Erwin Domanig

Erwin Domanig (* 21. März 1898 in Klosterneuburg; † 1985) war ein österreichischer Mediziner. Er war österreichischer Statthalter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Erwin Domanig, Sohn von Carl Domanig[1], studierte Medizin an der Universität Wien und wurde 1923 zum Dr. med. promoviert. Er heiratete am 22. Juli 1926 in Maria Laach die Medizinerin Maria Schwan; aus der Ehe gingen die Kinder Maria, Hélène, Erwin, Englebert und Karl hervor. Nach Assistenz und Facharztausbildung zum Chirurgen baute er ab 1934 im St. Johanns-Spitals, heute zugehörig zu den Universitätskliniken Salzburg, in der Nachfolge von Ernst von Karajan die klinische Chirurgie auf.[2] Am 21. Mai 1946 stimmte die Bundesregierung der Verleihung des Titels eines außerordentlichen Professors zu.[3] 1950 wurde er Direktor der Landeskrankenanstalten Salzburg und Vorstand der I. Chirurgischen Abteilung der Landeskrankenanstalten Salzburg. 1964 wechselte er als Ordinarius für Herzchirurgie an die Chirurgische Universitätsklinik Wien und übernahm die Leitung der Abteilung II. Nach der Emeritierung von Fritz Helmer war Domanig zudem von 1991 bis 1994 interimsmäßiger Leiter der Klinischen Abteilung der Kinderchirurgie.

1947 wurde auf seine Initiative hin eine Österreichische Ärztetagung gegründet, die seit 1948 als Van-Swieten-Gesellschaft mit Sitz in Wien firmiert.[4] 1961/62 war er Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie.[5] 1966 wurde er zum Ehrenmitglied der Salzburger Ärztegesellschaft ernannt.[6]

Er ist Namensgeber des Hofrat–Erwin–Domanig–Stipendiums zur Fortbildung für Ärztinnen und Ärzte der Van-Swieten-Gesellschaft[7] sowie Namensgeber des Erwin Domanig-Preises für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin.[8]

Erwin Domanig wurde am 25. August 1952 in der Stiftskirche von Nonnberg in Salzburg als Komtur mit Stern in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem investiert. Er wurde durch Kardinal-Großmeister Nicola Canali zum Statthalter in Österreich ernannt. Er war von 1951 bis 1954 Regent, von 1954 bis 1961 Statthalter der österreichischen Ordensprovinz, anschließend Ehrenstatthalter. Er war zudem von 1951 bis 1958 Leitender Komtur in Salzburg. Domanig setzte zusammen mit dem Salzburger Fürsterzbischof Andreas Rohracher, zugleich Großprior der österreichischen Statthalterei, wesentliche Impulse für die Entwicklung des Ordenslebens und gilt als Begründer der offiziellen Statthalterei in Österreich.[9] In seiner Amtszeit entstanden die Komtureien in Salzburg, Wien, Linz und Graz.[10]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Stephen Taylor: Who's who in Austria, Band 8, The Central European Times Pub. Co. Ltd., 1972, Seite 134
  2. „Gesund entwickelt“, Echo online, abgerufen am 11. Februar 2012
  3. Protokolle des Ministerrates der Zweiten Republik: Kabinett Leopold Figl. 16. April 1946 bis 9. Juli 1946, Bände 1-2
  4. „Van-Swieten-Gesellschaft“, Van-Swieten-Gesellschaft, abgerufen am 11. Februar 2012
  5. „Geschichte der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie“, Österreichische Gesellschaft für Chirurgie, abgerufen am 11. Februar 2012
  6. „Ehrenmitglieder“, Salzburger Ärztegesellschaft, abgerufen am 11. Februar 2012
  7. „Hofrat–Erwin–Domanig–Stipendium“, abgerufen am 11. Februar 2012
  8. „Erwin Domanig-Preis“, ÖGBT, abgerufen am 11. Februar 2012
  9. „Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Österreich“, Salzburg Wiki, abgerufen am 11. Februar 2012
  10. „Chronik“, abgerufen am 11. Februar 2012
  11. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich Höfflinger Croix de l Ordre du Saint-Sepulcre.svg Statthalter für Österreich des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
1951–1961
Konrad Königswieser