Eisenbahnkreuzung (Österreich)

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Österreichisches Andreaskreuz (mehrgleisiger BÜ)
Unbeschrankter und beschrankter Bahnübergang
Ein veralteter österreichischer Bahnübergang, der noch mit einer Kurbel zu betätigen ist (vor dem Bahnhof Pulkau)

Eisenbahnkreuzung (Abkürzung: EK) bezeichnet in Österreich amtlich die Bahnübergänge. Die Vorschriften für die Absicherung und das Übersetzen sind in der Eisenbahn-Kreuzungsverordnung niedergeschrieben.[1] Die Anzahl der Bahnübergänge wurde in den letzten Jahrzehnten stark reduziert. Gab es im Jahr 1960 rund 10.700, so existierten Ende 2008 nur mehr 5.555.[2]

Inhaltsverzeichnis

Unbeschrankte Eisenbahnkreuzungen

Zusatztafel auf Pfeifsignal achten

Unbeschrankte Eisenbahnkreuzungen werden auf stark befahrenen Straßen mit dem Gefahrenzeichen „unbeschrankter Bahnübergang“ sowie den „Baken“ angekündigt. Auf Straßen mit wenig Verkehr entfallen die Baken oder das Gefahrenzeichen überhaupt. Unmittelbar vor jedem unbeschrankten Bahnübergang ist ein einfaches oder - bei mehrgleisigen Eisenbahnkreuzungen - doppeltes Andreaskreuz aufgestellt. Je nach Sicht auf herannahende Schienenfahrzeuge wird bei Übergängen ohne technische Sicherung zusätzlich eine Geschwindigkeitsbeschränkung für die Straßenfahrzeuge oder ein Stoppschild angebracht.

Seit April 2006 gibt es bei unbeschrankten Übergängen ein Zusatzschild, das auf Pfeifsignale von Zügen hinweist. Laut Eisenbahn-Kreuzungsverordnung darf eine Eisenbahnkreuzung, die nur durch Andreaskreuze gesichert ist, von Schienenfahrzeugen mit einer Höchstgeschwindkeit von 100 km/h bzw. bei einer reinen Fußgängerkreuzung mit 120 km/h gequert werden.[3] Auch Lichtzeichenanlagen mit rotem oder rotem und gelbem Licht können zur Absicherung aufgestellt werden. Der Begriff Lichtzeichenanlage wird im österreichischen Eisenbahngesetz verwendet und darf nicht mit dem gleichnamigen Begriff in Deutschland verwechselt werden, wo er für die Ampel (in Österreich Lichtsignalanlage) im Straßenverkehr verwendet wird.

Die aktuelle EisbKrVo von 06/2012 setzt neue Schwerpunkte, indem das Pfeifsignal wieder entfällt oder dass nun Wechselverkehrszeichen bzw. Fahrbahnlichter zur Erhöhung der Aufmerksamkeit zugelassen sind.[4]

Die Bewachung der Eisenbahnkreuzung durch besonders geschultes Bahnpersonal auf schwach befahrenen Strecken, bei Verschubdurchführung sowie im Störungsfall der Eisenbahnkreuzungssicherungsanlage ist eine weitere Möglichkeit der Sicherung.

In Österreich beginnt man auf Grund der schweren Unfälle im Jahr 2007 mit zusätzlichen Beleuchtungen, die in die Fahrbahn eingelassen werden, so genannte lane lights, die mehr Aufmerksamkeit hervorrufen sollen:[5] Dies geschieht auch mittels LED-Wechselverkehrszeichen, die mit Fahrzeugdetektion und Steuerungssoftware ein autarkes Warnsystem darstellen.[6]

Beschrankte Eisenbahnkreuzungen

Mit Lichtzeichenanlage gesicherter Bahnübergang

Beschrankte Eisenbahnkreuzungen müssen auf der Straße immer durch das Gefahrenzeichen „beschrankte Eisenbahnkreuzung“ angekündigt werden. Zur Ankündigung für das baldige Schließen der Schranken können Lichtzeichen oder ein Läutewerk angebracht sein.[Anm. 1]

Verkehrszeichen

Auszug aus der Bildtafel der Verkehrszeichen in Österreich

Historisches

Alte umgebaute Warnblinkanlage

Die alten Warnblinkanlagen an unbeschrankten Bahnübergängen hatten eine dreieckige Form, wie die rechte Abbildung zeigt. Unter den beiden rot blinkenden Lichtern war früher ein gelbes Blinklicht, das anzeigte, dass die Anlage in Betrieb ist. Durch die geänderte Gesetzgebung wurde dieser Warnhinweis hinfällig. Damit wurden die gelben Lampen entfernt und die dadurch entstehenden Löcher abgedeckt und schwarz übermalt.

Literatur

  • Ferdinand Hein: Bedienen von Sp-Dr-60-Stellwerke. Teil A. Im Regelbetrieb. Zweite Auflage. Eisenbahn-Fachverlag, Heidelberg/ Mainz 1991, ISBN 3-9801093-0-5.
  • Ferdinand Hein: Bedienen von Sp-Dr-60-Stellwerken. Teil B. Abweichen vom Regelbetrieb und Störungen. Dritte Auflage. Eisenbahn-Fachverlag, Heidelberg/ Mainz 1994, ISBN 3-9801093-2-1.
  • Jörg Stefan Bald, Siegfried Giesa (Begründer): Hinweise für das Anbringen von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen. HAV –Verkehrstechnischer Kommentar mit Fortschreibung der HAV-Q, 2. Auflage. 12. Auflage. Kirschbaum, Bonn 2002, ISBN 3-7812-1580-6.
  • Georg Kerber, Andreas Stirl: Signale und Fahrleitungen auf Modellbahnanlagen. Transpress Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-613-71075-7.
  • Andreas Braun: Signale der deutschen Eisenbahnen. GeraMond, München 1999, ISBN 3-932785-14-2.
  • Helmut Kranz (Hrsg.): 140 Jahre Eisenbahndirektion Hannover. 1843–1983. Bundesbahndirektion Hannover, Hannover 1983, S. 91 ff.
  • Sicherung von Bahnübergängen (PDF) (809 kB)

Einzelnachweise

  1. Gesamte Rechtsvorschrift für Eisenbahn-Kreuzungsverordnung 1961 abgerufen am 12. Juli 2009
  2. Schwerpunkt Bahnsicherheit im neuen ÖBB-Rahmenplan vom 1. April 2009 abgerufen am 17. April 2009
  3. Unfalluntersuchung vom 24. März 2007 vom BMVIT abgerufen am 20. Jänner 2010
  4. EisbKrVo 2012 BGBl.216
  5. Pilotprojekt mit Fahrbahnlichtern in Wieselburg
  6. BMVIT Verkehrssicherheit Staatspreis 2009 vom 18. März 2010 abgerufen am 23. März 2010

Anmerkungen

  1. Ende 1959 führten die Österreichischen Bundesbahnen als zusätzliche Warneinrichtung das rotierende Warnsignal ein, ein rotes rückstrahlendes dreiflügeliges Zeichen mit kreisförmigen Enden und weißer Umrandung, das durch langsame Rotation das (allenfalls zu überhörende) Vorläuten optisch signalisierte. – Siehe: Bahnschranken sollen keine Fallen sein: Der Schrankenpropeller warnt Autofahrer. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 6. September 1959, S. 8, Mitte rechts.
Schrankenanlage mit rotierendem Warnsignal in Zwettl

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bahnübergänge in Österreich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien