Ernst Hofbauer

Ernst Hofbauer (* 22. August 1925 in Wien; † 24. Februar 1984 in München) war ein österreichischer, in Deutschland tätiger Filmregisseur und Drehbuchautor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er besuchte nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft das Max-Reinhardt-Seminar in Wien, studierte aber auch zwei Semester Zahnmedizin. Danach kam er zum Film und war als Regieassistent in den fünfziger Jahren an der Inszenierung von zahlreichen Spielfilmen beteiligt. Hofbauer, der seit Beginn der 60er Jahre in München lebte, wurde 1961 als Regisseur der Fernsehserie Vorsicht Kamera! mit Chris Howland eingesetzt und inszenierte zweieinhalb Jahre diese Serie. Für das Fernsehen war er später überdies an der Serie Percy Stuart beteiligt.

Erst ab 1963 wirkte er auch beim Film als alleiniger Regisseur und führte zwischen 1963 und 1983 in mehr als 30 Filmen Regie. Er begann mit Krimis und Abenteuerfilmen, doch der weitaus größte Teil seiner Filme sind dem Erotik- bzw. „Softporno“-Genre zuzurechnen, bspw. Gejodelt wird im Unterhöschen oder Wenn die prallen Möpse hüpfen. Die Spielfilmreihe Schulmädchen-Report ist zum größten Teil auf Hofbauers Regie-Arbeit zurückzuführen (Teile 1-8 und 11).

Für die Filme rekrutierte Hofbauer oft junge, unerfahrene Schauspieler oder Akteure mit Softporno-Schauspielkarriere. Die Handlung war oft banal. Von vielen anderen deutschen Billigproduktionen aus diesem Bereich hoben sich Hofbauers Streifen allerdings durch sein handwerkliches Können ab. Teilweise drehte er mehrere Filme pro Jahr.

Bemerkenswert ist die damalige öffentliche Resonanz und der Erfolg seiner Werke. So wurden die Schulmädchen-Reporte nach einem Buchreport von Günther Hunold von einigen zu einer aufklärerischen Filmreihe erklärt. Die öffentliche Neugier war in der Zeit der sechziger und Anfang der siebziger Jahre äußerst groß, die Filme verkörperten eine Art Tabubruch. Mitte der siebziger nahm das Interesse allerdings deutlich ab, auch weil Hardcore-Pornographie 1975 in der Bundesrepublik legalisiert wurde. Hofbauer stand dieser Gattung aber lange ablehnend gegenüber. Erst 1983 drehte Hofbauer mit Rasputin – Orgien am Zarenhof seinen ersten und einzigen Hardcore-Porno, der allerdings auch in einer Soft-Fassung erschien.

In diversen Filmen agierten außer Laienschauspielern auch Akteure, die später größere Bekanntheit erlangten. So spielten etwa Sascha Hehn, Andrea L'Arronge, Heiner Lauterbach und Jutta Speidel in seinen Filmen mit. Hofbauer bedauerte später, dass der Schulmädchen-Report-Nimbus sehr an ihm hing.[1] Nach dem Abebben der Sexwelle inszenierte er noch einige Eastern.

Er wurde auf dem Münchner Nordfriedhof beerdigt.

Filmografie

  • 1972: Die dressierte Frau
  • 1972: Schulmädchen-Report 4. Teil - Was Eltern oft verzweifeln läßt
  • 1973: Hausfrauen Report international
  • 1973: Schulmädchen-Report 5. Teil - Was Eltern wirklich wissen sollten
  • 1973: Was Schulmädchen verschweigen
  • 1973: Frühreifen-Report
  • 1973: Schulmädchen-Report 6: Was Eltern gern vertuschen möchten
  • 1974: Gejodelt wird im Unterhöschen
  • 1974: Wenn die prallen Möpse hüpfen
  • 1974: Dschungelmädchen für zwei Halunken
  • 1974: Schulmädchen-Report 7: Doch das Herz muß dabei sein
  • 1974: Karate, Küsse, blonde Katzen (Yang chi)
  • 1974: Schulmädchen-Report. 8. Teil: Was Eltern nie erfahren dürfen
  • 1975: Zwei Teufelskerle auf dem Weg ins Kloster
  • 1976: Karamurat - Sein Kungfu ist tödlich (Kara Murat seyh gaffar'a karsi)
  • 1976: Zwei Teufelskerle auf dem Weg nach Istanbul (Che carambole… ragazzi)
  • 1977: Schulmädchen-Report 11. Teil - Probieren geht über Studieren
  • 1978: Respetables delincuentes
  • 1980: Maria - Nur die Nacht war ihr Zeuge
  • 1984: Rasputin - Orgien am Zarenhof

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Leo Phelix, Rolf Thissen: Pioniere und Prominente des modernen Sexfilms, Goldmann, München, 1983, S. 221.