Else Feldmann

Else Feldmann (* 25. Februar 1884 in Wien, Österreich; † 1942 im ostpolnischen Vernichtungslager Sobibor ermordet) war eine österreichische Schriftstellerin und Journalistin.

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Leben

Die Tochter jüdischer Eltern wuchs mit sechs Geschwistern in wirtschaftlich nicht begünstigten Verhältnissen auf. Durch ihre Energie schaffte sie es, eine Lehrerinnenbildungsanstalt zu besuchen. Als ihr Vater seine Stelle als Handelsvertreter verlor und die Familie dadurch ohne Einkommen war, musste sie diese Ausbildung abbrechen und arbeitete in einer Fabrik.

Ab 1908 veröffentlichte sie zahlreiche kleine Erzählungen sowie journalistische Berichte, wie Jugendgerichtsreportagen und Texte zu sozialkritischen Themen wie Kindernot, Jugendkriminalität und die Elendsbezirke der Stadt. Hauptsächlich veröffentlichte sie im „Abend“, dem „Neuen Wiener Journal“, der „Neuen Freien Presse“, der Arbeiter-Zeitung und „Die Frau“.

Des Weiteren schrieb sie Romane, die zum Teil zunächst als Fortsetzungsgeschichten in den Zeitungen abgedruckt wurden. Auf diese Weise erreichte sie auch Leute, die keine Bücher kauften oder ausliehen und hatte selber ein Auskommen. In der literarischen Qualität ihrer Schriften sank sie dabei dennoch nie auf das Niveau von Trivialromanen.

Dialoge spielten in ihren Texten eine große Rolle. Sie schrieb auch ein Theaterstück mit dem Titel Der Schrei, den niemand hört, das am 12. Februar 1916 an der Wiener Volksbühne uraufgeführt wurde. Das "Trauerspiel aus dem Ghetto" fand nicht den erhofften großen Publikumszuspruch und wurde bald wieder vom Spielplan genommen. Darüber hinaus schrieb sie noch andere Dramen, die alle verschollen sind. Sie pflegte engen Kontakt zur Wiener Journalisten- und Literatenszene ( z. B. gab es einen, ebenfalls verschollenen, Briefwechsel mit Arthur Schnitzler) und war 1933 Gründungsmitglied der „Vereinigung sozialistischer Schriftsteller“, die wegen obrigkeitlichen Verbots nur ein Jahr Bestand hatte. Am 14. Juni 1942 wurde sie von der Gestapo verschleppt und wenig später im Vernichtungslager Sobibór, das im östlichen Polen an der ukrainischen Grenze liegt, ermordet.

1994 wurde in Wien Floridsdorf (21. Bezirk) die Else-Feldmann-Gasse nach ihr benannt (2011 aufgelassen, da dieser Bereich auf Grund des neubeschlossenen Flächenwidmungsplanes keine öffentliche Verkehrsfläche mehr ist).

Werke (Auswahl)

  • Luftballon (In: Die Frau, 33. Jg., Nr. 12, 1. Dezember 1924)
  • Tagebuch eines fünfzehnjährigen Mädchens (In: Die Frau, 41. Jg., Nr. 3, März 1932)
  • Löwenzahn. Eine Kindheit. - Rikola Verl., Wien 1921 (ÖNB Signatur: 541.722-B) neu Wien 1993 beim Verlag für Gesellschaftskritik (heute: Döcker-Verlag).
  • Melodie in Moll. - Berlin, Leipzig: Glöckner-Verl., [1930].
  • Der Leib der Mutter. Leipzig und Wien 1931, (ÖNB Signatur: 541.459-C), neu: Wiener Frauenverlag 1993
  • Liebe ohne Hoffnung. Erzählungen. Verlag der Büchergilde Gutenberg Berlin 1928.

Literatur (Auswahl)

  • Monika Nebosis: Aber was bleibt am Schluß? – Else Feldmanns Romane ‚Löwenzahn‘, ‚Der Leib der Mutter‘ und ‚Martha und Antonia‘. Diplom-Arbeit, Institut für Germanistik der Universität, Wien, 1999.
  • Elisabeth Malleier: Jüdische Frauen in Wien (1816 - 1938) : Wohlfahrt - Mädchenbildung - Frauenarbeit. Dissertation, Wien, 2000.
  • Helga Mayer: Else Feldmann - Journalistin und Schriftstellerin. Diplom-Arbeit, Institut für Publizistik der Universität Wien, 1992.
  • Adolf Opel (Hrsg.): Else Feldmann: Arbeiten für das Theater. LiDi Europe Verlagshaus, Berlin, 2007. ISBN 9783940011060
  • Elisabeth H. Debazi: Schreiben vom Rand. Else Feldmann: Journalistin und Schriftstellerin (1884-1942) In: Chilufim. Zeitschrift für Jüdische Kulturgeschichte 3/2007. S. 97-109.

Weblinks