Emile Zuckerkandl

Emile Zuckerkandl (* 4. Juli 1922 in Wien) ist ein US-amerikanischer Evolutionsbiologe österreichischer Herkunft. Seine Mutter Mutter Malva war Tochter des Psychoanalytikers Wilhelm Stekel. Seine Großmutter Berta Zuckerkandl-Szeps, Tochter des liberalen Zeitungsverlegers Moritz Szeps, führte in Wien bis 1938 wie ihre Mutter einen prominenten Künstler- und Literatensalon.

Zuckerkandl floh 1938 vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten mit seiner Mutter und seiner 1945 in Paris verstorbenen Großmutter Berta nach Paris und Algier. Er erlangte 1947 seinen Abschluss in Physiologie an der Universität von Illinois in den USA und erwarb seinen Doktortitel in Biologie an der Sorbonne in Paris.

Emile Zuckerkandl kann als einer der Mitbegründer des Forschungfeldes der molekularen Evolution angesehen werden. So postulierte er zum Beispiel unter der Leitung von und gemeinsam mit Linus Pauling 1962, als beide im California Institute of Technology arbeiteten, die Hypothese einer molekularen Uhr, wonach sich Proteine mit einer konstanten Mutationsrate verändern.

2012 kaufte die Österreichische Nationalbibliothek von Zuckerkandl, der in Palo Alto, Kalifornien, lebt, dessen persönliches Archiv mit den Autografen berühmter Persönlichkeiten, wie sie bei seiner Großmutter in Wien aus und ein gingen, mit vielen Briefen an Berta Zuckerkandl und mit ihrem Bericht über die Flucht von Frankreich nach Algier mit Emile. Theresia Klugsberger und Ruth Pleyer sind dabei, diesen Bericht unter dem Titel Flucht! Von Bourges nach Algier im Sommer 1940. im Czernin-Verlag in Wien herauszugeben.[1]

Einzelnachweise

  1. Thomas Trenkler: Nationalbibliothek erwirbt Zuckerkandl-Archiv, in: Tageszeitung Der Standard, Wien, 27. November 2012, S. 25, und Website der Zeitung vom 26. November 2012

Weblinks