Ein Fall für zwei

Seriendaten
Ein fall fuer zwei 2005.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr(e) 1981–2012
Länge 60 Minuten
Episoden 290 in 31 Staffeln
Genre Kriminalfilm
Produktion Andrea Jedele, Odeon TV
Idee Karl-Heinz Willschrei, Georg Althammer
Musik Klaus Doldinger
Erstausstrahlung 11. September 1981 auf ZDF
Besetzung
Claus Theo Gärtner
Josef Matula (Episoden 1–300)
Paul Frielinghaus
Dr. Markus Lessing (182–300)
Mathias Herrmann
Dr. Johannes Voss (149–182)
Rainer Hunold
Dr. Rainer Franck (60–149)
Günter Strack
Dr. Dieter Renz (1–60)
Caroline Grothgar
Kristin Wernstedt (258–300)
Renate Kohn
Helga Sommer (24–257)

Ein Fall für zwei ist eine Krimiserie im ZDF, SF und ORF, die seit 11. September 1981 ausgestrahlt wird. Die Hauptrollen sind der Privatdetektiv Josef Matula (Claus Theo Gärtner) und ein Rechtsanwalt, zurzeit Dr. Markus Lessing (Paul Frielinghaus). Die Reihe wird mit der 300. Folge eingestellt, deren Erstausstrahlung im Frühjahr 2013 geplant ist.[1]

Inhaltsverzeichnis

Rollen und Darsteller

Die Hauptpersonen der in Frankfurt am Main und naher Umgebung spielenden Fernsehserie sind der Privatdetektiv Hermann Josef Matula[2], Rufname Josef (Claus Theo Gärtner), ein ehemaliger Polizeiobermeister, der meist erfolgreich für Mandanten eines Rechtsanwaltes arbeitet, welcher die zweite Hauptperson der Serie darstellt. Oft muss Matula den wahren Mörder suchen, damit ein unschuldig Inhaftierter entlastet und der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen wird. Trotz erfolgreicher Ermittlungsarbeit bildet seine permanente Geldknappheit – er bittet seine Auftraggeber immer wieder um Vorschüsse, großzügige Spesenentschädigungen und so weiter – eine Art Running Gag. Er wurde schon oft festgenommen und ist mehrmals aus dem Gefängnis ausgebrochen, war aber immer unschuldig.

Im Verlauf der Serie arbeitete Matula mit vier Rechtsanwälten zusammen:

Mit der 60. Folge tauchte auch Umba – Dr. Francks Hund – auf, ein Golden Retriever, der allerdings von mindestens zwei Hunden dargestellt wurde.[3]

Einzig weitere durchgehende Darstellerin bis Folge 257 war Renate Kohn als Helga Sommer, die ab Folge 24 Chemie eines Mordes dabei war, aber erst in Folge 128 Tödlicher Gewinn einen Nachnamen erhielt, der durch ein Versehen in Folge 182 Morgen bist du tot geändert wurde. Helga war die Sekretärin und Seele der Anwaltskanzlei. Sie arbeitete nacheinander für alle vier Anwälte, bis im Oktober 2008 vom ZDF verbreitet wurde, dass sie nicht mehr in der Serie vertreten sein und in Pension geschickt wird. Nach Angaben des ZDF wollte man in das Format frischen Wind bringen. An die Stelle von Helga ist nun Kristin Wernstedt – gespielt von Caroline Grothgar – getreten, erstmals am 5. Dezember 2008 in der Folge Erbarmungslose Rache.

Merkmal der Serie ist überdies, dass die Namen und Darsteller der ermittelnden Polizeikommissare und Staatsanwälte sehr häufig geändert werden. Es gibt jedoch auch einige häufiger vorkommende Kommissarsfiguren, so z. B. die des Kommissar Allberg (Thomas Anzenhofer), der in insgesamt acht Folgen zu sehen war; zuletzt im November 2009 in der Erstausstrahlung der Folge Skorpion im dritten Haus.[4]

Konzept

Logo (1981–1997)
Logo (1997–2005)

Die Serie wurde von Karl-Heinz Willschrei und Georg Althammer als Alternative zu klassischen Krimiserien konzipiert, die üblicherweise Kriminalkommissare als Hauptpersonen haben – die Helden sind gezwungen, gänzlich andere Ermittlungsmethoden anzuwenden, da sie keine staatliche Vollmacht, sondern lediglich ein Kundenmandat haben. Mit der handschriftlichen Zusage auf einer Restaurantrechnung - "100 Folgen okay, C.T.G." - hatte Claus Theo Gärtner vor 30 Jahren das Rollenangebot des Produzenten Georg Althammer angenommen. Das Schreiben der Drehbücher beansprucht in der Regel mehrere Monate. Die Kosten für das Drehbuch liegen je Folge zwischen 12.000 und 15.000 Euro.[5]

Im ursprünglichen Serienkonzept war die Figur des Anwalts als jung-dynamisch, die des Detektivs als alt und knorrig angelegt gewesen. Dies wurde damals fallen gelassen und die Rollen stattdessen mit dem jungen Claus Theo Gärtner und dem älteren Günter Strack besetzt. Eine Kuriosität ist, dass das ursprüngliche Konzept mit dem Laufe der Zeit doch Wirklichkeit wurde.

Die Haupthandlung spielt in allen bisherigen Fällen in Frankfurt am Main. Drehorte sind, abgesehen von einigen wenigen Bildern, die Frankfurt zeigen, das allgemeine Rhein-Main-Gebiet, vorzugsweise aber Wiesbaden und Umgebung, wegen der Nähe zum Sender. Ein häufiger Drehort ist das Büro Center Nibelungenplatz im Frankfurter Nordend, da der Anwalt seine fiktive Kanzlei in diesem Gebäude hat. Der in den Folgen stets gezeigte Rundblick auf die Frankfurter Skyline ist ein Erkennungsmerkmal der Serie. In den ersten Folgen war das Büro von Dr. Renz ganz in der Nähe des Schauspielhauses/der Oper Frankfurt und später im Intercontinental Hotel, ebenfalls in Frankfurt, wobei hier für die Außenaufnahmen die Hochhäuser regelmäßig wechselten. Die Innenaufnahmen des Büros von Dr. Renz wurden jedoch stets im Intercontinental Hotel Frankfurt - jedoch in anfangs oft verschiedenen Zimmern/Suiten - gedreht. Das Büro von Dr. Franck war bis einschließlich Episode 109 („Tod im Fahrstuhl“) in einem Bürohaus in der Frankfurter Walter-Kolb Straße 9-11, welches sowohl für die Innen- als auch für die Außenaufnahmen verwendet wurde. Ab der Episode 110 („Gelegenheit macht Mörder“) war sein Büro bereits im bis zuletzt als Drehort genutzten „Büro Center Nibelungenplatz“.

Kürzung und Veränderung der Episoden

Im Rahmen einer Umgestaltung des Freitagsprogramms beim ZDF wurden die neuen Episoden der Serie sowie die Wiederholungen um etwa fünf Handlungsminuten gekürzt. Zudem wurde der Abspann durch Werbefilme ersetzt.[6] Die Gesamtlaufzeit der Folgen im ZDF beträgt daher rund 55 Minuten. Seit 2008 gibt es einen veränderten Filmstil mit rasanten Schnitten. Außerdem wird die Titelmelodie mittlerweile in einer veränderten Fassung gespielt.

Einstellung der Serie

Ende Oktober 2011 gaben Claus Theo Gärtner und Paul Frielinghaus bekannt, nach dem Dreh der 300. Episode nicht mehr in der Serie mitzuspielen. Gärtner plant nach seinem Ausstieg, eine einjährige Reise durch Amerika zu unternehmen. „Ich habe mir gedacht, nach 30 Jahren habe ich eine größere Pause verdient“, sagte er, ließ aber die Möglichkeit offen, danach doch wieder einzusteigen, falls er gefragt werden sollte.[7] Als dienstältester ZDF-Ermittler hat Matula inzwischen Stephan Derrick (gespielt von Horst Tappert) übertroffen, der es auf 281 Folgen von Derrick brachte. Claus Theo Gärtner hat laut ZDF bisher rund 3.200 Drehtage absolviert, zusammengerechnet also fast neun Jahre. Ende Juli 2012 gab das ZDF die Entscheidung bekannt, die Serie nach Gärtners Ausstieg nicht fortzusetzen.[1]

Episodenführer

Sonstiges

Alfa Romeo Giulia Nuova

Matulas erstes „Dienstfahrzeug“ war eine weiße Alfa Romeo Giulia Nuova Super 1600, die er 1986 gegen einen Audi 80 wechselte. Später fuhr er die jeweils aktuelle Mittelklasse-Limousine von Alfa Romeo, immer in Silbermetallic-Lackierung: die Modelle Alfa Romeo Giulietta, Alfa Romeo 75, Alfa Romeo 155, Alfa Romeo 156 und Alfa Romeo 159.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Aus für „Ein Fall für zwei“, Spiegel online vom 26. Juli 2012
  2. Folge 1 „Die große Schwester“, Erstausstrahlung 11. September 1981; Matula nennt dem Gericht hier erstmals seinen vollen Namen und gibt sein Alter mit 31 Jahren an.
  3. Fanseite
  4. Thomas Anzenhofer Filmografie
  5. Fernsehautoren. sueddeutsche.de 6. November 2007
  6. Siehe etwa den Beitrag zur Kürzung der Freitagskrimis der Fernsehzeitschrift Die Linse
  7. Ein Fall für zwei: Matula-Aus nach 300 Folgen (diepresse.com) abgerufen am 30. November 2011