Emilie Turecek

Emilie Turecek (auch Emilie Pem(m)er, verheiratete Demel; * 30. Juni 1848 in Chotěboř, damals zu Österreich-Ungarn, heute Tschechien; † 13. Mai 1889 in Wien), genannt „Fiaker-Milli“, war eine Wiener Volkssängerin.

Emilie Turecek wurde als uneheliches Kind der Anna Turecek geboren. Ihr Vater, Michael Pemer, ehelichte Anna erst, als Emilie das 23. Lebensjahr erreicht hatte. 1874 heiratete sie den Fiaker Ludwig Demel.

Sie trat in Vergnügungslokalen sowie auf Wäschermädel- und Fiakerbällen auf. Ihre Auftritte im Jockeykostüm mit eng anliegenden Hosen und Reitgerte sorgten für großes Aufsehen. Für das Tragen von Männerkleidung brauchte sie eine polizeiliche Genehmigung. [1]

Josef Koller schrieb 1931 in seinem Buch "Das Wiener Volkssängertum in alter und neuer Zeit":

„Die "Fiaker-Milli" kam mit ihrem männlichen und weiblichen Anhang überall dorthin, wo es "a Hetz und Gaude" gab, und stellte dann buchstäblich alles auf den Kopf. Sie war fesch und übermütig und verlor an jedem Abend die Herrschaft über ihr heißblütiges Temperament. Immer war die Fiaker Milli die intellektuelle Urheberin der nächtlichen Orgien; wo sie auftauchte, wusste sie die "Festordnung" umzustoßen und durch zügelloses Treiben eine Ulkstimmung hervorzurufen“

Bezüglich ihres Ablebens schreibt Koller:

„Nicht allzulange leuchtete der Glücksstern der übermütigen Fiaker Milli. Das wüste Leben rächte sich und in der Blüte der Jahre wurde die viel umworbene Bringerin der Lust abberufen."Leberentartung" war als Todesursache angegeben. Am 18. Mai 1889 setzte man den Leichnam der Fiaker-Milli am Dornbacher Friedhof in einem Schachtgrabe bei...“


Hugo von Hofmannsthal setzte der Volkssängerin in seinem Libretto zu der Richard Strauss-Oper Arabella mit der Figur der Fiakermilli ein Denkmal.

Einzelnachweise

  1. Regina Karner, Michaela Lindinger (Hg.), Großer Auftritt. Mode in der Ringstraßenzeit, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2009, S. 46

Weblinks