Emanuel Pendl

Emanuel Pendl
Pendl: Andreas-Hofer-Denkmal in Meran
Pendl: Statue der "Justitia" im Wiener Justizpalast

Emanuel Pendl (* 23. Februar 1845 in Meran; † 28. September 1927 in Wien) war ein österreichischer Maler und Bildhauer mit Südtiroler Wurzeln (Sohn des Bildhauers Franz Pendl und Enkel des Johann Baptist Pendl (1791 – 1859)). Er ist der Vater Erwin Pendls.

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Leben und Wirken

Berichten zufolge versuchte Pendl am 15. August 1919, gemeinsam mit seiner schwer nervenkranken Frau, Selbstmord durch Einatmen von Gas.[1] — Meldungen über den Vorfall, der Franziska Pendl das Leben kostete, wurden jedoch von den beiden Söhnen Pendls der Presse gegenüber dahin gehend korrigiert, dass auf Seiten ihres Vaters keine Selbstmordabsicht bestanden habe, das Einatmen von Leuchtgas durch deren Mutter einem Anfalle von Sinnesverwirrung zuzuschreiben wäre.[2]

Emanuel Pendl war Schüler der Wiener Akademie[1], hat zahlreiche Monumentalplastiken für Wiener Ringstraßenbauten geschaffen bzw. mit künstlerischem Schmuck versehen (Justizpalast, Burgtheater, Parlament, Universität, Rathaus)[1]; aber auch in Graz (Plastiken am Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität sowie an der Fassade des Rathauses) oder in Meran (Andreas-Hofer-Denkmal) finden sich bedeutende Objekte von ihm.

Pendl, der nahe dem Wiener Prater wohnte (Wehlistraße 226, Wien-Leopoldstadt)[1], wurde am 9. September 1927 am Rande des Pratersterns von einem Straßenbahnzug der Linie AK niedergestoßen. Die Verletzungen aus dem Unfall führten binnen dreier Wochen zum Ableben des Künstlers. [3]

Emanuel Pendl wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab der Stadt Wien zur letzten Ruhe bestattet. [4]

Literatur

  • Carl Wolf: Eine Meraner Künstlerfamile. (Teil 1/3). In: Meraner Zeitung[5]. Nr. 51/1887 (XXI. Jahrgang), 28. April 1887, S. 783 f. – Volltext online.
    • —: Eine Meraner Künstlerfamile. (Teil 2/3). In: Meraner Zeitung. Nr. 52/1887 (XXI. Jahrgang), 30. April 1887, S. 801. – Volltext online.
    • —: Eine Meraner Künstlerfamile. (Teil 3/3). In: Meraner Zeitung. Nr. 53/1887 (XXI. Jahrgang), 3. Mai 1887, S. 823. – Volltext online.
  • Alois Menghin: Ein Meraner Künstlergeschlecht. 1. der „alte“ Pendl (Joh. Bapt. Pendl). 2. Franz Pendl. 3. Emanuel Pendl. Wohlgemuth, Bozen 1887, S. 19 ff. [6]
  • Karl Fuchs: Das Künstlergeschlecht Pendl, anläßlich des 60. Geburtstages des Bildhauers Emanuel Pendl geschildert. Konegen, Wien 1905. [7]
  • E(rich) EggE(gon) KühebacherPendl Emanuel. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 7, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1978, ISBN 3-7001-0187-2, S. 404 f. (Direktlinks auf S. 404, S. 405).

Einzelnachweise

  1. a b c d Selbstmordversuch des Bildhauers Pendl.. In: Neue Freie Presse, 16. August 1919, S. 13 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  2. Der Selbstmord der Frau des Bildhauers Pendl.. In: Neue Freie Presse, 19. August 1919, S. 9 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  3. Kleine Chronik. (…) Bildhauer Emanuel Pendl gestorben. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt (Nr. 22642/1927), 29. September 1927, S. 7, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  4. Hedwig Abraham: Prof. Emanuel Pendl (…) Gruppe 33 F, Reihe 1, Nr. 26. In: viennatouristguide.at, abgerufen am 20. August 2011.
  5. ZDB-ID 2432561-2.
  6. Katalogzettel Österreichische Nationalbibliothek.
  7. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.

Weblinks

 Commons: Emanuel Pendl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien