Edith Klinger

Edith Klinger (geborene Margulies) (* 28. März 1922 in Wien) ist eine österreichische Tierschützerin und Moderatorin, die in früheren Jahren als Film- und Theaterschauspielerin unter dem Namen Edith Prager bekannt war. Sie wohnt alleine mit ihrem schwarzen Kater in einer kleinen Wohnung am Rande des Pötzleinsdorfer Schlossparks in Wien. [1]

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Ausbildung

Edith Margulies wuchs nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Mutter Nema Peretianu in Bukarest auf, wo sie mit hervorragendem Erfolg das renommierte Französische Lyzeum und die Akademie für darstellende Kunst absolvierte.

Berufliche Karriere

Nach Kriegsende kam sie wieder nach Wien, der Heimatstadt ihres unter der Naziherrschaft in Theresienstadt umgekommenen Vaters, und startete eine Schauspielkarriere unter dem Namen ihres ersten Ehemannes (Prager). Diese Berufslaufbahn, die sie später unter anderem auch nach München führte, gab sie nach der (1954 erfolgten) Eheschließung mit ihrem zweiten Mann, dem Industriellen Harald Klinger, auf, um ihn in seinem Unternehmen (Textildruckereien) zu unterstützen.

Von 1981 bis Ende 1999 war sie – nach Mitwirkung am TV-„Seniorenclub“ – als Fernsehmoderatorin der beliebten ORF-Tiersendung „Wer will mich?“ immer Samstag am späten Nachmittag als Tiervermittlerin tätig, wobei sie strenge Kriterien für die Vergabe aufstellte. Ihre Sendung präsentierte sie stets im Dirndlkleid. Im Jahr 2000 wurde sie, für sie selber völlig überraschend, von einer 50 Jahre jüngeren ehemaligen Stewardess, Maggie Entenfellner, abgelöst und die Sendung sodann als „nicht mehr zeitgemäß“ eingestellt.

Klinger betreute 36 Jahre lang die „Tierecke“ in der Kronenzeitung. Für das Blatt verfasste sie zudem Kulturbeiträge sowie Film- und Theaterkritiken; aufgrund ihrer profunden Fremdsprachenkenntnisse (Französisch, Italienisch, Rumänisch, Englisch) wurde sie zuweilen auch für Übersetzungsarbeiten in Anspruch genommen. Bevor sie von Herausgeber Hans Dichand als redaktionelle Mitarbeiterin angeworben wurde, hatte sie dessen Aufmerksamkeit durch die selbstlose regelmäßige Finanzierung von Annoncen zur Suche verlorengegangener Tiere gewonnen. Gleichzeitig mit der „Tierecke“ hatte sie eine Tierschutz-Kolumne, in der sie gelegentlich den offenen Konflikt mit Interessen der Wirtschaft nicht scheute. Kurz nach der Einstellung der TV-Sendung wurde ihr auch die Betreuung der „Tierecke“ entzogen. Großen Erfolg hatte ihr Fernsehauftritt in der „Nette Leit Show“ von Hermes Phettberg.

Die Tierschutzaktivistin, die sich auch in anderen Ländern (Italien, Griechenland, Ägypten) engagierte, ist seit 2005 gesundheitlich angeschlagen, nachdem sie sich einen Oberschenkelbruch zugezogen hatte. Ihr Stiefsohn, zu dem sie ein gutes Verhältnis hat, ist der Journalist Tom Klinger, der unter anderem für die Kronenzeitung und die Zeitung Österreich tätig war und von der Schauspielerin und Moderatorin Sabine Petzl geschieden ist. [1]

Ehrungen

Edith Klinger, die sich jahrzehntelang vehement für ein bundesweit geltendes Tierschutzgesetz einsetzte, ist Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens des Bundeslandes Wien und weiterer – auch kirchlicher – Auszeichnungen.

Filme

  • 1948: Die Schatztruhe
  • 1949: Märchen vom Glück aka Traum vom Glück (Kiss me Casanova)
  • 1950: Glück aus Ohio aka Die Erbschaft aus Amerika aka Spatzen in Gottes Hand
  • 1950: (Das) Kind der Donau (Marika)
  • 1951: Eva und der Frauenarzt
  • 1951: Czardas der Herzen aka Servus, Peter
  • 1952: 1. April 2000
  • 1952: Wienerinnen aka Schrei nach Liebe aka Frauenschicksale aka Wienerinnen im Schatten der Großstadt
  • 1953: Seesterne
  • 1955: Herr Puntila und sein Knecht Matti (Herr Puntila and His Servant Matti)
  • 1956: Lügen haben hübsche Beine

Einzelnachweise

  1. a b Quelle Artikel / Interview von Roland Hofbauer in News Nr. 12 vom 22. März 2007

Weblinks