Ebreichsdorf

Ebreichsdorf
Wappen von Ebreichsdorf
Ebreichsdorf (Österreich)
Ebreichsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Fläche: 43,2 km²
Koordinaten: 47° 58′ N, 16° 24′ O47.96111111111116.404722222222202Koordinaten: 47° 57′ 40″ N, 16° 24′ 17″ O
Höhe: 202 m ü. A.
Einwohner: 9.934 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 229,95 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2442, 2483
Vorwahl: 02254
Gemeindekennziffer: 3 06 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
2483 Ebreichsdorf
Website: www.ebreichsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Kocevar (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(33 Mitglieder)
13 BL, 12 SPÖ, 3 ÖVP, 2 FPÖ, 2 ILSE, 1 Grüne
Lage der Stadt Ebreichsdorf im Bezirk Baden
Alland Altenmarkt an der Triesting Bad Vöslau Baden Berndorf Blumau-Neurißhof Ebreichsdorf Enzesfeld-Lindabrunn Furth an der Triesting Günselsdorf Heiligenkreuz Hernstein Hirtenberg Klausen-Leopoldsdorf Kottingbrunn Leobersdorf Mitterndorf an der Fischa Oberwaltersdorf Pfaffstätten Pottendorf Pottenstein Reisenberg Schönau an der Triesting Seibersdorf Sooß Tattendorf Teesdorf Traiskirchen Trumau Weissenbach an der Triesting NiederösterreichLage der Gemeinde Ebreichsdorf im Bezirk Baden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Ebreichsdorf ist eine südlich von Wien gelegene Stadtgemeinde mit 9934 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Verwaltungsbezirk Baden im Industrieviertel Niederösterreichs.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Ebreichsdorf liegt mitten im Wiener Becken, im so genannten Steinfeld. Durch Ebreichsdorf fließen die Piesting und die Fischa; der Kalte Gang entspringt hier.

Stadtgliederung

Die Stadtgemeinde (Stadtrecht seit September 2001) besteht aus den 4 Katastralgemeinden:

  • Ebreichsdorf
  • Unterwaltersdorf mit Marktrecht
  • Schranawand
  • Weigelsdorf an der Fischa

Verkehr

Verkehrsmäßig ist Ebreichsdorf durch die Südost-Autobahn A 3 und die Ödenburger Straße B 16 sowie die Leitha-Straße B 60 erschlossen. Als Bahnverbindung ist die Pottendorfer Linie zu erwähnen.

Geschichte

Der Name leitet sich vom Ritter Eberich ab (Eberichsdorf) und wird das erste Mal in einer Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau genannt. Der Platz des heutigen Ortes dürfte aber auf Grund von Ausgrabungen schon in frühchristlicher Zeit besiedelt worden sein. Außerdem dürfte schon früher in der Nähe von Ebreichsdorf eine große römische oder von den Römern besetzte keltische (boische) Siedlung bestanden haben. Später unter den Babenbergern war die Besiedlung in der für diese Zeit in sogenannten Angerdörfern. Bereits 1120 wurde das frühere Schloss in Schranawand (früher Schranabatten), einer kleinen Bauernsiedlung, erwähnt[1] . Von dem Schloss sieht man nichts mehr. Nur die Kirche, die auch schon unter den Babenbergern erbaut wurde, steht heute noch.

Ebreichsdorf und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Unterwaltersdorf wurde bereits 1304 als Markt erwähnt. Das Schloss Ebreichsdorf dürfte ein Veste (Festung) gegen die immer wieder hereindringenden Ungarn gewesen sein. Genaue Unterlagen über die Entstehung des Schlosses gibt es aber nicht. Im Jahr 1333 ging Ebreichsdorf, das bisher im Besitz des Stiftes Melk war, in den Besitz von Ulrich und Berthold von Pergau über, denen zu dieser Zeit das Schloss gehörte. Seitdem wechselten die Besitzer des Schlosses sehr oft. Es war auch kurz in ungarischer Hand. Auch bei der ersten Türkenbelagerung wurde es, wie alle Orte, stark in Mitleidenschaft gezogen. 1568 kaufte Hieronymus von Beck das Schloss und baute es komplett um mit einem ausgedehnten Park.

In der Zeit danach nahm Ebreichsdorf durch seine Kaisertreue einen Aufschwung. Bei der zweiten Türkenbelagerung blieben sie durch einen Schutzbrief mit einem Treugelöbnis verhältnismäßig ungeschoren.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden durch die damaligen Schlossherrn starke wirtschaftliche Impulse gesetzt. So entstand eine große Baumwoll- und Schafwollmanufaktur, eine der größten im damaligen Niederösterreich. Der Hauptteil der Gebäude steht heute noch am Hauptplatz. Eine große Mühle entstand. Diese Industrialisierung wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Verwendung der Wasserkraft der Piesting, Kalten Ganges und der Fischa fortgesetzt.

Ebreichsdorf kam in den 1990er Jahren in den Schlagzeilen, als der Austro-Kanadier Frank Stronach dort das sogenannte Weltkugel-Projekt verwirklichen wollte.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung



Mai 2012: 11480

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich nach dem Wahlergebnis vom 14. März 2010 (in Klammer die Veränderung gegenüber 2005) wie folgt zusammen:

  • BL (Die Bürgerliste): 13 (−2)
  • SPÖ: 12 (+1)
  • ÖVP: 3 (±0)
  • FPÖ: 2 (+2)
  • ILSE (Initiative Lebensqualität, Verkehr Stadtgemeinde Ebreichsdorf): 2 (±2)
  • Die Grünen: 1 (±0)


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Das Stadtbild wird geprägt vom mittelalterlichen Schloss und dem in Resten als Anger erkennbaren Hauptplatz.

Die Pfarrkirche Unterwaltersdorf ist dem Hl. Bartholomäus geweiht. Die Pfarre wird bereits 1050 als Mutterpfarre vieler Pfarren in der Umgebung genannt.

Persönlichkeiten

Sport

Heutzutage ist Ebreichsdorf bekannt für seinen Reitclub, Poloclub, 18-Loch-Golfplatz und die 2004 eröffnete Pferde-Rennbahn Magna Racino, die von Frank Stronach errichtet wurde.

Literatur

  • Herbert Hacker, Elke und Herbert Nagy: Das Werden einer Stadt, 2009 Heimat-Verlag ISBN 3-9501643-8-3

Einzelnachweise

  1. Aus der ersten Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau.. Jänner 1120

Weblinks

 Commons: Ebreichsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien