Ernst Walter Stummer

Ernst Walter Stummer (* 17. Dezember 1938 in Wien) ist ein österreichischer Krimineller. Stummer war rund 30 Jahre inhaftiert und hat Österreich beim Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte auf Pensionsmonate für seine Gefängnisarbeit geklagt.[1]

Leben

Stummer, der den Beruf eines Bäckers erlernte, wuchs bei seiner Mutter in einem Döblinger Gemeindebau auf, kam dann in ein Jugendheim und wurde mit 15 Jahren erstmals inhaftiert. Mit 22 Jahren erhielt er seine erste größere Strafe, indem er zu sechs Monaten schwerem Kerker verurteilt wurde. 1976 wurde via Aktenzeichen XY … ungelöst nach ihm gefahndet. Seine letzte Haftstrafe, aus der er 2009 entlassen wurde, verbüßte er in der Justizanstalt Simmering [1].

Im Dezember 2012 wurde der mittlerweile 75-Jährige wegen Diebstahls erneut zu 18 Monaten unbedingter Haft verurteilt


Stummer publizierte das „Männermagazin Sewuz“ und betrieb einen Hostessen-Service. 2009 veröffentlichte er seine Lebensgeschichte im Buch „Der Einbrecherkönig“, das im V. F. Sammler-Verlag erschien. 2010 trat er gemeinsam mit dem Ex-Chef des Sicherheitsbüros Max Edelbacher auf der Kleinkunstbühne Kaisermühlner Werkl auf.[1]

1999 beantragte Stummer die Frühpension. Diese wurde ihm verwehrt, weil er die notwendige Anzahl von 240 Versicherungsmonaten nicht hatte. Dies beeinspruchte er in allen Instanzen. 2010 klagte er Österreich über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), dass die Zeit seiner Arbeit im Gefängnis auf seinen Pensionsanspruch anzurechnen sei. Dies wurde 2011 vom EGMR abgewiesen.[2]

Stummer war zweimal verheiratet.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d Wiener: Rastloser Ex-Knacki; abgerufen am 27. Feb. 2012
  2. Kleine Zeitung: Gefängnisarbeit gilt nicht für Pensionsanspruch; abgerufen am 27. Feb. 2012