Ernst Lehmann (Ostforscher)

Ernst Lehmann (* 11. September 1906 in Graz; † 1990 in Pulheim) war ein sudetendeutscher Volkstumskämpfer und Mitbegründer des Witikobundes.

Ernst Lehmann, Sohn des Volkstumskämpfers Emil Lehmann, war bis zur Vertreibung als Pfarrer der Deutschen Evangelischen Kirche in Böhmen, Mähren und Schlesien im nordböhmischen Friedland tätig.

Er gehört mit Eugen Lemberg und Karl Valentin Müller zu einem der ideologischen Vorkämpfer der sudetendeutschen Volkstumsbewegung in der Zwischenkriegszeit, im Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik Deutschland.

Noch nach 1945 konnte er sich für den Einsatz der Ostkunde an Schulen als Unterrichtsfach engagieren. Lehmann schloss sich dem Netzwerk der Ostforscher an. Im sudetendeutschen Milieu fand er große Anerkennung, Kritiker warfen ihm hingegen sein deutschnational-völkisches Gedankengut vor, der Witikobund wird vielfach als rechtsextrem eingestuft.

In Um tiefere Wurzeln beschreibt er sein lebenslanges Ringen um die Anerkennung der Rechte der Sudetendeutschen.

Publikationen

  • Ernst Lehmann: Um tiefere Wurzeln. Sudetendeutsche Erinnerungen am Abgrund der Ersatzreligion, Verlagshaus Sudetenland, München 1979
  • Ernst Lehmann: Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge in Westdeutschland als Unterrichtsaufgabe eine Handreichung, Hannover-Linden: Jäger, 1964
  • Lehmann, Ernst u.a.: Um Glaube und Heimat. Evangelische Bausteine zum sudetendeutschen Geschichtsbild. Mit einer Weiterführung bis zur Gegenwart und Beiträgen über die Sonderentwicklung in Schlesien, Melsungen, Glaube und Heimat, 1957. (= Schriften der Gemeinschaft evangelischer Sudetendeutscher e.V., Folge 3/4)

Weblinks