Edmundsburg

Forschungszentrum Edmundsburg

Die Edmundsburg liegt oberhalb der Salzburger Festspielhäuser auf dem Mönchsberg. Der dreigeschossige, kubische Bau wurde in den Jahren 1694 bis 1696 im Auftrag des Erzabtes des Klosters St. Peter Pater Edmund Sinnhuber OSB erbaut.

Geschichte

Wappen der Äbte von St. Peter
Edith-Stein Haus

Die Edmundsburg diente als Sommerresidenz der Äbte von Sankt Peter, später als Pensionat für „würdige Klosterbedienstete“. Eine historische Besonderheit ist der auf der Edmundsburg unter Aufsicht von Pater Dominicus Beck am 12. Mai 1786 errichtete zweite Blitzableiter Salzburgs (der erste befand sich auf dem Schloss Mirabell). Nach der 1816 erfolgten Angliederung Salzburgs an die Habsburgermonarchie wechselte die Liegenschaft 1834 den Besitzer. 1853 wurde hier eine „Anstalt für arme Knaben im Herzogtum Salzburg“ eingerichtet. Dazu stiftete die Kaiserin Carolina Augusta, die vierte Ehefrau des Kaisers Franz von Österreich, die selbst kinderlos geblieben war, großzügige 10.000 fl. Die Anstalt sollte sich der Erziehung verwahrloster Knaben aus dem ganzen Herzogtum Salzburg widmen. Aus dem Stift St. Peter wurden die Erzieher gestellt.

Als der Bedarf an weiteren Plätzen in der Erziehungsanstalt gewachsen war, wurde 1902 ein weiteres Gebäude errichtet (das heutige Institutshaus 2a „Edith-Stein-Haus“). In den beiden Häusern konnten bis zu 130 Knaben untergebracht werden, Kreuzschwestern führten das Internat.

Im Edith-Stein-Haus wurden 1930 die bis heute bestehenden Salzburger Hochschulwochen, als Vorläufer der seit 1962 wiedererrichteten Alma Mater Paridiana, gegründet. Bei dem ersten Kongress war die Philosophin Edith Stein anwesend, deren erster öffentlicher Vortrag in Salzburg („Der Eigenwert der Frau in seiner Bedeutung für das Leben des Volkes“) starke Beachtung fand.

In der NS-Zeit wurde die Edmundsburg enteignet, aber als Schülerheim weitergeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Pater Eberhard Steinbrecher OSB vom Stift St. Peter bis 1959 die Leitung.

Der Ruf des Heimes war aber nicht der beste; vielmehr war es eine beliebte Einschüchterung, aufmüpfigen Kindern mit der Edmundsburg zu drohen.

Gegenwart

Als in den 1960er Jahren Pläne für eine Internationale Universität reiften, wurde die Liegenschaft von der Erzdiözese Salzburg übernommen. Das dem Katholischen Hochschulwerk angegliederte „Internationale Forschungszentrum für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg“ (IFZ) wurde hier 1964 auf Initiative von Prof. Stefan Rehrl geschaffen und bildete eine internationale Stütze bei der Wiedererrichtung der Salzburger Universität.

Das „Katholische Hochschulwerk“ ist auch heute noch in dem Edith-Stein-Haus untergebracht. Ebenso findet sich hier das „Österreichische Institut für Europäische Rechtspolitik“.

2008 wurde die Edmundsburg durch die Erzdiözese und die Universität Salzburg grundlegend saniert. Seit dem 27. Oktober 2008 ist das Gebäude Sitz eines Europa- und Forschungszentrums. In diesem interdisziplinären Studienzentrum („Salzburg Center of European Union Studies“) forschen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrerer Disziplinen (Rechtswissenschaft, Theologie, Gesellschaftswissenschaften). Stadt, Land und Universität Salzburg haben überdies in Teilen der Edmundsburg das Stefan Zweig Centre Salzburg eingerichtet. Ebenso befindet sich hier das von Adolf Haslinger gegründete „Salzburger Literaturarchiv“.

Die Edmundsburg ist zu Fuß über die sog. Festspielstiege, auch Clemens-Holzmeister-Stiege genannt, oder mittels eines Liftes erreichbar; der Eingang dazu findet sich in der Mönchsbergparkgarage im Toscaninihof.

Weblinks

 Commons: Edmundsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.79728055555613.041952777778Koordinaten: 47° 47′ 50″ N, 13° 2′ 31″ O