Erwin Zeidler von Görz

Erwin Freiherr Zeidler von Görz (* 8. Februar 1865 in Wien; † 3. Januar 1945 in Villach) war ein hochrangiger Genieoffizier der Österreichisch-Ungarischen Armee. Im Ersten Weltkrieg war er mehrfacher Divisionsführer, zuletzt im Rang eines Feldmarschallleutnant.

Leben

Der Sohn eines Professoren trat nach seinem Abitur in eine Wiener Kadettenanstalt ein und wurde am 18. August 1885 zum Leutnant der k.u.k. Genietruppe befördert. Am 1. November 1888 wurde er zum Oberleutnant ernannt und war bis 1893 dem Geniechef des Militärkommandos Zara zugeteilt. Am 1. November 1894 wurde er Hauptmann des k.u.k. Geniekorps in Cattaro und leitete die Befestigung der Kobila - Höhe. Zwischen 1897 bis 1899 war er Chef der 5. Pionier-Feldkompanie in Trient, um 1900 war er Bauleiter der Artilleriebefestigung am Monte Brione bei Riva. Am 1. Mai 1901 erfolgte seine Erhebung zum Major, bis 1905 wurde er dem XIII. Korps zugeteilt und wurde Lehrer an der dortigen Korpsoffiziersschule. 1904 kam Major Zeidler als Geniedirektor nach Peterwardein. Am 1. November 1905 erfolgte seine Beförderung zum Oberstleutnant. 1907 bis 1910 Lehrer beim höheren Geniekurs. Am 1. November 1909 wurde er zum Oberst befördert und erhielt 1910 den Posten eines Geniedirektor von Trebinje (Bosnien). Im Jahr 1912 bis 1914 wurde er Befestigungsbaudirektor in Sarajewo.

Noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Zeidler am 1. Mai 1914 zum Generalmajor befördert und wurde zu Kriegsbeginn Kommandant der kombinierten 7. Infanterie Division. Im Oktober 1914 übernahm er die neu gebildete 16. Gebirgs-Brigade des XV. Korps (General der Infanterie Michael von Appel) während der Schlacht an der Drina. Von Dezember 1914 bis Februar 1915 kommandierte er die 48. Infanterie-Division bei Sarajewo. Im Mai 1915 wurde er an die neue Front nach Italien berufen und führte dort die 58. Infanteriedivision, welche im Verband des XVI. Korps (Feldzeugmeister Wenzel von Wurm) kämpfte und die Verteidigung des Monte Sabotino an der Isonzofront übernahm.

Wegen seiner militärischen Leistungen bei der Verteidigung des Brückenkopfes Görz während des Ersten Weltkrieges wurde er zum Freiherrn ernannt und dadurch geadelt. Der Namenszusatz „von Görz“ deutet darauf hin.[1]

Am 1. Mai 1917 wurde er zum Feldmarschallleutnant befördert. Am 17. August 1917 wurde er geadelt und erhielt den Maria Theresien Orden verliehen. Im Juni 1918 übernahm er noch die Führung des XXIII. Armeekorps an der Piavefront. Nach dem Krieg wurde er verabschiedet und zog sich ab 1. Januar 1919 in den Ruhestand nach Villach zurück. 1940 wurde ihm noch der Charakter eines General der Infanterie der deutschen Wehrmacht verliehen.

In Villach ist die „Zeidler-von-Görz-Straße“ in der Nähe des Villacher Hauptbahnhofs nach ihm benannt.[2]

Einzelnachweise

  1. Biographie, abgerufen am 15. Oktober 2012
  2. Zeidler-von-Görz-Straße in Villach