Dux-Bodenbacher Eisenbahn-Gesellschaft

Das Streckennetz der Dux-Bodenbacher Eisenbahn

Die k.k. privilegierte Dux-Bodenbacher Eisenbahn (tschech.: Duchcovsko-podmokelská dráha) war eine private Eisenbahngesellschaft in Österreich. Die einzige Eisenbahnstrecke der Gesellschaft verband den nordböhmischen Elbhafen in Bodenbach mit den Braunkohlegruben um Dux, Brüx und Komotau.

Geschichte

Am 9. Juli 1869 wurde der Dux-Bodenbacher Bahn der Bau einer Bahnstrecke von Bodenbach nach Dux mit einer Zweigbahn nach Komotau gestattet wurden. Am 20. Mai 1871 wurde die Strecke Bodenbach–Ossegg–Dux eröffnet. Am 19. Dezember 1872 wurde auch deren Verlängerung Osseg–Komotau in Betrieb genommen.

Prioritätsanleihe der Dux-Bodenbacher Eisenbahn

Die Strecken waren von vornherein als Konkurrenzunternehmen zur parallelen Aussig-Teplitzer Eisenbahn gedacht, zu der an keiner Stelle eine direkte Gleisverbindung bestand. Die Bedeutung der Strecken lag vor allem in der Abfuhr der im Nordböhmischen Becken geförderten Braunkohle zum Elbhafen in Bodenbach. Übergabebahnhöfe zu fremden Bahngesellschaften bestanden in Bodenbach zur Staats-Eisenbahn-Gesellschaft, in Wiesa-Oberleutensdorf und Ladowitz zur Prag-Duxer Eisenbahn und in Komotau zur Buschtěhrader Eisenbahn.

„Ausweis der Betriebseinnahmen (nebst Kohlenförderung)“ in der Leipziger Zeitung vom 8. November 1873

1871 erwarb die Gesellschaft die Braunkohlenwerke des Grafen Waldstein bei Dux.

Als erster Schritt zur Verstaatlichung ging die Betriebsführung auf den Strecken der Dux-Bodenbacher Bahn ab dem 1. Juli 1884 an die österreichischen k.k. Staatsbahnen (kkStB) über. Am 1. Januar 1892 wurden die Bahnstrecken der Dux-Bodenbacher Bahn endgültig von den kkStB übernommen.

Die Gesellschaft wurde nach der Verstaatlichung ihrer Bahnlinien nicht aufgelöst, sondern blieb unter ihrem alten Namen als Bergwerksunternehmen bestehen. Später firmierte die einstige Eisenbahngesellschaft unter Dux-Bodenbacher Eisenbahn AG. 1942 betrieb die Dux-Bodenbacher Eisenbahn AG die Braunkohlenwerke Adolfschacht und Sofieschacht in Buckwa sowie Union II und Konkordia Tief- und Tagebau in Neusattl.

Mit der aufkommenden Flächen-Elektrifizierung nach dem Ersten Weltkrieg investierte die Firma auch in die Elektroenergieerzeugung. So besaß die Dux-Bodenbacher Eisenbahn AG in Neusattl auch ein Überlandwerk.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Gesellschaft am 7. März 1946 durch den Erlass Nr. 823 des tschechoslowakischen Industrieministeriums liquidiert. Das Vermögen der Gesellschaft wird in das neue staatliche Bergbauunternehmen Falknovské hnědouhelné doly überführt.

Die Strecken

Die Lokomotiven

Lokomotiven der Dux-Bodenbacher Eisenbahn
DBE-Nr. Anzahl Hersteller Baujahr Achsformel kkStB-Nr. ČSD-Nr. Foto
1–8 8 Köchlin 1871 C-n2 45.01–08 312.601–602 -
9–34 26 Sigl/Wr. Neustadt, Sigl/Wien, Wiener Neustadt, StEG 1872–1882 C-n2 53.01–26 314.001–020 DBE 28.jpg