Drei Herren (1998)

Filmdaten
Deutscher Titel Drei Herren
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 90 Minuten Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Nikolaus Leytner
Drehbuch Nikolaus Leytner
Max Linder
Produktion Allegro Film / Home Run Pictures
Musik Haindling, Die Knödel
Kamera Hans Selikovsky
Schnitt Andreas Prochaska
Besetzung

Drei Herren ist ein österreichischer Film des Regisseurs Nikolaus Leytner mit den Hauptdarstellern Karl Markovics, Karl Merkatz und Ottfried Fischer. Er wurde 1997 in Wanzenau, Gemeinde Gars am Kamp, in Niederösterreich, gedreht.[1]

Gefördert wurde der Film unter anderem vom Österreichischen Filminstitut, dem Filmfonds Wien sowie dem ORF. Drei Herren kam im November 1998 in die österreichischen Kinos und erreichte etwas mehr als 100.000 Zuseher. [2] Im Mai 2000 wurde der Film erstmals im ORF ausgestrahlt, im Februar 2001 erfolgte die deutsche Erstausstrahlung auf Sat 1.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Drei Insassen einer psychiatrischen Anstalt in Österreich sollen verlegt werden. Der Busfahrer erleidet während der Fahrt jedoch einen Herz-Lungen-Infarkt und lenkt den Bus in einen Straßengraben. Die drei Passagiere können entkommen und machen sich zu Fuß in ein nahegelegenes Dorf auf: Herr Dölken (Karl Merkatz) schläft nicht mehr, seitdem er bei einem Autounfall seine Familie verloren hat, Herr Ivo (Karl Marcovics) spricht nur gebrochen deutsch und trägt stets einen Goldfisch in einem Aquarium mit sich herum. Die Geschichte des dritten Ausbrechers, Sichel (Ottfried Fischer), bleibt im Dunkeln, denn er spricht kein Wort.

Die drei tauchen einzeln in dem Dorf auf, und erregen so keine besondere Aufmerksamkeit. Jeder der drei Herren freundet sich mit einem Dorfbewohner oder einer Dorfbewohnerin an - schnell wird klar, dass die Einwohner des Dorfes weitaus größere psychische Probleme haben als die vermeintlich Geisteskranken.

Einstweilen formiert sich in dem Dorf bereits eine Art Bürgerwehr, die bewaffnet Jagd auf die drei Ausbrecher macht - da jedoch niemand ihr Aussehen kennt, bleiben die drei weiter unentdeckt. Bis sich ihre wahre Identität aufklärt, sind die drei bereits in ein anderes Dorf weitergereist.

Kritiken

„So wechselt Drei Herren fröhlich zwischen sentimentalem Aufarbeitungskitsch und dämlichem Klamauk, der nie dämlich genug ist, um gesellschaftliche Stereotypen zu gefährden. Zusammen mit einer belanglosen Regie ergibt das einen Film, der aussieht wie aus sonntäglichen Fernsehvormittagen.Solche Komödien mögen vielleicht manchen Österreicher aus reiner Nostalgie ins Kino locken, international läßt sich damit jedoch, gerade kommerziell, wohl kaum bestehen.“

D. Kamalzadeh: Der Standard, 20. November 1998, Seite 11

„Das Ergebnis ist ein harmloser, unterhaltsamer Streifen, den man am besten mit dem Prädikat "liebenswürdig" charakterisieren kann. Als Komödie selbst läßt "Drei Herren" dramaturgisch einige Wünsche offen. Die Verbindung zwischen den witzig gemeinten Slapstickeinlagen und dem melancholischen Humor gelingt kaum und die Handlung zerfällt in Episoden, die sich bis zum Schluß zu keinem Ganzen verdichten. Dem stehen wiederum brillante Szenen mit Witz gegenüber, die zeigen, daß Nikolaus Leytner viel Gespür für filmischen Humor hat.“

Michael Stadler: Salzburger Nachrichten, 21. November 1998, Seite 18

„Wäre Drei Herren die Satire, die zu sein der Film den Anschein erweckt, gelängen ihm Schnappschüsse, die zumindest in Spuren an ländliche Wirklichkeit erinnern. Bedauerlicherweise aber erinnert dieser Film so nur an die zahlreichen Unfälle, die dem österreichischen Kino auf seinen Landausflügen widerfahren.“

ROBERT BUCHSCHWENTER: Die Presse, 24. November 1998, Seite 27

Auszeichnungen

Der Film erhielt den Publikumspreis des Goldenen Biber bei den Biberacher Filmfestspielen 1998.

Weblinks

Drei Herren bei Allegrofilm

Quellen

  1. Niederösterreichische Nachrichten (Horner Zeitung), 4. November, 1998 Seite 8
  2. Drei Herren bei Allegrofilm