Eberstein (Kärnten)

Eberstein
Wappen von Eberstein
Eberstein (Kärnten) (Österreich)
Eberstein (Kärnten)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Sankt Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Fläche: 65,17 km²
Koordinaten: 46° 48′ N, 14° 34′ O46.80805555555614.56580Koordinaten: 46° 48′ 29″ N, 14° 33′ 36″ O
Höhe: 580 m ü. A.
Einwohner: 1.417 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 21,74 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9372
Vorwahl: 0 42 64
Gemeindekennziffer: 2 05 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterer Platz 1
9372 Eberstein
Website: www.eberstein.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Grabuschnig (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
7 ÖVP, 6 BZÖ, 2 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Eberstein im Bezirk Sankt Veit an der Glan
Althofen Brückl Deutsch-Griffen Eberstein Frauenstein Friesach Glödnitz Gurk Guttaring Hüttenberg (Kärnten) Kappel am Krappfeld Klein Sankt Paul Liebenfels Metnitz Micheldorf Mölbling Sankt Georgen am Längsee Sankt Veit an der Glan Straßburg Weitensfeld im Gurktal KärntenLage der Gemeinde Eberstein (Kärnten) im Bezirk Sankt Veit an der Glan (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Eberstein ist eine Marktgemeinde mit 1417 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Sankt Veit in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt im mittleren Görtschitztal am Fuße der Saualpe. Sie ist Teil der Norischen Region.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde ist in neun Katastralgemeinden (Baumgarten, Gutschen, Hochfeistritz, Kaltenberg, Kulm, Mirnig, Rüggen, St. Oswald, St. Walburgen) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende zehn Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):

  • Baumgarten (17)
  • Eberstein (828)
  • Gutschen (49)
  • Hochfeistritz (85)
  • Kaltenberg (48)
  • Kulm (13)
  • Mirnig (41)
  • Micheldorf (30)
  • St. Oswald (133)
  • St. Walburgen (291)
Eberstein um 1900 Richtung Norden
Eberstein mit Dolomitabbau
Dolomitabbau
Kapelle mit Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau in Hochfeistritz
Pfarrkirche Heilige Walburga in Sankt Walburgen

Geschichte

Das heutige Gemeindegebiet war, wie Funde belegen, schon in der Römerzeit besiedelt. So sind beispielsweise in die Fassade des Schlosses Eberstein römische Grabsteine aus dem 2. Jahrhundert n. Chr eingebettet. Funde römischer Meilensteine belegen, dass von Hüttenberg aus durch das Görtschitztal und somit durch das heutige Gemeindegebiet von Eberstein eine Nebenstraße zum Transport des für das Römische Reich wichtigen Norischen Eisens (Ferrum Noricum) geführt hat.

Im 11. Jahrhundert wurde die Burg Hocheberstein erbaut und das Dorf Eberstein zur Versorgung der Burg gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wird das heutige Schloss Eberstein im 12. Jahrhundert als untere Burg. Ihre Besitzer, Dienstleute der Grafen von Görz-Tirol, wurden 1152 erstmals genannt. Die Herren von Eberstein starben im Jahr 1457 aus, ihr Erbe trat Moritz Welzer an, der damit den landespolitisch wichtigen Kärntner Zweig der Familie begründete. Diese emigrierten im Zuge der Gegenreformation in deutsche Gefilde, so dass im Jahr 1630 Burg und Herrschaft an die Grafen Christalnigg übergingen.

Der bereits 1474 als Markt bezeichnete Ort erlangte ab dem Spätmittelalter Bedeutung durch Hammerwerke, die ab dem 17. Jahrhundert von den Grafen Christalnigg mit Erzen aus Hüttenberg und Lölling beliefert wurden. Die Eisenverarbeitung wurde Ende des 19. Jahrhunderts eingestellt, der Eisenabbau am Hüttenberger Erzberg erst 1978.

Der 1850 gebildeten Ortsgemeinde wurden 1871 die Gemeinde Hochfeistritz und 1887 die Katastralgemeinde St. Walburgen angeschlossen. Das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“ wurde Eberstein 1956 bestätigt.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat Eberstein 1.505 Einwohner, davon besitzen 96,9 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 88,0 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 2,0 % zur evangelischen Kirche, 6,6 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Herz Jesu in Eberstein
  • Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau in Hochfeistritz (spätgotische Wehrkirche)
  • Pfarrkirche Hl. Oswald in St. Oswald
  • Pfarrkirche Hl. Walburga in St. Walburgen mit ehemaligem Karner
  • Georgskirche: gotische Burgkirche
  • Schloss Eberstein
  • Burgruine Gillitzstein
  • Ehemaliges Hochofenwerk in Eberstein

Wirtschaft und Infrastruktur

In der Gemeinde ist neben der Land- und Forstwirtschaft auch der Fremdenverkehr, größtenteils im Sommer als „Sanfter Tourismus“, mit etwa 12.000 Nächtigungen pro Jahr von wirtschaftlicher Bedeutung.

Der für die Kies- und Schottergewinnung bedeutsame Dolomit wird im Tagbau direkt über dem Ort abgebaut. In geologischer Hinsicht ist dieser Berg mit dem Kathreinkogel verbunden, wo auch Dolomit aus dem Berg gebrochen wurde.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:[1]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Andreas Grabuschnig (ÖVP).[2]

Wappen

Das Wappen der Herren von Eberstein ist auf Siegeln von 1319 und 1321 überliefert. Kaiser Friedrich III. verlieh nach deren Aussterben ihr Wappen 1458 an Moritz Welzer von Eberstein, das damals als von Silber und Rot geviert mit einem wachsenden schwarzen Eber als Helmzier beschrieben ist. Da bei Gemeindewappen keine Helmzier vorgesehen ist, wurde der Eber auf einem Fels als Herzschild eingefügt; es erfüllt somit auch die Funktion eines „redenden“ Wappens.

Die heraldische Beschreibung des Wappens lautet: „Hauptschild geviert von Rot und Silber. Mittelschild: in Gold auf schwarzem Felsen ein nach rechts gewandter schwarzer, silber bewehrter, rot gezungter Eber.“[3]

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 16. April 1968 verliehen. Die Fahne ist Rot-Gelb-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen.

Einzelnachweise

  1. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 19. März 2009
  2. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 19. März 2009
  3. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 78

Weblinks