Ernst von Heyking

Ernst Baron von Heyking (* 14. Dezember 1862 in Neuenburg/Westpreußen; † 15. Mai 1940 in Görlitz), war ein leitender preußischer Regierungsbeamter und Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der baltischen Familie von Heyking entstammend, besuchte er die Gymnasien in Marienburg und in Danzig. Anschließend nahm Ernst von Heyking das Studium der Rechts- und Staatswissenschaft auf, wozu er sich an den Universitäten in Königsberg, Jena, Halle und Berlin immatrikulierte. In Königsberg wurde er 1881 Mitglied des Corps Baltia.[1]

Nachdem er 1884 das Erste Juristische Staatsexamen bestanden hatte, wurde er am 10. Oktober 1884 Gerichtsreferendar im Bezirk Marienwerder. 1886 trat er zur Verwaltung über und diente bei der Regierung in Danzig. 1891 war er Verweser des Landratsamtes Pinneberg. 1892 bearbeitete er bei der Regierung in Schleswig die Einkommensteuer der Stadt Altona. Seit 1895 war er wieder bei der Regierung in Danzig. 1898 wurde er zum Regierungsassessor in Danzig ernannt. 1899 war er Verweser des Landratsamts vom Kreis Pleß. Nachdem er in Danzig als Regierungsrat angestellt worden war, wurde er noch im Jahre 1899 zum Landrat in Pleß ernannt.

Seit 1904 war er konservatives Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Pleß-Rybnik. 1908 unterlag er in seinem Wahlkreis dem Zentrum und den Polen.[2]

Von 1908 bis 1911 leitete er das Polizeipräsidium in Posen. 1911 wurde er zum Landeshauptmann der Provinz Posen ernannt. Als solcher war er gleichzeitig der Beauftragte des Deutschen Roten Kreuzes bei der Linienkommandantur in Posen; wiederholt brachte er Züge mit Liebesgaben zum (Posener) V. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich) an die Front.[2] In Posen war er Vorsitzender des Bezirksverbandes Alter Corpsstudenten.

Kreise der Provinz Posen-Westpreußen

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution im Amt geblieben, verlor er durch die Gebietsabtretungen „seine“ Provinz Posen. Er musste nach Meseritz übersiedeln und wurde dort Landeshauptmann der Grenzmark Posen-Westpreußen, zu der die westlichen Reste zweier preußischer Provinzen zusammengefasst wurden. Er lebte er zunächst in Obrawalde bei Meseritz, später in Görlitz, wo er am corpsstudentischen Leben regen Anteil nahm.[2]

1894 wurde er Ehrenritter, 1904 Rechtsritter des Johanniterordens.[2]

Auszeichnungen

Literatur

  • Liste der Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses (20. Wahlperiode)
  • Siegfried Schindelmeiser: Die Albertina und ihre Studenten 1544 bis WS 1850/51 und Die Geschichte des Corps Baltia II zu Königsberg i. Pr. (1970–1985). Erstmals vollständige, bebilderte und kommentierte Neuausgabe in zwei Bänden mit einem Anhang, zwei Registern und einem Vorwort von Franz-Friedrich Prinz von Preussen, herausgegeben von R. Döhler und G. v. Klitzing, München 2010, ISBN 978-3-00-028704-6
  • Florian Tennstedt, Heinrich Noetel und die Anfänge der Unfallverhütung in der deutschen Landwirtschaft; Eine Studie zur Vorgeschichte des "Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften", in: Soziale Sicherheit in der Landwirtschaft; Prävention in der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung, herausgegeben vom Bundesverband der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften, 1976, S. 103-116, hier besonders S. 110 (Digitalisat)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1930, 86, 163
  2. a b c d Siegfried Schindelmeiser: Die Albertina und ihre Studenten 1544 bis WS 1850/51 und Die Geschichte des Corps Baltia II zu Königsberg i. Pr. (1970–1985). Erstmals vollständige, bebilderte und kommentierte Neuausgabe in zwei Bänden mit einem Anhang, zwei Registern und einem Vorwort von Franz-Friedrich Prinz von Preussen, herausgegeben von R. Döhler und G. v. Klitzing, München 2010. ISBN 978-3-00-028704-6