einen Lehrstuhl für Bayerische Literaturgeschichte an der Universität München inne und erwarb sich mit seinen Forschungen zu katholischem Leben und Brauchtum sowie zur Literatur in Bayern hohe wissenschaftliche Reputation.

Zwischen 1984 und 1985 war Moser Vorstand des Instituts für Deutsche Philologie, von 1985 bis 1999 des Institutes für Bayerische Literaturgeschichte, danach mit dem Lehrstuhl für Bayerische Kulturgeschichte Mitglied des Instituts für Bayerische Geschichte der Münchener Universität. Moser war Begründer und Chefredakteur der Zeitschrift Literatur in Bayern. Seine Forschungsschwerpunkte lagen auf der Christlichen Konfessionskunde, der Erzählforschung, der Volkslied- und Brauchforschung sowie auf der Literarischen Volkskunde.

Preise und Auszeichnungen

Publikationen

  • Musikgeschichte der Stadt Quedlinburg von der Reformation bis zur Auflösung des Stiftes (1539–1802). Göttingen 1968. Gedruckt als 1000 Jahre Musik in Quedlinburg. München 1993.
  • Die Tannhäuser-Legende. Eine Studie über Intentionalität und Rezeption katechetischer Volkserzählungen zum Buß-Sakrament. Berlin/New-York 1977.
  • Verkündigung durch Volksgesang. Studien zur Liedpropaganda und -katechese der Gegenreformation. Berlin 1981.
  • Fastnacht – Fasching – Karneval. Das Fest der „Verkehrten Welt“. Graz u. a. 1986.
  • Maskeraden auf Schlitten. Studentische Faschingsschlittaden im Zeitalter der Aufklärung. München 1988.
  • Bräuche und Feste im christlichen Jahreslauf. Brauchformen der Gegenwart in kulturgeschichtlichen Zusammenhängen. Edition Kaleidoskop im Verlag Styria, Graz 1993, ISBN 3-222-12069-2.
  • Lazarus Strohmanus Jülich. Ein christlicher Volksbrauch zur Lehre von der „satisfactio vicaria“. 3. Auflage, Jülich 2000.
  • Bräuche und Feste durch das ganze Jahr. Freiburg i. Br. 2002.
  • Geachtet & geächtet: bayerische Volkshelden in kulturhistorischen Skizzen. Mit Carolin Raffelsbauer, Regensburg 2007. ISBN 3-934941-29-X

Literatur

Weblinks