Eduard Vogel von Falckenstein

Eduard Vogel von Falckenstein

Eduard Ernst Friedrich Hannibal Vogel von Fal(c)kenstein (* 5. Januar 1797 in Breslau; † 6. April 1885 auf Schloss Dolzig im Landkreis Sorau (Lausitz), Provinz Brandenburg) war ein preußischer General der Infanterie.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Er war der Sohn des Hannibal Vogel von Falckenstein (1750–1808).

Vogel von Falckenstein heiratete am 9. April 1829 in Treuenbrietzen (Brandenburg) Luise Gärtner (* 21. Januar 1813 in Berlin; † 24. August 1892 auf Gut Dolzig). Der älteste Sohn Maximilian wurde ebenfalls preußischer General der Infanterie.

Militärischer Werdegang

Vogel von Falckenstein trat 1813 als freiwilliger Jäger in die Armee ein und konnte sich 1814 bei Montmirail auszeichnen. Er erhielt hierfür das gerade erst geschaffene Eiserne Kreuz. Nachdem er 1841 zum Major befördert worden war, wurde er 1848 bei der Märzrevolution in Berlin während eines Straßenkampfes verwundet. Anschließend kämpfte er in Holstein, wurde Kommandeur eines Garde-Schützen-Bataillons und 1850 zum Generalstabschef des 3. Armee-Korps ernannt.

1851 wurde er zum Oberst befördert, 1855 zum Generalmajor Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Brigade. Von 1856 bis 1858 war er Direktor des Militärökonomie-Departments. Im Jahr 1858 wurde er Generalleutnant und übernahm erst die 5. Division, dann die 2. Garde-Infanterie-Division.

Vogel von Falckenstein war im Deutsch-Dänischen Krieg seit Dezember 1863 Chef des Generalstabs der verbündeten österreichisch-ungarischen und preußischen Truppen sowie Kommandierender General eines preußischen Armeekorps unter Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel. Am 22. April 1864 wurde Vogel von Falckenstein mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet und am 30. April zum Gouverneur von Jütland ernannt. Nach dem Krieg erhielt er das Generalkommando über das VII. Armee-Korps. 1865 wurde er zum General befördert.

Im Krieg gegen Österreich von 1866 war er Oberbefehlshaber der preußischen Main-Armee. Schon beim Ausbruch besetzte er Hannover und zwang die hannoversche Armee am 29. Juni bei Langensalza zur Kapitulation. Als Kommandierender General des I. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich) besiegte er in einer Reihe von Gefechten die süddeutschen Streitkräfte und zog am 16. Juli in Frankfurt am Main ein. Während dieser Zeit wurde er wegen Differenzen mit dem Großen Hauptquartier als Generalgouverneur nach Böhmen versetzt und musste sein Kommando an General von Manteuffel abgeben.

Für seine Verdienste in diesem Krieg erhielt er eine beträchtliche Dotation.

1867 wurde er vom Wahlkreis Königsberg als Abgeordneter in den Reichstag des Norddeutschen Bundes[1] gewählt und gehörte in dieser Eigenschaft seit 1868 auch dem Zollparlament an.[2] 1868 wurde Vogel von Falckenstein zu den Offizieren der Armee versetzt.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 war Vogel von Falckenstein Generalgouverneur der deutschen Küstenlande und residierte in Hannover. In dieser Eigenschaft organisierte er die Küstenverteidigung und schuf eine freiwillige Seewehr. 1873 ging er in den Ruhestand. Im Jahre 1889 erhielt das Infanterie-Regiment Nr. 56 in Wesel seinen Namen.

Einzelnachweise

  1. Haunfelder, Bernd / Pollmann, Klaus Erich (Bearb.): Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867-1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch. Düsseldorf: Droste Verlag, 1989, Foto S. 338, Kurzbiographie S. 481 (Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 2)
  2. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 2; vgl. auch Phillips, A. (Hrsg.): Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1883. Statistik der Wahlen zum Konstituierenden und Norddeutschen Reichstage, zum Zollparlament, sowie zu den fünf ersten Legislatur-Perioden des Deutschen Reichstages. Berlin: Verlag Louis Gerschel, 1883, S. 2

Literatur

Weblinks