Eduard Schöningh (1823–1900)

Eduard Schöningh

Eduard Schöningh (* 4. Dezember 1823 in Meppen; † 21. April 1900 ebenda) war ein österreichischer Marineoffizier und Bürgermeister von Meppen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er war der jüngste Sohn von Heinrich Jakob Schöningh (1782–1833), Amtmann des Amtes Meppen im Herzogtum Arenberg-Meppen, und dessen Gattin Josephine geb. Coppenrath (1789–1851), Tochter des Buchhändlers und Verlegers Joseph Heinrich Coppenrath (1764–1853) aus Münster.

Sein ältester Bruder Josef Schöningh wurde Richter am Obergericht in Meppen. Ferdinand Schöningh (1815–1883), ein weiterer Bruder, betätigte sich als Publizist und Verleger. Er gründete den heute noch existierenden Verlag Ferdinand Schöningh.

Eduard Schöningh diente zunächst als Secondeleutnant im Mariniercorps der von der Frankfurter Nationalversammlung aufgestellten Reichsflotte, unter Admiral Karl Rudolf Brommy.[1]

Nach Auflösung dieser Einheit wechselte Schöningh in österreichische Dienste. Ab 1853 war er Offizier der Marineartillerie in der k.k. Kriegsmarine, stationiert in Venedig, Triest und Pula, wobei er sich zeitweise auch auf der Fregatte SMS Novara befand. Dort wurde er u.a. für die Bekämpfung eines 1866 an Bord ausgebrochenen Brandes belobigt.[2]

Schöningh erreichte den Rang eines Hauptmanns und kehrte 1867 nach Deutschland zurück. Dort wirkte er bis zu seinem Tode als Gutsbesitzer und Bürgermeister seiner Heimatstadt Meppen. Eduard Schöningh und sein Bruder Ferdinand gründeten die Moorkolonie Schöninghsdorf.

Wegen Verdiensten im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 war Eduard Schöningh Ehrenbürger von Wyk auf Föhr.[3] Außerdem hatte man ihn in diesem Zusammenhang mit dem Österreichischen Militärverdienstkreuz ausgezeichnet.[4]

Er war verheiratet mit Elisabeth geb. Lampe aus Lingen (Ems) und sie hatten den Sohn Eduard Schöningh (1874–1956), welcher ebenfalls als Gutsbesitzer in Meppen lebte.

Literatur

  • Horst Heinrich Bechtluft: Eduard Schöningh, Seemann, Bürgermeister und Moorkolonist, in: Emsländische Geschichte, Jahrgang 10, 2003, Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte e.V., ISBN 3-9808021-1-6; (Findhinweis)
  • Schöningh sin Dörp, 1876 1976, 100 Jahre Schöninghsdorf, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1976.
  • Festausschuß 125 Jahre Schöninghsdorf (Hrsg):125 Jahre Schöninghsdorf 1876–2001, Fege, Meppen 2001.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Max Bär : Die Deutsche Flotte von 1848–1852. Hirzel, Leipzig 1898. (Eduard Schöningh in der Offiziersliste).
  2. Streffleurs Militärische Zeitschrift, VII. Jahrgang, 2. Band, Wien 1866, Seite 126; Scan aus der Quelle
  3. Gerd Stolz: Die "Eroberung" der nordfriesischen Inseln im Jahre 1864: eine Affaire aus dem deutsch-dänischen Krieg, Band 10 von: Heimatkundliche Schriften des Nordfriesischen Vereins für Heimatkunde und Heimatliebe, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 1988, Seite 62
  4. Streffleurs Militärische Zeitschrift, V. Jahrgang, 3. Band, Wien 1864, Seite 172; Scan aus der Quelle