Ernst Heinrich Göring

Ernst Heinrich Göring (1906)

Ernst Heinrich Göring (* 31. Oktober 1838 in Emmerich; † 7. Dezember 1913 in München) war ein deutscher Jurist und Diplomat.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ernst Heinrich Göring studierte Rechtswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1858 wurde er Mitglied (später Ehrenmitglied) des Corps Saxonia Bonn.[1] Anschließend kämpfte Göring im Deutschen Krieg von 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871. In Bonn promovierte er zum Dr. iur..

Im August 1885 wurde Göring von Bismarck als erster Kaiserlicher Kommissar der Kolonie Deutsch-Südwestafrika (dem heutigen Namibia) nach Angra Pequeña gesandt. Den Sitz des Kommissariats schlug er in Otjimbingwe auf. Von hier aus schloss er unter anderem sogenannte „Schutzverträge“ mit den einheimischen Machthabern in Südwestafrika ab und richtete das erste „Schutzreservat“ für die San – in der Kolonialsprache „Buschmänner“ genannt – ein, die zuvor von Europäern und Bantu-Völkern schwer verfolgt und dezimiert worden waren.

Im August 1890 verließ er Deutsch-Südwestafrika und wurde Konsul in Haiti, später Generalkonsul im ägyptischen Alexandria.

Ehe und Nachkommen

Göring war in zweiter Ehe mit Franziska geb. Tiefenbrunn verheiratet. Sie hatten fünf Kinder:

  • Karl-Ernst Göring (* 3. August 1885 in Rosenheim; † 4. Oktober 1932 in Hannover), Jurist
  • Olga Therese Sophie Göring (* 16. Januar 1889 in Walfischbai (Südwestafrika); † 1970)
  • Paula Elisabeth Rosa Göring (1890–1960)
  • Hermann Göring (1893–1946), nationalsozialistischer Politiker
  • Albert Göring (1895–1966), Geschäftsmann und Gegner der NS-Diktatur

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1930, 16, 213

Literatur

  • J. H. Esterhuyse: South West Africa 1880-1894. The Establishment of German Authority in South West Africa, Kapstadt 1968.
  • George Steinmetz: The Devil's Handwriting: Precoloniality and the German Colonial State in Qingdao, Samoa, and Southwest Africa, University of Chicago Press, 2007.