Eric Pleskow

Eric Pleskow am Eröffnungsabend der Viennale 2012
Eric Pleskow bei der Eröffnung des Crossing Europe Filmfestivals in Linz 2011

Eric Pleskow (* 24. April 1924 in Wien, Österreich) ist Filmproduzent und ehemaliger Präsident der Filmproduktionsgesellschaften United Artists und Orion Pictures.

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Leben und Wirken

Eric Pleskow war einer der beiden Söhne einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien. Wie er sich 2011 für eine TV-Sendung erinnerte, wohnte die Familie gutbürgerlich im Alsergrund, dem 9. Bezirk, an der Porzellangasse gegenüber der Tabakregie. Sein Bruder war nach einer Meningitis-Erkrankung erheblich behindert und hätte nie ein Affidavit für die USA bekommen (Pleskow); er starb 1937.[1]

Nach dem „Anschluss“ Österreichs und der „Arisierung“ der elterlichen Wohnung mussten er und seine Eltern, um dem Tod zu entgehen, 1939 in die USA emigrieren. In New York erhielt der 15-Jährige bald eine Assistentenstelle bei einem Filmemacher, der ihm Filmschnitt beibrachte, und besuchte abends das College.

1943 wurde er zum Militär einberufen und kam aufgrund seiner Fremdsprachenkenntnisse zur Abwehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pleskow nach Europa versetzt, führte Verhöre in Entnazifizierungsverfahren und wurde als Filmexperte eingesetzt. Seiner Erinnerung 2011 zufolge erhielt er auch den Befehl, in der Haftanstalt Landsberg am Lech, in der Hitler 1924 an seinem Buch „Mein Kampf“ geschrieben hatte, die Hinrichtung von zwölf von der Besatzungsmacht zum Tod Verurteilten durch den Strang für dokumentarische Zwecke zu filmen. Als Filmoffizier wurde er dann mit dem Wiederaufbau der Bavaria-Studios beauftragt, obwohl er nie zuvor ein Filmstudiom geleitet hatte.

Pleskow blieb danach dem Filmgeschäft treu. Ab 1951 war er bei United Artists für den Verleih amerikanischer Filme in Europa und Südafrika zuständig und begann, erste Filme zu produzieren. 1973 wurde er Präsident von United Artists. Unter ihm gelang es diesem Filmstudio, drei Jahre hintereinander den Oscar für den besten Film zu gewinnen: 1975 für Einer flog über das Kuckucksnest, 1976 für Rocky und 1977 für Der Stadtneurotiker.

1978 verließ Pleskow United Artists und gründete Orion Pictures, deren Führung er bis 1992 innehatte. Die größten Erfolge des Studios unter Pleskows Führung waren Amadeus, Der mit dem Wolf tanzt, Das Schweigen der Lämmer, Platoon und Terminator.

Seit 1998 ist Pleskow, der Wien 1948 zum ersten Mal nach dem Krieg wiedergesehen hatte, Präsident des Wiener Filmfestivals Viennale. Im Februar 2007 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt. 2009 erhielt er das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Zeit.Geschichte. Die Porzellangassenbuben. Ari Rath und Eric Pleskow im Gespräch, ORF III, produziert 2011, Sendung 5. Mai 2012
  2. APA/derstandard.at: Viennale-Präsident Pleskow geehrt. 6. November 2009; Foto, siehe www.parlament.gv.at, 6. November 2009 (abgerufen am 16. November 2009)

Weblinks