Ernst Geiger

Ernst Geiger (* Mai 1954 in Wiener Neustadt) ist Angehöriger des Höheren Dienstes (Polizeijurist) der Bundespolizeidirektion Wien und arbeitete dort u. a. als Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung. Zurzeit ist Geiger im Bundeskriminalamt provisorischer Leiter der Abteilung 3, zuständig für Ermittlungen, Organisierte und Allgemeine Kriminalität.

Bekannt wurde Geiger in der Öffentlichkeit als derjenige, der als Chefermittler 2006 den Saliera-Dieb fasste, und durch die Amtsmissbrauchaffären in der Wiener Polizei 2006 (Sauna-Affäre).

Karriereverlauf

Nach seinem Studium promovierte Geiger 1977 zum Doktor der Rechtswissenschaften. Nachdem er die Gerichtspraxis absolviert hatte, trat er im Jahr 1978 in den Dienst der Bundespolizeidirektion Wien. Er versah unter anderem seinen Dienst als Referent im damaligen Bezirkspolizeikommissariat Hietzing, wo seine Arbeit im Bereich der Verwaltungsstrafverfahren angesiedelt war. Dennoch interessierte er sich bereits damals für kriminalpolizeiliche Angelegenheiten und wurde nach ein paar Jahren in das damalige Sicherheitsbüro berufen. Dort war er als Referatsleiter für die Bereiche Diebstahl, Einbruch und Prostitutionswesen eingesetzt.

Geiger war als Vorstandsstellvertreter des Büros für Erkennungsdienst, Kriminaltechnik und Fahndung in den Aufbau der Tatortgruppen (zuständig für Tatortarbeit und Spurensicherung) und am Aufbau des AFIS (automatisationsunterstützte Auswertung von Fingerabdruckspuren) beteiligt.

Zuletzt war Geiger der Leiter der Kriminaldirektion 1 (Nachfolgeorganisation des Sicherheitsbüros), welche für die zentrale Ermittlung aller Formen der Schwerkriminalität zuständig ist, und trug, als Angehöriger des Höheren Dienstes der BPD Wien, den Amtstitel Hofrat[1] und erhielt 2005 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.[2]

Geiger war nach einer zwischenzeitlichen, nie rechtskräftigen Verurteilung wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses in der Sauna-Affäre[3] vom Polizeidienst suspendiert und war zwischenzeitlich als Global Security Manager beim Magna-Konzern des Austrokanadiers Frank Stronach beschäftigt.

Im Juli 2007 schloss sich Geiger der Anklage gegen seinen ehemaligen Kollegen Roland Horngacher, dem unter anderem Amtsmissbrauch vorgeworfen wird, als Privatbeteiligter an. Geiger wirft Horngacher vor, seinen Ruf durch wiederholtes, rechtswidriges Handeln, massiv beschädigt zu haben.[4] Geiger wiederum wurde von Roland Frühwirt, Ermittler in der Saunaaffäre und nachfolgendem Leiter der Kriminaldirektion 1, wegen übler Nachrede und Kreditschädigung geklagt. Geiger hatte Frühwirth vorgeworfen, einseitig ermittelt und Druck auf Zeugen ausgeübt zu haben.[5]

Im März 2008 wurde Geiger im neu aufgerollten Prozess freigesprochen,[6] 2009 auch höchstrichterlich bestätigt.[7] Die Wiener Polizeidirektion war daraufhin auch um die berufliche Rehabilitation bemüht,[8] und mit September 2009 trat Geiger als Abteilungsleiter den Dienst im Bundeskriminalamt an.[9] Im Jahr 2011 trat Geiger wieder im Rahmen der Ermittlungen im Kriminalfall Julia Kührer medial in Erscheinung.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stadt Wien ehrt Leiter der Kriminaldirektion 1 der BPD Wien. Stadt Wien
  2. Ehrenzeichen für Ernst Geiger. ORF, 26. September 2005
  3. "Sauna-Affäre" - eine Chronologie. ORF, 6. Juni 2006
  4. Geiger klagt Horngacher. ORF, 25. Juli 2007
  5. Prozess Frühwirth - Geiger vertagt. ORF, 5. Nov. 2007
  6. Freispruch für Geiger: Applaus im Gerichtssaal. ORF, 13. März 2008
  7.  Pano: Rückkehr in Polizeidienst kaum möglich. In: Salzburger Nachrichten. 14. Mai 2009, Österreich, S. 7 (Interview mit Ernst Geiger, Artikelarchiv).
  8.  Polizeipräsident will für Geiger einen Job finden. In: Salzburger Nachrichten. 9. Mai 2009 (Artikelarchiv).
  9.  Ernst Geiger wechselt ins Bundeskriminalamt. In: Salzburger Nachrichten. 5. September 2009, Österreich kompakt, S. 8 (Artikelarchiv).