Ednan Aslan

Ednan Aslan (* 7. November 1959 in Bayburt, Türkei) ist ein österreichisch-türkischer Religionspädagoge.

Aslan studierte seit 1980 in Deutschland und Österreich und promovierte 1996 über die Religiöse Erziehung der muslimischen Kinder in Österreich und Deutschland. Er ist Universitätsprofessor für islamische Religionspädagogik an der Universität Wien. Nach seiner theologischer Ausbildung in der Türkei und Ägypten studierte er Sozialpädagogik, Politikwissenschaft und Pädagogik in Esslingen, Tübingen, Stuttgart, Wien und Chicago.

Er geht auf Distanz zu einem Islam als unveränderlichem Dogmengebäude, da sich die Scharia den gegebenen Umständen von Zeit und Ort flexibel anpassen müsse. Darin zeigt sich eine Offenheit für den Säkularismus, ohne dass sich die europäischen Muslime von ihren religiösen und kulturellen Wurzeln entfremden müssten. Im Hinblick auf den Gesichtsschleier muslimischer Frauen spricht er von einer "archaischen und allzu simplen Theologie", einer "Gewalttheologie" und "Theologie der geistigen Zerstörung". Wer den Gesichtsschleier verteidige, bereite der Verherrlichung theologischer Gewalt den Weg.[1]

Aslan vermisst in Österreich einen innerislamischen Diskurs:

„Der Diskurs im Bagdad des 9. und 10. Jahrhunderts war vielfältiger und liberaler als in der Gegenwart in Wien.“[2]

In der Einschätzung Aslans vertreten manche moslemische Verantwortliche intern einen traditionellen Islam, während sie nach außen hin einen für die Gegenwart aufgeschlossenen Islam präsentieren (sie geben also ein „Scheinbild“ ab).[3]

Einzelnachweise

  1. Eine Gewalttheologie schlägt Wurzeln. In: Die Presse, 22. November 2008.
  2. Presse-Interview, 2.Juli 2012.
  3. Presse-Interview, 2.Juli 2012, im Zusammenhang mit Jugendorganisationen.

Weblinks