Dimitris Christofias

Christofias im November 2008

Dimitris Christofias (griechisch Δημήτρης Χριστόφιας; * 29. August 1946 in Kato Dikomo, Zypern) ist ein zypriotischer Politiker. Seit dem 28. Februar 2008 ist er Staats- und Ministerpräsident der Republik Zypern.

Er war von 1989 bis 2009, Generalsekretär der einst marxistisch-leninistischen und heute eurokommunistischen Fortschrittspartei des werktätigen Volkes (AKEL).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Laufbahn

Christofias während eines Staatsbesuchs Medvedevs, 2010

Christofias wurde als ältestes von insgesamt fünf Kindern einer Arbeiterfamilie 1946 in Kato Dikomo nahe der heute türkisch besetzten Hafenstadt Kyrenia geboren. Bereits früh begeisterte er sich für eine linksgerichtete Politik und trat 18-jährig in die AKEL ein. Nach einem fünfjährigen Studium am Institut für Sozialwissenschaften und der Akademie der Sozialwissenschaften in Moskau, wo er seine spätere Frau Elsie Chiratou kennenlernte, und der Promotion im Fach Philosophiegeschichte kehrte er 1974 nach Zypern zurück, um eine politische Laufbahn anzutreten.

Innerhalb seiner Partei gelang Christofias ein rascher Aufstieg. 1974 wurde er zunächst Hauptsekretär und 1977 Generalsekretär der EDON, einer Jugendorganisation von AKEL, ein Amt, das er bis 1987 bekleidete. Im April 1988 wurde der einst linientreue Kommunist nach dem Tod von Ezekias Papaioannou an die Spitze der AKEL gewählt, deren Generalsekretär er seitdem ist. 2001 wurde er als erster AKEL-Politiker überhaupt zum Parlamentspräsidenten gewählt, einem eher repräsentativen Posten, und galt seitdem als aussichtsreichster Kandidat seiner Partei für das Amt des Präsidenten.

Bei den Präsidentenwahlen am 17. Februar 2008 konnte Christofias 33,29 % der Stimmen auf sich vereinen und rangierte damit noch vor Amtsinhaber Tassos Papadopoulos an zweiter Stelle. In der Stichwahl am 24. Februar 2008 trat er gegen den erstplatzierten Ioannis Kasoulides von der konservativen Partei Dimokratikos Synagermos an und gewann mit 53 % der Stimmen.[1] Christofias verfügt über gute Beziehungen zum türkischen Teil Zyperns und gilt im Bestreben einer Wiedervereinigung der beiden Inselteile als kompromissbereiter als sein Amtsvorgänger Papadopoulos. Unmittelbar nach seiner Wahl zum Präsidenten forderten ihn sowohl die Europäische Kommission als auch der nordzypriotische Präsident Mehmet Ali Talât zur schnellstmöglichen Aufnahme von Verhandlungen hierüber auf.[2] Ein erstes Treffen mit Talât erfolgte am 21. März 2008.[3][4]

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

  • Christiane Schlötzer: Demetris Christofias - Populärer Herausforderer des zyprischen Präsidenten, in Süddeutsche Zeitung, 12. Juli 2007, Seite 4

Weblinks

 Commons: Dimitris Christofias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Präsidentenwahl 2008 - Ergebnisse (Englisch). Republik Zypern - Innenministerium. Abgerufen am 17. Februar 2008.
  2. Cyprus leaders seek fresh talks (Englisch). BBC News (25. Februar 2008). Abgerufen am 21. Dezember 2010.
  3. Die Presse: Zypern: Geteilte Insel vor Schicksals-Treffen vom 20. März 2008.
  4. Spiegel online: Erfolg bei Gipfeltreffen: Verhandlungen über Wiedervereinigung Zyperns vereinbart vom 21. März 2008.
  5. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952