Erich Schulze (GEMA)

Erich Schulze (* 1. Februar 1913 in Berlin) ist ein deutscher Medienrechtler und ehemaliger Vorstand und Generaldirektor der GEMA. Bei juristischen Fachkollegen und Musikern ist er aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit in der GEMA unter dem bewundernden Namen Mr. GEMA bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Besuch der Realschule begann Schulze sein Berufsleben als Rechtsanwaltsgehilfe.[1][2] Nach langjähriger Tätigkeit in der in den 1930er Jahren gegründeten urheberrechtlichen Vorgängerorganisation STAGMA wurde er 1947 mit dem Aufbau der GEMA beauftragt. Sein Amt als alleiniger Vorstand und Generaldirektor der Gesellschaft legte er Ende 1989 nach über 40 Jahren nieder und ist seit Anfang 1990 Ehrenpräsident der Gesellschaft. In der Zeit unter Schulzes Leitung stieg das Tantiemeaufkommen der GEMA von anfangs 16 Millionen RM auf über 500 Millionen DM.

Auf die Gesetzgebung im Bereich des Urheberrechtes nahm Schulze als Berater von Politikern Einfluss - etwa als Mitglied der Sachverständigenkommission des Bundesjustizministeriums - aber auch als Kläger vor dem Bundesverfassungsgericht. Er ist Autor zahlreicher Fachveröffentlichungen auf dem Gebiet des Urheberrechts. Schulzes Nachfolger als GEMA-Vorstand wurde Reinhold Kreile.

1989 gründete Erich Schulze die nach ihm benannte Stiftung zur Förderung der Wissenschaften über den Schutz der Kunst und der Kulturschaffenden und betraute die Philipps-Universität Marburg mit den Stiftungsaufgaben, zu denen auch die Verleihung des mit 2.500 Euro dotierten Erich-Schulze-Preises für herausragende Arbeiten auf den Gebieten des Urheberrechts und der Musikwissenschaft gehört; im Jahr 2011 wurde der Preis an den Musikwissenschaftler Christian Lemmerich verliehen[3].

Erich Schulze ist verheiratet und hat vier Kinder.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

Literatur

  • Ralph Backhaus (Hrsg.): Festgabe zum 90. Geburtstag von Prof. Dr. iur. h. c. Erich Schulze, Ehrenpräsident der GEMA. Elwert, Marburg 2003, ISBN 3-7708-1254-9
  • Erich Häußer, Professor Dr. Erich Schulze 75, in: Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht 1988, S. 130
  • Heinrich Hubmann, Erich Schulze zum 70. Geburtstag, in: Neue Juristische Wochenschrift 1983, S. 924-925
  • Internationale Gesellschaft für Urheberrecht e. V. Berlin, (Hrsg.): Jus Auctoris Vindicatum : Beiträge zur internationalen Entwicklung des Urheberrechts. Festgabe für Erich Schulze zur Vollendung seines 60. Lebensjahres am 1. Febr. 1973. Jahrbuch der Internationalen Gesellschaft für Urheberrecht e. V., Berlin 1965 - 1973 Band 2
  • Wolfgang Martell: Biographische und andere erlebte Daten der Nachkriegsgeschichte der GEMA. Wiley-VCH, Weinheim 1995, ISBN 3-527-28761-2
  • Dieter Meurer (Hrsg.): Festgabe zum 85. Geburtstag von Prof. Dr. Erich Schulze, Ehrenpräsident der GEMA. Elwert, Marburg 1999, ISBN 3-7708-1120-8
  • Erich Schulze: Geschätzte und geschützte Noten – zur Geschichte der Verwertungsgesellschaften``. VCH, Weinheim 1995, ISBN 3-527-28738-8
  • Who is Who in der Bundesrepublik Deutschland, Verlag für Prominenten-Enzyklopädien, Zug 1996

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ziffern vorm Abtritt. Der Spiegel, Nr. 49, 1987 vom 30. November 1987, abgerufen am 1. Februar 2012
  2. Neuer Chef für die GEMA. Der Spiegel, Nr. 17, 1988 vom 25. April 1988, abgerufen am 31. Dezember 2009
  3. Musikwissenschaftler erhält Erich-Schulze-Förderpreis. Stiftung zur „Förderung der Wissenschaften über den Schutz der Kunst und der Kulturschaffenden“ zeichnet Christian Lemmerich aus. Phillips-Universität Marburg, abgerufen am 12. März 2012
  4. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 31, Nr. 5, 9. Januar 1979.
  5. a b Die Dramatiker-Union – Auszeichnungen, abgerufen am 4. Juli 2012
  6. Norbert Klatt: Glänzende Noten. Bestandsverzeichnis Erich-Schulze-Stiftung. Elwert, Marburg 2000, ISBN 3-7708-1149-6, Text im Web, PDF-Dokument


Vorgänger Amt Nachfolger
-- GEMA-Vorstandsvorsitzender
Reinhold Kreile