Erkenntnis und Befreiung

Dieser Artikel behandelt die Zeitschrift Erkenntnis und Befreiung. Für einen weiteren Zeitschriftentitel siehe auch Erkenntnis. Für den Begriff selbst siehe Erkenntnis.

Erkenntnis und Befreiung war eine österreichische, anarchistische Zeitschrift, herausgegeben von Pierre Ramus, und erschien von 1918 bis 1933, 1927 bis 1928 unter dem Titel Der Anarchist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Zeitschrift war das Organ des herrschaftslosen Sozialismus, bei dem sich mehrere Organisationen beteiligten. Die im gleichnamigen Verlag erschienene Publikation war um 1925 auch das Mitteilungsblatt des Bundes herrschaftsloser Sozialisten in Österreich; beteiligt waren auch die Föderation der Universellen Union der Anarchisten, die Internationale Antimilitaristen-Vereinigung, die Internationale Arbeiter-Assoziation sowie die Horizontgruppe des Mundismus.

1927 hatte Ramus die Leitung der Zeitschrift Der Anarchist. Erkenntnis und Befreiung verstand sich als Nachfolge-Zeitschrift der ebenfalls von P. Ramus herausgegebenen Zeitschrift Wohlstand für Alle (Dezember 1907 bis Juli 1914) und wurde von den gleichen Redaktions-Mitgliedern betreut: Johann Magerer, Karl Schwabel, Otto Lustig und Rudolf Kowaltschik. Erkenntnis und Befreiung setzte sich für den herrschaftslosen Kommunismus ein mit dem Ziel einer sozialen Gemeinschaft freier Assoziationen und dem Verzicht auf jegliches Monopol. Eine Gemeinschaftsausgabe für alle, die sich für Frieden einsetzten und die ökonomischen sowie sozialen Interessen vertraten, für einen libertären Sozialismus zwangsloser Gemeinschaften. Das finanzielle Bestreben der Herausgeber war, kein Privatgewinn aus dem Verkauf der Zeitschrift zu erzielen. Möglicher Gewinn sollte in den Verlag investiert werden zur Herausgabe von Büchern und Zeitschriften und in einen Fonds, der zum Ankauf von Land gegründet wurde. Der Grund und Boden sollte der libertär-kommunistischen Gesamtbewegung gehören und für jeden freiheitlichen Sozialisten zur Besiedlung freistehen.

Die Erscheinungsweise der Zeitschrift war am Anfang zweimal monatlich, später zweimal wöchentlich, danach wöchentlich. Es erschienen zwei Sonderausgaben, Sacco und Vanzetti (1927) und Antimilitaristen (1928). Ab 1927 erschien die Zeitschrift unter dem Titel Der Anarchist bis 1928; von 1928 bis 1933 erschien die Zeitschrift wieder unter dem alten Namen Erkenntnis und Befreiung inhaltlich für individuelle Selbstbestimmung, Gewaltlosigkeit und soziale, geistige Veränderung. Die von R. Umek, E. Riedel und Ferdinand Groß 1976 in Graz (Österreich) herausgegebene Zeitschrift Befreiung sah sich in der Tradition von „Erkenntnis und Befreiung“.

Erkenntnis

Die anarchistische Zeitschrift Erkenntnis versteht sich als Nachfolger der von Ramus herausgegebenen Publikation Erkenntnis und Befreiung und wird von der Pierre Ramus-Gesellschaft in Wien[1] herausgegeben. Die erste Ausgabe erschien im Juni 1993, dann bis 2003 als Printausgabe, seitdem als Online-Zeitschrift. Sie bemüht sich um die Aufarbeitung sowohl klassischer wie auch aktueller Themen aus libertären Gesichtspunkten und um die Werke und das Leben von P. Ramus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Inhaltliche Schwerpunkte sind „Geld und seine Verteilung, Wohnen und Grund und Boden, Wirtschaftsordnung, Basiseinkommen, Arbeit und Familie, Reformpolitik“ und andere Themen mehr. Bisherige Beiträge waren über Faschismus, Esoterik, Gewerkschaftsbund und der neueren Musikszene Hip-Hop.

Nachweise

Literatur

  • Gerhard Senft (Hrsg.), Pierre Ramus. Erkenntnis und Befreiung. Konturen einer libertären Sozialverfassung. Verlag Monte Verita, Wien 2000

Weblinks

Einzelnachweis

  1. Zeitschrift Erkenntnis von der Pierre Ramus-Gesellschaft