Ernst Fürlinger

Ernst Fürlinger (* 3. März 1962 in Linz, Oberösterreich) ist katholischer Theologe und Religionswissenschaftler. Er lebt und arbeitet in Wien.

Biographie

Fürlinger wurde 1991 in Salzburg zum Magister (in Katholischer Fachtheologie) und 2005 in Wien zum Doktor der Theologie (in Religionswissenschaft) graduiert.

Von 1991 bis 2001 war er als Studienleiter im Bildungshaus Salzburg St. Virgil mit den Arbeitsschwerpunkten Ästhetische Bildung, Politische Bildung sowie Interreligiöser und interkultureller Dialog befasst.

Ab 1994 zählte Fürlinger, angeregt von Ruth Brand vom European Anti Poverty Network (EAPN), zu den Initiatoren der Armutskonferenz. Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung, die 1995 offiziell gegründet wurde. Zwischen 1995 und 2001 war er Projektleiter der „Österreichischen Armutskonferenz“, als deren Vertreter er den „Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte“ entgegennahm. 1996 wurde er mit dem Förderungspreis für Erwachsenenbildung des Landes Salzburg ausgezeichnet.

Vom Herbst 2001 bis zum Frühjahr 2005 studierte Fürlinger mit hinduistischen Pandits sowie Sanskrit an der „Banaras Hindu University“ in Varanasi, Nordindien, und stand in Kontakt mit einer sivaitischen Gemeinschaft in Srinagar und New Delhi. Von August 2005 bis Februar 2006 war er Research Affiliate des „Special Centre for Sanskrit“ der „Jawaharlal Nehru University (JNU)“ in New Delhi.

In der Debatte um die umstrittene Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt XVI. im September 2006 kritisierte Fürlinger eine Stellungnahme des Vorstands des Instituts für Systematische Theologie an der Evangelischen Theologischen Fakultät der Universität Wien, Ulrich H. J. Körtner, der in der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" die Berechtigung befremdeter moslemischer Reaktionen auf Teile der Papst-Vorlesung in Zweifel gezogen hatte.

Seit dem Wintersemester 2006/2007 ist er Lehrbeauftragter am Institut für Religionswissenschaft der Universität Wien, seit Januar 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereichs Interkulturelle Studien der Donau-Universität Krems bei Wien.

Veröffentlichungen, Herausgeberschaft (Auswahl)

  • (Hg.) "Der Dialog muss weitergehen". Ausgewählte vatikanische Dokumente zum interreligiösen Dialog 1964-2008. Mit einem Vorwort von Kardinal K. Lehmann, Freiburg: Herder, 2009.
  • Verstehen durch Berühren. Interreligiöse Hermeneutik am Beispiel des nichtdualistischen Shivaismus von Kaschmir (Salzb. Theol. Studien 29, Interkulturell 4) Innsbruck / Wien: Tyrolia, Oktober 2006 (ISBN 3-7022-2787-3)
  • Das, Sadananda u. Ernst Fürlinger (Hg.), Samarasya. Studies in Indian Arts, Philosophy, and Interreligious Dialogue. In honour of Bettina Bäumer, New Delhi, D.K. Printworld 2005 (ISBN 81-246-0338-3)
  • Rez. zu: Vijnana Bhairava, The Practice of Centering Awareness. Commentary by Swami Lakshman Joo, Indica Books, India 2002, in: MID (Monastic Interreligious Dialogue), Bulletin 72, 2004 (http://www.monasticdialog.com/a.php?id=645)
  • Bettina Bäumer, Trika. Grundthemen des kaschmirischen Sivaismus, hg. u. übers. v. Ernst Fürlinger, Innsbruck / Wien, Tyrolia 2003 (Salzb. Theol. Studien. 21 / interkulturell 1, ISBN 3-7022-2511-0)
  • Embacher, Helga, Josef Mautner u. Ernst Fürlinger (Hg.), Salzburg: Blicke, Salzburg, Residenz 1999
  • Nuscheler, Franz u. Ernst Fürlinger (Hg.), Weniger Menschen durch weniger Armut? Bevölkerungswachstum - globale Krise und ethische Herausforderung, Salzburg 1994
  • Mitherausgeber der Edition solidarisch leben, Verlag Anton Pustet, Salzburg.

Quellen und Weblinks